MANILA – Der Forschungsdienst des philippinischen Repräsentantenhauses warnt davor, dass die Inflation im zweiten Halbjahr 2026 deutlich über dem Zielbereich der Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) bleiben könnte. – klajoo.com – Das Congressional Policy and Budget Research Department (CPBRD) erwartet für das dritte Quartal eine Inflationsrate zwischen 6,37 und 7,32 Prozent und für das vierte Quartal zwischen 5,91 und 7,31 Prozent.
Die Werte sind keine offizielle Prognose der Zentralbank und auch keine sichere Vorhersage. Sie beschreiben eine Bandbreite möglicher Entwicklungen unter den vom CPBRD untersuchten Risiken.
Inflation lag im Juli bereits bei 6,2 Prozent
Der Preisdruck ist schon jetzt deutlich. Nach Angaben der Philippine Statistics Authority lag die landesweite Inflation im Juli bei 6,2 Prozent. Im Juni waren es 6,4 Prozent. Für die ersten sieben Monate des Jahres ergibt sich damit im Durchschnitt eine Inflationsrate von 5,0 Prozent.
Die Kerninflation, bei der besonders schwankungsanfällige Lebensmittel- und Energiekomponenten ausgeklammert werden, lag im Juli bei 4,2 Prozent. Das zeigt, dass der Preisdruck nicht ausschließlich aus einzelnen kurzfristigen Lebensmittel- oder Energiepreissprüngen besteht.
Zu den wichtigsten Beiträgen zur Juli-Inflation gehörten Lebensmittel, Wohnen und Energie sowie der Verkehrsbereich.
Rohstoffpreise, Nahost und Wetter als zentrale Risiken
Der Forschungsdienst nennt mehrere Faktoren, die die Inflation im weiteren Jahresverlauf hoch halten könnten. Dazu gehören internationale Rohstoffpreise, die Auswirkungen der angespannten Lage im Nahen Osten, mögliche Störungen von Lieferketten und wetterbedingte Produktionsausfälle.
Zusätzlich wird ein mögliches El-Niño-Ereignis als Risiko genannt. Trockenheit kann insbesondere Reis, Gemüse und andere landwirtschaftliche Produkte verteuern, wenn Erträge sinken oder Bewässerung schwieriger wird.
Gleichzeitig zeigen die aktuellen starken Regenfälle, dass auch das Gegenteil – zu viel Wasser – kurzfristig erhebliche Schäden verursachen kann. Für die Lebensmittelpreise ist deshalb weniger entscheidend, ob es insgesamt viel oder wenig regnet, sondern ob Produktionsgebiete, Erntezeitpunkte und Transportwege getroffen werden.
7,3 Prozent sind kein Basisszenario der Zentralbank
Die obere Grenze von 7,32 Prozent dürfte in der öffentlichen Debatte besonders auffallen. Sie sollte jedoch nicht mit einer Aussage verwechselt werden, die Inflation werde tatsächlich auf diesen Wert steigen.
Das CPBRD ist der Forschungs- und Beratungsdienst des Repräsentantenhauses. Seine Analyse soll vor allem die Haushalts- und Gesetzgebungsarbeit unterstützen. Die BSP verfolgt eigene Inflationsprognosen und entscheidet auf dieser Grundlage über die Geldpolitik.
Für die Bewertung ist deshalb entscheidend, ob die tatsächlichen Monatswerte in den kommenden Monaten eher an der unteren oder oberen Grenze der genannten Bandbreiten liegen.
Hohe Inflation trifft auch den Staatshaushalt
Die CPBRD-Analyse betrachtet die Preisentwicklung nicht nur aus Sicht der Verbraucher, sondern auch mit Blick auf den Staatshaushalt. Steigen Baukosten, Treibstoff, Lebensmittel und Dienstleistungen schneller als bei der Haushaltsplanung erwartet, verliert ein nominal festgelegtes Budget real an Kaufkraft.
Das betrifft beispielsweise Infrastrukturprojekte, Hilfsprogramme und staatliche Beschaffung. Ein Ministerium kann nominal denselben Betrag erhalten und trotzdem weniger Leistungen einkaufen, wenn Preise stärker steigen als angenommen.
Entscheidend werden die nächsten Monatswerte
Nach den bereits hohen Juni- und Juli-Werten ist das Risiko einer anhaltend erhöhten Inflation real. Ob daraus tatsächlich Werte von mehr als sieben Prozent werden, hängt jedoch stark von Lebensmittelversorgung, Energiepreisen, Wechselkurs, Wetter und internationalen Entwicklungen ab.
Für Verbraucher bleibt deshalb weniger die obere Grenze einer Prognose entscheidend als die Frage, ob sich die besonders spürbaren Preise für Grundnahrungsmittel, Strom, Transport und Wohnen stabilisieren. Die kommenden Inflationsberichte werden zeigen, ob sich der Preisdruck wieder abschwächt oder die Warnung des Kongress-Forschungsdienstes näher an die Realität rückt. – RM
Quellen:
- Congressional Policy and Budget Research Department: „Inflation Decomposition 2026 and Beyond: Securing and Executing the Budget Amidst Rising Prices“
- Philippine Statistics Authority: „Summary Inflation Report Consumer Price Index“
- BusinessWorld: „Inflation to remain above BSP target amid looming El Niño, rising commodity costs“







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