LUZON – Nach tagelangem Starkregen haben mehrere Erdrutsche in Baguio City und der umliegenden Provinz Benguet zahlreiche Menschenleben gefordert. – klajoo.com – Beim schwersten einzelnen Unglück in Barangay Guisad Surong in Baguio wurden inzwischen alle 13 verschütteten Menschen geborgen. Zehn von ihnen kamen ums Leben, drei konnten lebend gerettet werden. Unter den Todesopfern waren nach Angaben des Bildungsministeriums fünf Schülerinnen und Schüler.
Zusammen mit zwei bereits am 6. August bestätigten Todesfällen in La Trinidad und zwei weiteren Opfern eines Erdrutsches in Atok lassen sich damit mindestens 14 Todesfälle in Baguio und Benguet konkret einzelnen Erdrutschereignissen zuordnen. Die Philippine National Police (PNP) nannte am Dienstag sogar 16 Erdrutschopfer in Baguio City sowie in La Trinidad und Atok. Die Polizei wies allerdings darauf hin, dass ihre Gesamtzahlen noch vom National Disaster Risk Reduction and Management Council (NDRRMC) und anderen Behörden überprüft werden. Deshalb ist die niedrigere, einzeln nachvollziehbare Zahl derzeit die vorsichtigere Angabe.
13 Verschüttete in Guisad Surong – zehn Menschen sterben
Der Erdrutsch in Guisad Surong ereignete sich am Abend des 9. August. Eine durchnässte Hangpartie rutschte ab und begrub mehrere Häuser. Rund 200 Einsatzkräfte aus verschiedenen Behörden und freiwillige Helfer beteiligten sich zeitweise an der Suche. Die Arbeiten waren wegen des steilen Geländes, weiterer Niederschläge und übereinanderliegender Betonplatten besonders schwierig.
In den frühen Morgenstunden des 11. August wurde die letzte vermisste Person geborgen. Damit stand die Bilanz des Unglücks fest: zehn Tote und drei Überlebende. Nach Angaben der Philippine Information Agency (PIA) waren in dem betroffenen Gebiet 36 Familien mit insgesamt 129 Menschen unmittelbar von den Folgen betroffen. 25 Familien mit 95 Personen hielten sich zu diesem Zeitpunkt in einem Evakuierungszentrum auf.
Das Department of Education teilte mit, dass fünf der zehn Todesopfer Lernende waren. Genannt wurden zwei Schülerinnen oder Schüler der siebten Klasse der Guisad Valley National High School, je ein Kind der dritten und vierten Klasse der Bonifacio Elementary School sowie eine Person aus dem Alternative Learning System.
Weitere tödliche Erdrutsche in Benguet
Guisad Surong ist nicht das einzige tödliche Ereignis der vergangenen Tage. Bereits am 6. August wurde in Barangay Shilan in La Trinidad ein Lokal teilweise von einem Erdrutsch verschüttet. Zwei Menschen starben, eine weitere Person wurde verletzt. Das Department of Social Welfare and Development unterstützte anschließend die Familien der Opfer.
In Atok wurden zwei weitere Menschen getötet, nachdem ein Teil eines Berghangs auf ein Grundstück in Bonglo, Paoay, abrutschte. Eine dritte verschüttete Person konnte lebend gerettet werden. Damit zeigt sich, dass die Gefahr nicht auf einen einzelnen Hang oder ein einzelnes Stadtviertel beschränkt war, sondern mehrere Orte des gebirgigen Raums um Baguio traf.
Mehr als ein Monatsdurchschnitt Regen in neun Tagen
Eine zentrale Ursache ist die außergewöhnliche Niederschlagsmenge. Nach Angaben der staatlichen Wetterbehörde PAGASA fielen in Baguio vom 1. bis 9. August insgesamt 1.413,2 Millimeter Regen. Das liegt bereits deutlich über dem langjährigen durchschnittlichen Niederschlag für den gesamten Monat August von rund 963 Millimetern. Auch für Benguet wurden innerhalb von neun Tagen mehr als 1.400 Millimeter Regen gemeldet.
