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Manila

Philippinische Banken wachsen weiter, doch die Gewinne entwickeln sich uneinheitlich

MANILA – Die großen philippinischen Banken haben im ersten Halbjahr 2026 ihre Kreditbücher und Zinserträge überwiegend deutlich ausgebaut. – klajoo.com – Bei den Nettogewinnen ergibt sich jedoch kein einheitliches Bild. Während Chinabank, Philippine National Bank und UnionBank kräftige Zuwächse meldeten, blieben die Ergebnisse von BDO, Bank of the Philippine Islands und Metrobank nahezu unverändert. Höhere Risikovorsorge bremste bei mehreren Instituten den Gewinn.

Der von Chinabank gemeldete Halbjahresgewinn von 14,5 Milliarden Peso ist deshalb als Teil einer größeren Branchenentwicklung interessanter als isolierte Unternehmensmeldung. Die Zahlen zeigen, dass die Banken weiter wachsen, zugleich aber mit einer unsichereren Konjunktur, möglichen Kreditausfällen, steigenden Betriebskosten und volatilen Märkten rechnen.

BDO bleibt beim Gewinn klar vorn

BDO Unibank erzielte von Januar bis Juni einen Nettogewinn von 40,7 Milliarden Peso. Im Vorjahreszeitraum waren es 40,6 Milliarden Peso. Der Gewinn blieb damit nahezu unverändert, obwohl die Nettozinserträge um elf Prozent und die Kundenkredite um 15 Prozent auf 3,9 Billionen Peso zunahmen. BDO erhöhte vorsorglich die Rückstellungen für mögliche Kreditrisiken. Die Quote notleidender Kredite sank nach Angaben der Bank von 1,75 auf 1,64 Prozent.

Bei der Bank of the Philippine Islands, kurz BPI, ging der Nettogewinn geringfügig um 0,4 Prozent auf 32,8 Milliarden Peso zurück. Die Erträge stiegen um 12,4 Prozent, die Kredite um 12,4 Prozent auf 2,7 Billionen Peso. Gleichzeitig erhöhten sich die Risikovorsorgen um 84 Prozent auf 13,3 Milliarden Peso. BPI begründete dies mit einer schlechter eingeschätzten gesamtwirtschaftlichen Lage und einem vorsichtigeren Ausblick. Die Quote notleidender Kredite lag bei 2,42 Prozent.

Metrobank meldete einen Nettogewinn von 24,9 Milliarden Peso und damit ebenfalls ein weitgehend stabiles Ergebnis. Die Nettozinserträge stiegen um 12,8 Prozent, die Bruttokredite um 12,4 Prozent. Das Institut erhöhte seine Vorsorge um 26,8 Prozent. Die Quote notleidender Kredite lag mit 1,8 Prozent nach Bankangaben weiterhin unter dem von Metrobank genannten Branchendurchschnitt.

Chinabank und PNB legen zweistellig zu

Chinabank steigerte den Nettogewinn um elf Prozent auf 14,5 Milliarden Peso. Die Nettozinserträge nahmen um 14 Prozent auf 39,7 Milliarden Peso zu. Das Kreditvolumen wuchs um 17 Prozent auf 1,1 Billionen Peso, die Einlagen um 14 Prozent auf 1,5 Billionen Peso. Die Quote notleidender Kredite blieb bei 1,5 Prozent. Chinabank bildete 1,2 Milliarden Peso an Wertberichtigungen und Kreditrisikovorsorge.

Die Philippine National Bank, kurz PNB, meldete einen Gewinnanstieg um 17 Prozent auf 14,6 Milliarden Peso. Das Kreditvolumen wuchs um zehn Prozent auf 764 Milliarden Peso. Besonders stark legten Konsumentenkredite mit 21 Prozent zu; nach Angaben der Bank entfiel ein großer Teil dieses Wachstums auf besicherte Kredite, vor allem Wohnungsfinanzierungen. Die Eigenkapitalrendite erhöhte sich von 11,4 auf 12,1 Prozent.

UnionBank verdoppelt den Gewinn von niedrigerer Basis

UnionBank of the Philippines erzielte einen Nettogewinn von 6,9 Milliarden Peso, 113 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Der prozentuale Sprung ist deutlich, der absolute Gewinn liegt aber weiterhin weit unter den Ergebnissen der größten Banken. Die Nettozinserträge stiegen um acht Prozent auf 33,7 Milliarden Peso. Konsumentenkredite nahmen um zehn Prozent zu, Kreditkarten- und Privatkredite zusammen um 18 Prozent. Gleichzeitig gingen die Kreditkosten um 19 Prozent zurück.

