MANILA – Das National Bureau of Investigation (NBI) hat seine Untersuchung einer mutmaßlichen Kampagne gegen Executive Secretary Ralph Recto ausgeweitet. – klajoo.com – Vier Anwälte einer größeren Kanzlei sollen am 14. August vor der Behörde erscheinen. Nach Angaben von NBI-Direktor Melvin Matibag wurden sie im Verlauf der Ermittlungen als Personen identifiziert, die bei der Vorbereitung von eidesstattlichen Erklärungen eine Rolle gespielt haben könnten.
Die Vorladungen sind ein neuer formeller Schritt in einem Fall, der zunächst mit Aussagen eines bei einer Menschenhandelsoperation festgenommenen Talentmanagers begann. Bislang handelt es sich um Ermittlungsbehauptungen des NBI. Weder gegen die vier Anwälte noch gegen andere öffentlich genannte Personen ist damit eine Schuld festgestellt.
Wie die Untersuchung begann
Das NBI hatte im Juli bei einer gesonderten Operation mehrere Frauen aus einem mutmaßlichen Menschenhandelsfall geholt und einen Talentmanager festgenommen, der in den Berichten unter dem Alias „Ken“ geführt wird.
Nach Darstellung von NBI-Direktor Matibag brachte der Mann während der Befragung selbst einen angeblichen Plan zur Sprache, Recto mit erfundenen Vorwürfen politisch zu beschädigen. Die Ermittler begannen daraufhin, diese Angaben gesondert zu prüfen.
Matibag erklärte später, dem NBI lägen eidesstattliche Aussagen und weitere Beweismittel vor. Dazu zählt nach Angaben der Behörde auch ein Austausch von Viber-Nachrichten zwischen dem früheren Abgeordneten Jacinto „Jing“ Paras und dem Talentmanager.
Leviste und Paras bereits vorgeladen
Ende Juli kündigte das NBI Vorladungen für den Batangas-Abgeordneten Leandro Leviste und den früheren Abgeordneten Jing Paras an. Beide wurden in den Aussagen des Talentmanagers genannt.
Leviste erschien zum zunächst vorgesehenen Termin am 6. August nicht persönlich. Seine Anwälte nahmen Kontakt mit der Behörde auf. Paras ließ über seine Rechtsvertretung eine Terminverlegung beantragen. Nach Angaben des NBI wurde für beide ein neuer Termin am 11. August vorgesehen.
Leviste und Paras haben die gegen sie erhobenen Behauptungen bestritten. Das ist für die Einordnung wesentlich: Die bisher öffentlich bekannten Vorwürfe stammen vor allem aus Angaben des Talentmanagers sowie aus der Darstellung des NBI über seine laufenden Ermittlungen.
Vier Anwälte sollen Rolle bei eidesstattlichen Erklärungen erklären
Inzwischen hat das NBI nach eigenen Angaben vier Anwälte identifiziert, die derselben größeren Kanzlei angehören. Zwei sollen nach Darstellung Matibags erfahrene beziehungsweise namensgebende Partner der Kanzlei sein, zwei weitere jüngere Anwälte.
Die Behörde will nach eigenen Angaben klären, wer die Anwälte beauftragt und welche Anweisungen sie bei der Vorbereitung von Erklärungen erhalten haben. Ihre Namen wurden zunächst nicht öffentlich bekanntgegeben.
Die Vorladung bedeutet nicht, dass die Anwälte Beschuldigte in einem Strafverfahren sind. Sie sollen zunächst im Rahmen der NBI-Untersuchung aussagen beziehungsweise ihre Sicht darstellen. Ob sich daraus strafrechtliche Vorwürfe ergeben, müsste anschließend gesondert geprüft werden.
NBI spricht von angeblich vorbereiteten Aussagen
Nach der Darstellung des NBI sollte der mutmaßliche Plan darin bestanden haben, Frauen eidesstattliche Erklärungen mit belastenden Behauptungen gegen Recto unterzeichnen zu lassen, anschließend eine Beschwerde einzureichen und die Vorwürfe öffentlich zu verbreiten.
Das NBI verwendet für den Vorgang teilweise den Begriff „Honey Trap“. Diese Bezeichnung kann jedoch irreführend sein, weil die Frauen nach der aktuellen Darstellung der Behörde nicht bei einem tatsächlichen Treffen mit Recto eingesetzt worden sein sollen. Der Kern des Ermittlungsverdachts ist vielmehr die angebliche Herstellung und Veröffentlichung falscher Aussagen.
Nach Angaben Matibags sollen die Gespräche über den mutmaßlichen Plan bereits Ende Mai begonnen und im Juli weitere Treffen stattgefunden haben. Diese Chronologie beruht weiterhin auf der NBI-Ermittlung und ist bislang nicht gerichtlich festgestellt.
Keine Veröffentlichung der Beweise während laufender Untersuchung
Vertreter von Leviste und Paras verlangten, dass das NBI die belastenden Unterlagen vorlegt. Matibag lehnte dies mit Verweis auf die laufende Untersuchung ab. Die Beschuldigten beziehungsweise Vorgeladenen sollen zunächst ihre eigene Darstellung abgeben; anschließend könnten die Ermittlungsergebnisse an die Staatsanwaltschaft des Justizministeriums weitergeleitet werden.
Dieser Verfahrensschritt ist wichtig: Das NBI kann ermitteln und Beweise sammeln, entscheidet aber nicht selbst über Schuld. Sollten die Ermittler einen hinreichenden Verdacht sehen, müssten die Unterlagen an die zuständige Staatsanwaltschaft gehen, die über weitere strafrechtliche Schritte entscheidet.
Warum der Fall politisch brisant ist
Recto ist als Executive Secretary einer der wichtigsten Mitarbeiter von Präsident Ferdinand Marcos Jr. und koordiniert zentrale Abläufe im Präsidentenpalast. Leviste ist zugleich ein prominenter Abgeordneter aus Batangas und war in den vergangenen Monaten in mehrere politische Auseinandersetzungen verwickelt.
Gerade deshalb muss bei dem Fall streng zwischen politischer Auseinandersetzung und beweisbaren Straftaten getrennt werden. Dass das NBI mittlerweile konkrete Personen vorlädt und nach eigener Darstellung Kommunikationsdaten sowie Zeugenaussagen besitzt, macht die Untersuchung substantieller als die ursprünglichen öffentlichen Behauptungen. Ob tatsächlich eine organisierte Intrige existierte und wer dafür verantwortlich war, ist jedoch weiterhin offen.
Die nächsten wichtigen Termine sind die geplanten Anhörungen von Leviste und Paras sowie das Erscheinen der vier Anwälte am 14. August. Erst danach dürfte klarer werden, ob das NBI seine bisherigen Vorwürfe weiter erhärten kann und ob der Fall an die Staatsanwaltschaft übergeben wird.
Quellen: National Bureau of Investigation; GMA News, 31. Juli sowie 4., 6., 7. und 8. August 2026; Philippine News Agency, 3. und 6. August 2026; Daily Tribune, 8. August 2026. RM







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