MANILA – Die philippinischen Landwirte haben von April bis Juni 2026 rund 4,63 Millionen Tonnen Palay geerntet. – klajoo.com – Als Palay wird ungeschälter Reis bezeichnet, der vor dem Verkauf als Speisereis noch getrocknet, geschält und verarbeitet werden muss.
Nach Angaben der Philippine Statistics Authority, kurz PSA, war dies die höchste Reisernte eines zweiten Quartals seit Beginn der vergleichbaren Datenreihe im Jahr 1987. Gegenüber rund 4,38 Millionen Tonnen im gleichen Zeitraum des Vorjahres stieg die Produktion um etwa 5,7 Prozent.
Erholung nach dem Einbruch von 2024
Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt starke Schwankungen. Im zweiten Quartal 2023 wurden rund 4,25 Millionen Tonnen geerntet. 2024 fiel die Menge auf etwa 3,85 Millionen Tonnen. 2025 folgte eine deutliche Erholung auf rund 4,38 Millionen Tonnen, bevor 2026 der neue Quartalsrekord erreicht wurde.
Die aktuelle Ernte liegt damit ungefähr 780.000 Tonnen über dem schwachen zweiten Quartal 2024. Sie übertrifft zugleich den bisherigen Höchststand aus dem Vorjahr um etwa 250.000 Tonnen.
Mehr Fläche statt höherer Produktivität
Der wichtigste Grund für das Rekordergebnis war die größere geerntete Fläche. Von April bis Juni wurden rund 1,04 Millionen Hektar Reisfelder abgeerntet, etwa 6,5 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.
Der durchschnittliche Ertrag sank dagegen leicht von rund 4,50 auf 4,47 Tonnen Palay je Hektar. Der Rekord wurde somit nicht durch einen neuen Produktivitätssprung erreicht, sondern vor allem dadurch, dass mehr Fläche bewirtschaftet und abgeerntet wurde.
Cagayan Valley und Central Luzon an der Spitze
Cagayan Valley war im zweiten Quartal mit rund 1,20 Millionen Tonnen die wichtigste Reisregion. Central Luzon folgte mit ungefähr 1,10 Millionen Tonnen. Zusammen stellten beide Regionen fast die Hälfte der landesweiten Produktion.
Central Luzon erzielte zugleich einen besonders hohen durchschnittlichen Ertrag je Hektar. Regionale Unterschiede bleiben dennoch groß: Bewässerung, Saatgut, Zugang zu Maschinen, Wetter und Ernteverluste beeinflussen, wie viel Reis auf derselben Fläche erzeugt werden kann.
Ausblick auf das dritte Quartal schwächer
Das gute zweite Quartal garantiert noch kein Rekordjahr. Für Juli bis September erwartet die Statistikbehörde nach dem Stand der Felder zu Quartalsbeginn eine deutlich niedrigere Produktion als im gleichen Zeitraum 2025. Verspätete Regenfälle und Probleme bei der Bewässerung können Aussaat und Ernte verschieben.
Zusätzlich bereitet sich die Regierung auf mögliche trockenere Bedingungen vor. Die National Food Authority, kurz NFA, soll mehr Palay direkt von philippinischen Landwirten ankaufen, um staatliche Reserven zu erhöhen und die Erzeugerpreise zu stützen.
Importabhängigkeit bleibt bestehen
Palay und verkaufsfertiger Reis sind nicht dieselbe Menge. Beim Trocknen, Schälen und Mahlen gehen Gewicht und Bestandteile verloren. Die 4,63 Millionen Tonnen Palay können deshalb nicht direkt mit Importmengen bereits verarbeiteten Reises verglichen werden.
Der Reisverbrauch muss außerdem das ganze Jahr gedeckt werden, während Ernten saisonal und regional unterschiedlich ausfallen. Verluste bei Trocknung, Lagerung und Transport verringern die verfügbare Menge zusätzlich.
Die Rekordernte verschafft den Philippinen mehr Spielraum und kann den Importbedarf dämpfen. Sie beseitigt jedoch weder die strukturelle Abhängigkeit von Einfuhren noch die Risiken durch Taifune, Dürren, Bewässerungsprobleme und schwankende Erzeugerpreise. Langfristig muss neben der Anbaufläche vor allem der Ertrag je Hektar steigen.
Quellen: Philippine Statistics Authority; Department of Agriculture; National Food Authority. RM







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