Startseite » 48 chinesische Marine- und Küstenwachschiffe im Juli an vier Brennpunkten registriert
Allgemein

48 chinesische Marine- und Küstenwachschiffe im Juli an vier Brennpunkten registriert

LUZON – Die Armed Forces of the Philippines, kurz AFP, haben im Juli 2026 insgesamt 48 chinesische Marine- und Küstenwachschiffe an vier besonders beobachteten Gebieten im West Philippine Sea registriert. – klajoo.com – Die stärkste Präsenz meldete das Militär bei Bajo de Masinloc mit 22 Schiffen. Bei Ayungin Shoal wurden 14, rund um Pag-asa acht und bei Escoda Shoal vier Schiffe gezählt.

Marine und Küstenwache getrennt betrachtet

Bei Bajo de Masinloc registrierte die AFP drei Schiffe der People’s Liberation Army Navy und 19 Schiffe der China Coast Guard. Bei Ayungin Shoal waren es ein Marineschiff und 13 Küstenwachschiffe.

Rund um Pag-asa wurden drei Marineschiffe und fünf Küstenwachschiffe beobachtet, bei Escoda Shoal ein Marineschiff und drei Einheiten der Küstenwache. Chinesische maritime Miliz- und Fischereifahrzeuge waren in dieser Monatsbilanz nicht enthalten.

Weniger als im Juni – aber kein sicherer Entspannungstrend

Für Juni hatte die AFP in denselben vier Gebieten insgesamt 74 chinesische Marine- und Küstenwachschiffe gemeldet. Die Juli-Zahl von 48 liegt deutlich darunter.

Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch eine dauerhafte Entspannung ableiten. Schiffe wechseln ihre Position, Einsätze können nur wenige Tage dauern, und die Zahl sagt nichts darüber aus, wie nah sich einzelne Einheiten an philippinischen Schiffen oder Versorgungskorridoren bewegten. Auch ein kleinerer Verband kann durch Blockieren, Verfolgen oder Wasserwerfereinsätze erheblichen Druck ausüben.

Entwicklung seit 2021

Die chinesische Präsenz im West Philippine Sea wird seit Jahren in sehr unterschiedlichen Statistiken erfasst. Im Frühjahr 2021 sorgten mehr als 160 chinesische Schiffe bei Julian Felipe Reef für internationale Aufmerksamkeit. Damals handelte es sich überwiegend um mutmaßliche maritime Milizschiffe.

Im September 2024 meldete die Philippine Navy zeitweise mehr als 200 chinesische Schiffe im gesamten beobachteten Gebiet. Diese Zahl umfasste wesentlich mehr Seegebiete und zusätzlich maritime Miliz- beziehungsweise Fischereifahrzeuge.

Im Jahr 2025 kam es unter anderem zu Schäden an einem Riff nahe Pag-asa, nachdem ein chinesisches Schiff dort auf Grund geraten beziehungsweise geankert hatte. 2026 konzentrierte sich die Berichterstattung erneut stark auf Bajo de Masinloc, Ayungin, Escoda und Pag-asa.

Zahlen verschiedener Jahre sind nur begrenzt vergleichbar

Ein direkter Vergleich der genannten Werte wäre irreführend, wenn nicht dieselben Gebiete, Zeiträume und Schiffskategorien zugrunde liegen. Eine Wochenzählung in vier Seegebieten ist etwas anderes als eine Monatsbilanz für das gesamte West Philippine Sea.

Die Juli-Auswertung ist deshalb vor allem eine Momentaufnahme der regulären chinesischen Marine- und Küstenwachpräsenz an vier Brennpunkten. Sie zeigt, dass chinesische Staatsschiffe dort dauerhaft eingesetzt werden, auch wenn die Zahl von Monat zu Monat schwankt.

Bajo de Masinloc bleibt Schwerpunkt

Mit 22 Schiffen entfiel fast die Hälfte der Juli-Beobachtungen auf Bajo de Masinloc. Das Gebiet westlich von Luzon ist für philippinische Fischer wichtig und wird seit 2012 faktisch von China kontrolliert, obwohl es innerhalb der philippinischen ausschließlichen Wirtschaftszone liegt.

Bei Ayungin Shoal sichern philippinische Soldaten auf der BRP Sierra Madre den Außenposten. Versorgungseinsätze wurden in den vergangenen Jahren wiederholt von chinesischen Schiffen verfolgt und behindert.

Pag-asa ist die größte von den Philippinen kontrollierte Insel der Kalayaan Island Group. Escoda Shoal liegt näher an Palawan und spielt als möglicher Ausgangs- und Unterstützungsraum für philippinische Einsätze eine besondere Rolle.

Präsenz soll zur Normalität werden

Die langfristige Strategie hinter der dauerhaften chinesischen Präsenz wird häufig als Normalisierung beschrieben: Marine und Küstenwache zeigen regelmäßig Flagge, begleiten philippinische Schiffe und schaffen den Eindruck, China übe in den umstrittenen Gebieten Verwaltungs- und Kontrollrechte aus.

Die Philippinen reagieren mit eigenen Patrouillen, Versorgungsfahrten, öffentlicher Dokumentation und engerer Zusammenarbeit mit Partnerstaaten. Die Zahl 48 ist daher weniger ein einzelner Alarmwert als ein weiterer Beleg für die anhaltende Konkurrenz um tatsächliche Präsenz und Kontrolle auf See.

Quellen: Armed Forces of the Philippines; Philippine News Agency; GMA News; National Task Force for the West Philippine Sea. RM

Add Comment

Click here to post a comment