MANILA – Die Staatsverschuldung der philippinischen Zentralregierung ist Ende Juni 2026 auf 19,07 Billionen Peso gestiegen. Gleichzeitig erhöhte sich die Schuldenquote auf 66,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. – klajoo.com – Damit liegt der Anteil der Staatsschulden an der Wirtschaftsleistung so hoch wie seit rund 22 Jahren nicht mehr.
Die Quote lag Ende März noch bei 65,2 Prozent. Für die Bewertung ist nicht nur entscheidend, dass die Schulden in absoluten Zahlen steigen. Wenn sich gleichzeitig das Wirtschaftswachstum abschwächt, wächst der Nenner der Schuldenquote langsamer – dadurch kann die Quote zusätzlich steigen.
Besonders auffällig ist, dass der Schuldenstand von 19,07 Billionen Peso bereits geringfügig über der bisherigen Regierungsprojektion für das Jahresende liegt. In der mittelfristigen Entwicklungsplanung war für 2026 eine Schuldenquote von 60 bis 63 Prozent vorgesehen worden.
Kein automatisches Zeichen für eine Schuldenkrise
Eine Schuldenquote von 66 Prozent bedeutet nicht automatisch, dass die Philippinen vor einer Zahlungsunfähigkeit stehen. Für die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen sind unter anderem die Zinskosten, die Laufzeiten der Schulden, der Anteil der Verschuldung in ausländischer Währung, die Entwicklung der Staatseinnahmen und das Wirtschaftswachstum entscheidend.
Die Philippinen finanzieren einen großen Teil ihrer Staatsverschuldung im Inland. Das reduziert zwar bestimmte Wechselkursrisiken, beseitigt aber nicht das Problem steigender Zins- und Tilgungslasten im Staatshaushalt.
Für die Regierung wird deshalb wichtiger, ob die zusätzlichen Kredite tatsächlich in Investitionen fließen, die die Wirtschaftsleistung und damit auch die künftigen Staatseinnahmen erhöhen. Werden Schulden dagegen dauerhaft schneller aufgebaut als Wirtschaft und Einnahmen wachsen, wird die Finanzierung des Haushalts zunehmend schwieriger.
Schwaches Wachstum verschärft die Rechnung
Zusätzlichen Druck erzeugt die schwache wirtschaftliche Entwicklung. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal 2026 nur um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit fällt es schwerer, eine steigende Schuldenlast durch Wirtschaftswachstum wieder zu relativieren.
Die Entwicklung ist auch deshalb relevant, weil die Regierung in den vergangenen Jahren versucht hatte, die während der Corona-Pandemie deutlich gestiegene Schuldenquote schrittweise wieder zu senken. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass dieser Weg zumindest vorläufig unterbrochen ist.
Entscheidend werden nun die nächsten Haushaltsmonate. Dabei geht es nicht allein darum, ob die absolute Verschuldung weiter steigt – bei einem wachsenden Staat und einer wachsenden Wirtschaft ist das grundsätzlich normal. Entscheidend ist, ob die Schuldenquote wieder sinkt und wie groß der Anteil des Staatshaushalts wird, der für Zinsen und Tilgung benötigt wird.
Quellen: Bureau of the Treasury; Department of Economy, Planning, and Development; Philippine Statistics Authority; Philippine Star, 8. August 2026. RM







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