Die Rizal Commercial Banking Corporation, kurz RCBC, meldete 4,11 Milliarden Peso Nettogewinn. Die Bank verwies darauf, dass zusätzliche Wertberichtigungen wegen geopolitischer Unsicherheiten das Ergebnis belasteten. Das Kreditvolumen stieg dennoch um neun Prozent auf 806 Milliarden Peso; Konsumentenkredite nahmen um 22 Prozent zu.

Kreditwachstum ist der gemeinsame Nenner

Bei fast allen betrachteten Banken stiegen die Kredite zweistellig oder annähernd zweistellig. Das deutet auf anhaltende Nachfrage von Unternehmen und privaten Haushalten hin. Wachstum bei Wohnungs-, Karten-, Privat- und Unternehmenskrediten kann Investitionen und Konsum stützen. Für die Banken entstehen daraus höhere Zinserträge.

Schnelles Kreditwachstum ist jedoch nur dann dauerhaft positiv, wenn die Rückzahlung auch bei schwächerer Konjunktur, höheren Lebenshaltungskosten und möglichen weiteren Zinsänderungen gesichert bleibt. Besonders bei unbesicherten Konsumentenkrediten können Ausfälle schneller steigen als bei Wohnungsfinanzierungen oder großen Unternehmenskrediten mit Sicherheiten.

Warum höhere Vorsorge den Gewinn bremst

BDO, BPI, Metrobank und RCBC erhöhten ihre Risikopuffer oder verwiesen auf zusätzliche Wertberichtigungen. Das bedeutet nicht, dass bereits in gleicher Höhe Kredite ausgefallen sind. Banken verbuchen Vorsorge, wenn Modelle und wirtschaftliche Erwartungen höhere mögliche Verluste anzeigen. Dadurch sinkt der aktuelle Gewinn, während die Bilanz widerstandsfähiger werden soll.

Die fast unveränderten Gewinne der drei größten betrachteten Institute sind daher nicht automatisch ein Zeichen schwacher Kerngeschäfte. Ihre Zins- und Kreditgeschäfte wuchsen deutlich. Ein Teil des zusätzlichen Ertrags wurde für Vorsorge, Technologie, Personal und andere Betriebskosten verwendet. Umgekehrt darf ein hoher Gewinnanstieg nicht ohne Blick auf die Ausgangsbasis, frühere Sonderbelastungen und die Entwicklung der Kreditkosten bewertet werden.

Branchenartikel statt einzelner Rekordmeldung

Die Halbjahreszahlen reichen inzwischen für eine belastbare Branchenbetrachtung. Sie zeigen keine allgemeine Gewinnkrise, aber auch keinen gleichmäßigen Rekordlauf. BDO bleibt beim absoluten Gewinn mit großem Abstand führend. BPI und Metrobank wachsen im operativen Geschäft, halten den Nettogewinn wegen höherer Vorsorge aber nahezu stabil. Chinabank und PNB melden zweistellige Zuwächse, während UnionBank nach früheren Belastungen besonders stark aufholt.

Für das zweite Halbjahr sind vor allem vier Größen entscheidend: die Qualität der schnell wachsenden Kreditportfolios, die weitere Zinsentwicklung der Bangko Sentral ng Pilipinas, die Kosten der Einlagen und die Höhe zusätzlicher Risikovorsorge. Erst daraus wird sich ergeben, ob das starke Kreditwachstum dauerhaft in höhere Gewinne übergeht oder ob ein größerer Teil der Erträge als Sicherheitspuffer in den Bilanzen verbleibt.

Quellen: BDO Unibank, Halbjahresmitteilung vom 27. Juli 2026; Bank of the Philippine Islands, Halbjahresmitteilung vom 15. Juli 2026; Metrobank, Halbjahresmitteilung vom 31. Juli 2026; Chinabank, Halbjahresmitteilung 2026; Philippine National Bank, Halbjahreszahlen 2026; UnionBank of the Philippines, Halbjahreszahlen 2026; RCBC, Halbjahresmitteilung 2026. RM

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