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DOE verschärft Kontrolle von Kraftwerken – technische Audits und Blacklisting-Regeln geplant

MANILA – Nach wiederholten Stromengpässen und ungeplanten Kraftwerksausfällen will das philippinische Energieministerium die Betreiber von Erzeugungsanlagen stärker zur Verantwortung ziehen. – klajoo.com – Energy Secretary Sharon Garin hat vier Arbeitsaufträge erteilt, die von technischen Überprüfungen bis zur Ausarbeitung formeller Blacklisting-Regeln für wiederholt nicht regelkonforme Betreiber reichen.

Der Ansatz richtet sich gegen ein Problem, das bei den jüngsten Netzalarmen erneut sichtbar wurde: Die installierte Kraftwerksleistung eines Landes sagt nur begrenzt etwas darüber aus, wie viel Strom zu einem bestimmten Zeitpunkt tatsächlich verfügbar ist. Fällt ein großer Block ungeplant aus oder kann ein Kraftwerk nur einen Teil seiner Nennleistung liefern, schrumpft die Reserve trotz unveränderter Zahlen auf dem Papier.

Vier Arbeitsaufträge des Energieministeriums

Der erste Auftrag betrifft die technischen und konstruktiven Standards verschiedener Kraftwerkstypen. Das Department of Energy (DOE) will prüfen, ob bestehende Anforderungen noch ausreichen und ob Anlagen so gebaut und betrieben werden, dass sie die zugesagte Leistung zuverlässig bereitstellen können.

Zweitens sollen das Power Bureau und das Renewable Energy Management Bureau technische Leistungsprüfungen an bestehenden Anlagen durchführen. Dabei geht es nicht nur um die eingetragene installierte Kapazität. Das DOE will stärker kontrollieren, welche Leistung ein Kraftwerk im tatsächlichen Betrieb dauerhaft liefern kann und wie zuverlässig die Anlage verfügbar ist.

Drittens lässt Garin die vom DOE ausgestellten Genehmigungen und vertraglichen Instrumente überprüfen. Dazu gehören unter anderem Certificates of Endorsement, Bestätigungen der kommerziellen Betriebsfähigkeit und Serviceverträge. Ziel ist, klarere Verpflichtungen und Konsequenzen festzuschreiben, wenn zugesagte Leistungen nicht erreicht werden.

Der vierte Auftrag betrifft Sanktionen. Das Ministerium soll stärkere Regeln und ein formelles Verfahren für das Blacklisting von Erzeugungsunternehmen ausarbeiten, die wiederholt gegen Vorgaben verstoßen. Welche konkreten Folgen eine Aufnahme auf eine solche Liste künftig haben wird und welche Schwellen dafür gelten, ist noch Teil der auszuarbeitenden Regeln.

Warum installierte Leistung allein wenig sagt

Für die Versorgungssicherheit zählt nicht nur, wie viele Megawatt insgesamt gebaut wurden. Entscheidend ist, wie viele Megawatt zum Zeitpunkt der höchsten Nachfrage tatsächlich einsatzbereit sind.

Bei einem sogenannten Forced Outage fällt eine Anlage ungeplant ganz oder teilweise aus. Bei einer Derating genannten Leistungsreduzierung bleibt sie zwar am Netz, kann aber weniger Strom erzeugen als vorgesehen. Kommen mehrere solcher Fälle gleichzeitig zusammen, kann die verfügbare Reserve schnell verschwinden.

Genau das war zuletzt in den Visayas und in Mindanao zu beobachten. Dort führten Ausfälle und reduzierte Kraftwerksleistungen zusammen mit der Nachfrage zu gelben beziehungsweise roten Netzalarmen. Strom kann über die Verbindungen zwischen den Inselnetzen übertragen werden, doch auch diese Hilfe setzt voraus, dass in einem anderen Netz tatsächlich überschüssige Leistung vorhanden ist.

DOE hatte Betreiber bereits zuvor verwarnt

Die jetzigen Maßnahmen kommen nicht aus dem Nichts. Das Energieministerium hatte bereits in den vergangenen Monaten zahlreiche Kraftwerksbetreiber aufgefordert, über zu lange oder zu häufige Ausfälle Auskunft zu geben. Wiederholte Verstöße gegen zulässige Ausfallzeiten können nach den bestehenden Regeln bereits Folgen haben.

Neu ist vor allem der breitere Ansatz. Statt nur einzelne Ausfälle nachträglich zu untersuchen, sollen nun auch technische Standards, reale Anlagenleistung und die Bedingungen staatlicher Genehmigungen systematisch überprüft werden. Damit versucht das DOE, Zuverlässigkeit stärker als messbare Leistungspflicht zu behandeln.

Versorgung muss in den kommenden Jahren stark wachsen

Der Handlungsdruck dürfte zunehmen. Nach den Planungen des Energieministeriums muss die verfügbare Stromerzeugung in den kommenden Jahren stark ausgebaut werden, um steigende Nachfrage, wirtschaftliches Wachstum und zusätzliche Verbraucher abzudecken. Gleichzeitig verfolgt die Regierung das Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien im Strommix deutlich zu erhöhen.

Neue Kapazität löst das Zuverlässigkeitsproblem allerdings nur, wenn die Anlagen auch im Betrieb verfügbar sind. Ein Kraftwerk, das regelmäßig ungeplant ausfällt, hilft in kritischen Spitzenstunden deutlich weniger, als seine Nennleistung vermuten lässt. Ähnliches gilt für Netze, Transformatoren und andere Komponenten, die den erzeugten Strom tatsächlich zum Verbraucher transportieren müssen.

Keine sofortige Garantie gegen Stromausfälle

Technische Audits und strengere Sanktionen werden kurzfristig keine zusätzlichen Megawatt erzeugen. Sie können aber dazu beitragen, Schwachstellen früher zu erkennen und Betreiber stärker für wiederkehrende Ausfälle verantwortlich zu machen.

Ob die angekündigte Verschärfung Wirkung zeigt, wird deshalb an mehreren Punkten zu messen sein: Wie transparent veröffentlicht das DOE die Ergebnisse der Audits? Welche Betreiber müssen Anlagen nachrüsten? Wann greifen Sanktionen? Und führt die Kontrolle tatsächlich dazu, dass die verfügbare Kraftwerksleistung näher an die auf dem Papier ausgewiesene Kapazität heranrückt?

Für Verbraucher ist genau dieser Unterschied entscheidend. Versorgungssicherheit entsteht nicht durch eine hohe Zahl installierter Megawatt allein, sondern dadurch, dass genügend Kraftwerke und Netzanlagen dann funktionieren, wenn der Strom tatsächlich gebraucht wird.

Quellen: Department of Energy; National Grid Corporation of the Philippines; Energy Regulatory Commission; GMA News; Philippine Star. RM

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