Der Boden in den steilen Berglagen konnte dadurch über Tage immer mehr Wasser aufnehmen. Wenn Hänge stark durchnässt sind, verliert das Bodenmaterial an Stabilität; zusätzliche Regenfälle können dann auch ohne besonders heftigen einzelnen Wolkenbruch Rutschungen auslösen. In der Cordillera kommt erschwerend hinzu, dass Straßen, Häuser und andere Infrastruktur vielfach an steilen Hängen oder in engen Tälern liegen.
Die Niederschläge standen im Zusammenhang mit dem Südwestmonsun Habagat, der zuvor zusätzlich durch die tropischen Wirbelstürme Luis und Maymay verstärkt worden war. PAGASA erwartet inzwischen zwar eine allmähliche Abschwächung der Niederschläge, der Südwestmonsun kann aber weiterhin zeitweise Regen über Teile Luzons bringen. Nach einer derart langen Regenperiode bleibt die Gefahr an bereits gesättigten Hängen auch dann bestehen, wenn die Niederschläge vorübergehend nachlassen.
Straßen in der Cordillera bleiben ein Sicherheitsproblem
Die Folgen zeigen sich auch im Straßennetz. Schon vor dem Unglück in Guisad Surong hatten Behörden wegen Erdrutsch- und Steinschlaggefahr mehrere Verbindungen in und um Benguet gesperrt oder nur eingeschränkt freigegeben. Kennon Road war für Nicht-Anwohner zeitweise geschlossen. Auch Abschnitte der Benguet–Nueva Vizcaya Road, des Halsema Highway und des Marcos Highway waren durch Straßenabbrüche, Schlamm oder Hangbewegungen betroffen.
Für Reisende bedeutet das, dass die Situation nicht allein anhand des Wetters in Baguio beurteilt werden sollte. Auch wenn es in der Stadt selbst gerade nicht stark regnet, können Zufahrtsstraßen weiter durch instabile Hänge, Steinschlag oder Aufräumarbeiten beeinträchtigt sein. Vor Fahrten nach Baguio oder durch Benguet sollten deshalb die aktuellen Hinweise des Department of Public Works and Highways, der lokalen Katastrophenschutzbehörden und der Polizei geprüft werden.
Fast 30.000 Menschen in der Cordillera betroffen
Die Erdrutsche sind Teil einer größeren Unwetterlage. Nach Angaben des DSWD waren mit Stand vom frühen 11. August in der gesamten Cordillera Administrative Region 11.918 Familien beziehungsweise 29.382 Menschen von Luis, Maymay und dem verstärkten Habagat betroffen. 157 Familien mit 527 Personen befanden sich noch in 22 Evakuierungszentren; weitere 304 Familien mit 1.022 Menschen waren bei Verwandten oder Freunden untergekommen.
Landesweit lagen die Opferzahlen noch deutlich höher. Die PNP meldete am 12. August 26 Tote infolge der kombinierten Auswirkungen der tropischen Wirbelstürme und des Südwestmonsuns. Neben Erdrutschen wurden unter anderem Felsstürze, Ertrinken, Stromunfälle und ein umstürzender Baum als Todesursachen genannt. Auch diese Gesamtzahl galt noch als vorläufig und musste weiter von den zuständigen Katastrophenschutzbehörden abgeglichen werden.
Quellen: Philippine Information Agency (PIA), 10. und 11.08.2026; Philippine News Agency (PNA), 08. und 11.08.2026; Department of Social Welfare and Development – Cordillera Administrative Region; Philippine Star unter Berufung auf PNP und NDRRMC, 12.08.2026; PIA/DPWH-Cordillera zu Straßensperrungen; klajoo, 08.08.2026: „OCD meldet 6 Tote von Luis, Maymay und Habagat“. RM







Add Comment