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Manila

Francisco Motors plant 100-Millionen-Dollar-Einstieg in die lokale Elektrofahrzeug-Produktion

MANILA – Der philippinische Fahrzeughersteller Francisco Motors bereitet einen Investitionsplan im Umfang von rund 100 Millionen US-Dollar vor, um zwei Elektrofahrzeugmodelle auf den Philippinen zu produzieren. – klajoo.com – Das Vorhaben soll nach Angaben des Unternehmens auf das neue staatliche Förderprogramm Electric Vehicle Incentive Strategy (EVIS) zugeschnitten werden. Entscheidend ist dabei der Status: Die 100 Millionen US-Dollar sind bislang ein vorbereiteter Investitionsplan und keine bereits endgültig zugesagte oder vollständig finanzierte Investition.

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Die Regierung hat EVIS erst Ende Juli 2026 mit Executive Order No. 121 in Gang gesetzt. Das Programm soll gezielt größere Investitionen in die lokale Herstellung von Elektrofahrzeugen und Komponenten anziehen. Nach Angaben des Fiscal Incentives Review Board können sich qualifizierte Hersteller mit bis zu zwei Fahrzeugmodellen registrieren. Voraussetzung sind neue Investitionen, ein Mindestkapital von fünf Milliarden Peso, festgelegte Produktionsziele und die Einführung der lokal hergestellten Modelle innerhalb von drei Jahren nach der Registrierung.

EVIS ist dabei kein pauschaler Zuschuss für jedes angekündigte Elektroauto. Die Förderung ist leistungsabhängig. Das Gesamtprogramm ist auf bis zu 60 Milliarden Peso begrenzt; für ein einzelnes registriertes Modell können nach den veröffentlichten Regeln Anreize von bis zu 15 Milliarden Peso vorgesehen werden. Die konkrete Unterstützung hängt jedoch von den Programmregeln, der tatsächlichen Investition und den erreichten Produktionszielen ab. Die Regierung rechnet damit, dass höchstens vier Hersteller teilnehmen können.

Für Francisco Motors wäre eine erfolgreiche Teilnahme ein deutlicher Schritt über die bisherige Rolle als traditionsreicher philippinischer Fahrzeughersteller hinaus. Das Unternehmen, das vor allem mit dem Jeepney-Bau verbunden wird, hat zuletzt seine Aktivitäten im Bereich der Elektromobilität ausgebaut. Ein Produktionsprogramm für zwei Modelle würde die Frage aufwerfen, ob ein größerer Teil der Wertschöpfung tatsächlich im Land stattfinden kann oder ob wesentliche Komponenten weiterhin importiert werden müssen.

Genau darin liegt die größere Bedeutung des Projekts. Der philippinische Markt für Elektrofahrzeuge wächst, wird aber in weiten Teilen von importierten Fahrzeugen und Komponenten bestimmt. EVIS soll diese Struktur verändern: Statt ausschließlich den Absatz von Elektrofahrzeugen zu fördern, versucht die Regierung, Fertigung, Zulieferung und technisches Know-how im Land anzusiedeln. Ein Vorhaben eines philippinischen Herstellers wäre deshalb ein früher Test dafür, ob das neue Fördermodell nicht nur internationale Konzerne, sondern auch einheimische Unternehmen zu größeren Investitionen bewegen kann.

Noch fehlen allerdings wichtige Angaben für eine abschließende Bewertung. Öffentlich nicht eindeutig geklärt sind unter anderem der genaue Produktionsstandort, der Zeitplan für den Aufbau der Fertigung, der Anteil lokal gefertigter Komponenten, die Finanzierung des 100-Millionen-Dollar-Plans sowie die Frage, welche beiden Modelle für EVIS registriert werden sollen. Ebenso steht eine formelle Zulassung für die staatlichen Anreize noch aus.

Damit sollte die Ankündigung weder als bereits abgeschlossene Investition noch als Beleg für eine unmittelbar bevorstehende Großserienproduktion verstanden werden. Interessant ist vielmehr, dass wenige Tage nach dem offiziellen Start von EVIS ein philippinischer Hersteller einen Investitionsplan in einer Größenordnung vorbereitet, die die neue Industriepolitik der Regierung praktisch auf die Probe stellen könnte. Ob daraus eine dauerhaft wettbewerbsfähige lokale Elektrofahrzeug-Produktion entsteht, wird sich erst an den tatsächlichen Investitionen, Produktionszahlen und dem lokalen Wertschöpfungsanteil messen lassen.

Quellen: Philippine Daily Inquirer, 9. August 2026; Fiscal Incentives Review Board/Department of Finance, 31. Juli 2026; Executive Order No. 121 zum EVIS-Programm. RM

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