MANILA – Der aktuelle El Nino hat in der philippinischen Landwirtschaft bereits Schäden und Produktionsverluste von 6,87 Milliarden PHP verursacht. – klajoo.com – Das entspricht derzeit rund 96 Millionen EUR. Nach dem ersten landesweiten El-Nino-Schadensbulletin des Department of Agriculture (DA) sind 223.214 Landwirte betroffen.
Die bisher erfasste Bilanz umfasst 249.028 Hektar landwirtschaftliche Fläche und Produktionsverluste von rund 163.800 Tonnen. Nach den veröffentlichten Daten bestehen bei etwa 192.766 Hektar noch Erholungschancen; bei 56.262 Hektar wird keine Erholung mehr erwartet. Betroffen sind unter anderem Reis, Mais, Maniok, höherwertige Feldfrüchte sowie Vieh und Geflügel in 14 Regionen.
Bei den beiden wichtigsten Getreidearten fällt das Bild unterschiedlich aus. Die bisher registrierten Reisverluste liegen bei 25.196 Tonnen und entsprechen nach Angaben des DA rund 0,12 Prozent des Produktionsziels von 20,29 Millionen Tonnen für 2026. Beim Mais liegen die Verluste mit 126.883 Tonnen bei rund 1,44 Prozent des Jahresziels von 8,80 Millionen Tonnen. Die Schäden sind für die betroffenen Betriebe erheblich, bedeuten nach diesen Zahlen allein aber noch keinen landesweiten Zusammenbruch der Versorgung.
Besonders erklärungsbedürftig ist die staatliche Angabe, bereits Hilfen und Maßnahmen im Wert von 10,96 Milliarden PHP – rund 154 Millionen EUR – bereitgestellt zu haben. Diese Zahl liegt deutlich über der bisher erfassten Schadenssumme, ist aber nicht mit Entschädigungszahlungen gleichzusetzen. Rund 10,53 Milliarden PHP entfallen auf Produktionshilfen wie Saatgut, Dünger und Bodenverbesserungsmittel. Direkte Versicherungsleistungen der Philippine Crop Insurance Corporation belaufen sich auf 427,07 Millionen PHP, etwa 6 Millionen EUR, für 42.383 Landwirte.
Das ist ein wichtiger Unterschied: Saatgut, Dünger, Wasserpumpen oder andere Produktionsmittel können den Wiederanbau unterstützen und künftige Verluste begrenzen. Sie ersetzen jedoch nicht automatisch bereits ausgefallene Ernten oder entgangenes Einkommen. Die größere Zahl der staatlichen Maßnahmen darf deshalb nicht als vollständige finanzielle Entschädigung der Betroffenen gelesen werden.
Das Risiko weiterer Schäden bleibt hoch. PAGASA stufte den El Nino am 23. September als stark ein und erwartet eine weitere Intensivierung zu einem sehr starken Ereignis zwischen September und Dezember 2026. Nach der aktuellen Prognose kann das Phänomen bis in die erste Hälfte des Jahres 2027 anhalten. Damit könnten bislang weniger betroffene Regionen in den kommenden Monaten stärker unter Trockenheit und Wasserstress geraten.
Gleichzeitig meldet das DA, dass die großen Stauseen insgesamt noch über ihren jeweiligen Niedrigwasserständen liegen. Pantabangan liegt allerdings deutlich unter seinem Zielniveau. Die aktuelle Schadensbilanz ist daher eher ein Zwischenstand als ein Endwert: Ein großer Teil der Wirkung des El Nino wird davon abhängen, wie sich Niederschläge, Bewässerung und Wasserreserven während der nächsten Anbauzyklen entwickeln. – RM
Quellen:
- GMA News: DA records P6.87-B agricultural damage, losses amid ongoing El Nino impact
- Pilipino Star Ngayon: Higit P6 bilyong pinsala ng El Nino sa agriculture
- PAGASA: Climate Advisory for Very Strong El Nino, 23 September 2026
- Department of Agriculture: PCIC gets bigger budget to shield Filipino farmers







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