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Manila

Philippinisches Haushaltsdefizit steigt auf 1,05 Billionen Peso – neuer ADB-Kredit finanziert zusätzliche Krisenhilfen

MANILA – Das Defizit des philippinischen Staatshaushalts hat sich im August deutlich ausgeweitet. – klajoo.com – Nach Angaben des Bureau of the Treasury lagen die Ausgaben im Monat um 161,3 Milliarden Peso über den Einnahmen. Im August 2025 hatte die Haushaltslücke noch 84,8 Milliarden Peso betragen. Von Januar bis August summierte sich das Defizit auf rund 1,05 Billionen Peso, gut 21 Prozent mehr als die 869,2 Milliarden Peso im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Der Staat liegt damit weiterhin unter dem für das Gesamtjahr vorgesehenen Defizitrahmen von rund 1,66 Billionen Peso. Die Augustzahlen zeigen jedoch, warum der Finanzierungsbedarf wächst: Die Einnahmen gingen gegenüber August 2025 leicht auf 346 Milliarden Peso zurück, während die Ausgaben um 16 Prozent auf 507,3 Milliarden Peso stiegen. Ein wesentlicher Sonderfaktor waren 58,6 Milliarden Peso an Budgetunterstützung für PhilHealth; außerdem erhöhten höhere Zuweisungen an lokale Gebietskörperschaften die Ausgaben.

Fast zeitgleich genehmigte die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) einen Kredit über 1,5 Milliarden US-Dollar für das Regierungsprogramm UPLIFT. Die Finanzierung läuft über die Countercyclical Support Facility der ADB, mit der Staaten bei größeren wirtschaftlichen Schocks vergleichsweise schnell Budgethilfe erhalten können. UPLIFT soll unter anderem Treibstoffversorgung, bezahlbare Strom- und Gesundheitsleistungen sowie die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten absichern. Unterstützt werden sollen außerdem einkommensschwache Haushalte, Fahrer im öffentlichen Verkehr, kleine Bauern und Fischer sowie betroffene Overseas Filipino Workers (OFW), die aus dem Nahen Osten zurückkehren.

Die ADB begründet den hohen Unterstützungsbedarf mit der Verwundbarkeit der philippinischen Wirtschaft gegenüber dem Konflikt im Nahen Osten. Die Philippinen importieren nahezu ihren gesamten Treibstoff und sind stark von eingeführtem Dünger abhängig. Zugleich arbeiteten 2025 rund 1,1 Millionen Filipinos im Nahen Osten; ihre Überweisungen machten nach Angaben der Bank etwa 18 Prozent der gesamten Rücküberweisungen von 35,6 Milliarden US-Dollar aus. Höhere Energiepreise und Beschäftigungsrisiken treffen das Land deshalb gleichzeitig über Importkosten, Landwirtschaft, Verkehr und Einkommen von Familien.

Wichtig ist die zeitliche und finanzielle Einordnung: Der neue ADB-Kredit hat das bis August aufgelaufene Haushaltsdefizit nicht verursacht. Die Finanzierung wurde erst danach genehmigt. Sie verschafft der Regierung vielmehr zusätzlichen Spielraum für neue Krisenmaßnahmen in einer Situation, in der die laufenden Staatsausgaben bereits deutlich schneller wachsen als die Einnahmen. Die 1,5 Milliarden US-Dollar sind dabei kein Zuschuss, sondern ein Kredit. Angaben zu Laufzeit, Zinssatz und Tilgungsprofil wurden in der veröffentlichten ADB-Mitteilung noch nicht genannt.

Damit hängen beide Entwicklungen unmittelbar zusammen, ohne dass sie verwechselt werden dürfen: Das höhere Defizit zeigt den bereits bestehenden Finanzierungsbedarf des Staates, der ADB-Kredit ermöglicht zusätzliche Ausgaben, die nicht vollständig aus den laufenden Einnahmen bezahlt werden müssen. Die Verpflichtung verschwindet dadurch jedoch nicht, sondern verlagert sich in die künftige staatliche Finanzierung. Für die weitere Beurteilung wird deshalb entscheidend sein, ob das Defizit in den letzten Monaten des Jahres im vorgesehenen Rahmen bleibt, wie gezielt UPLIFT wirkt und wie stark neue Kredite und Zinszahlungen die kommenden Haushalte belasten. – RM

Quellen:

  • Asian Development Bank – ADB Boosts Philippines’ Crisis Response with $1.5 Billion
  • Philippine News Agency – ADB OKs $1.5-B funding for PH crisis response
  • Bureau of the Treasury – Government Fiscal Deficit Reaches PHP 161.3 Billion in August 2026
  • Philippine News Agency – Gov’t budget gap up in August but remains within 2026 program

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