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Manila

Maharlikas 19,7-Milliarden-Peso-Einstieg bei NGCP bleibt auch nach anderthalb Jahren offen

MANILA – Der geplante Einstieg der staatlichen Maharlika Investment Corporation (MIC) in die Eigentümerstruktur des philippinischen Stromnetzbetreibers National Grid Corporation of the Philippines (NGCP) ist weiterhin nicht abgeschlossen. – klajoo.com – Energieministerin Sharon Garin hofft inzwischen auf einen Abschluss noch vor Ende 2026 – räumt aber zugleich ein, über den jüngsten Stand der Verhandlungen nicht vollständig informiert zu sein.

Das ist bemerkenswert, weil die Transaktion bereits im Januar 2025 öffentlich angekündigt wurde. Damals vereinbarte MIC in einem verbindlichen Term Sheet den Erwerb eines 20-prozentigen Anteils an der börsennotierten Synergy Grid & Development Philippines Inc. (SGP) für rund 19,7 Milliarden Peso. Der Abschluss war ursprünglich innerhalb von 180 Tagen vorgesehen.

20 Prozent an SGP – nicht direkt 20 Prozent an NGCP

Bei der Struktur des Geschäfts ist eine wichtige Unterscheidung nötig. Maharlika kauft nach den veröffentlichten Angaben nicht unmittelbar 20 Prozent der NGCP-Aktien. Geplant ist ein Anteil von 20 Prozent an SGP, der Holdinggesellschaft, die 60 Prozent der Stimmrechte an NGCP hält. Die übrigen 40 Prozent der NGCP-Stimmrechte liegen bei der chinesischen State Grid Corporation of China.

Trotz dieser indirekten Konstruktion soll MIC nach Abschluss der Transaktion jeweils zwei Sitze im Verwaltungsrat von SGP und NGCP erhalten. Genau diese Vertretung ist für die Regierung strategisch wichtiger als der reine Prozentanteil. Garin begründet die Unterstützung des Geschäfts damit, dass der Staat dadurch mehr Einblick in Entscheidungen des Netzbetreibers erhalten würde.

Mehrfach verschobener Abschluss

Schon 2025 wurde deutlich, dass der ursprünglich geplante Zeitrahmen nicht eingehalten werden konnte. Im November erklärte Garin, MIC fordere noch zusätzliche Unterlagen von NGCP an und die Verhandlungen seien nicht abgeschlossen. Damals rechnete sie bereits damit, dass sich das Geschäft bis 2026 verzögern könnte.

Im März 2026 nannte MIC-Chef Rafael Consing dann das erste Halbjahr 2026 als neues Ziel. Auch dieses ist inzwischen verstrichen. Garin erklärte nun, sie hoffe auf einen Abschluss bis Jahresende. Gleichzeitig sagte sie, sie habe den letzten Stand nicht selbst bei MIC überprüft und wisse lediglich von Änderungen beziehungsweise weiter ausgetauschten Dokumenten.

Damit ist die neue Aussage weniger eine belastbare Terminankündigung als eine politische Erwartung. Nach den bisherigen Verschiebungen ist erst ein tatsächlich unterzeichneter Abschluss belastbar.

Warum der Staat überhaupt in den Netzbetreiber will

NGCP betreibt, wartet und erweitert das landesweite Hochspannungsnetz. Damit kontrolliert das Unternehmen eine Infrastruktur, die für Versorgungssicherheit, den Anschluss neuer Kraftwerke und den Ausbau erneuerbarer Energien zentral ist. Verzögerungen bei Übertragungsleitungen können neue Erzeugungskapazitäten faktisch blockieren, selbst wenn Kraftwerke bereits gebaut sind.

Die Eigentümerstruktur von NGCP wird seit Jahren politisch diskutiert. Neben den philippinischen Anteilseignern ist die State Grid Corporation of China technischer Partner und hält 40 Prozent der Stimmrechte. Die geplanten Maharlika-Sitze sollen der Regierung daher nicht nur eine Finanzanlage verschaffen, sondern auch unmittelbare Präsenz in einem Unternehmen geben, das kritische nationale Infrastruktur betreibt.

Offen bleibt, was die Verzögerung konkret verursacht

Gerade deshalb ist die lange Dauer der Transaktion erklärungsbedürftig. Öffentlich bekannt ist, dass zusätzliche Dokumente angefordert und Bedingungen verändert wurden. Welche Punkte nach mehr als anderthalb Jahren noch offen sind, welche Änderungen am ursprünglichen Term Sheet vorgenommen wurden und ob sich daraus Auswirkungen auf Kaufpreis, Rendite, Stimmrechte oder sonstige Schutzrechte für MIC ergeben, wurde bislang nicht transparent erläutert.

Für die Bewertung des Geschäfts reicht deshalb die Aussage, Maharlika erhalte „mehr Sichtbarkeit“ bei NGCP, nicht aus. Entscheidend sind die endgültigen Vertragsbedingungen: Welche Rechte sind mit den Sitzen verbunden, wie ist der 19,7-Milliarden-Peso-Einsatz abgesichert, welche Rendite wird erwartet und was geschieht, wenn die regulatorischen oder investitionspolitischen Ziele der Regierung mit den wirtschaftlichen Interessen der übrigen Eigentümer kollidieren?

Solange diese Punkte und der tatsächliche Abschluss offen sind, bleibt der staatliche Einstieg ein seit Januar 2025 angekündigtes Vorhaben – nicht eine vollzogene Beteiligung.

Quellen:

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