PALAWAN – Schweinehalter in der Gemeinde Quezon im Süden der Provinz Palawan klagen über einen starken Einbruch der Erzeugerpreise. – klajoo.com – Nach Berichten aus der Gemeinde erhalten einige Betriebe derzeit nur noch 110 bis 130 Peso je Kilogramm Lebendgewicht.
Zu diesem Preis werden die Schweine direkt beim Erzeuger verkauft.
Die Kosten für Schlachtung, Kühlung, Transport, Verarbeitung und Verkauf sind darin noch nicht enthalten.
Nach Angaben betroffener Halter reicht der Erlös teilweise nicht mehr aus, um Ferkel, Futtermittel, Medikamente, Strom, Wasser, Arbeitszeit und Transport zu bezahlen.
Besonders kleine Betriebe können einen längeren Preisverfall nur schwer überstehen.
Sie verfügen meist nicht über eigene Schlachthöfe, Kühlräume oder Fahrzeuge und müssen ihre Tiere verkaufen, sobald diese das vorgesehene Gewicht erreicht haben.
Jedes weitere Füttern verursacht zusätzliche Kosten.
Gibt es in diesem Moment nur wenige Käufer, besitzen Zwischenhändler und größere Abnehmer eine starke Verhandlungsposition.
Der gemeldete Preis von 110 bis 130 Peso liegt deutlich unter den Werten, die in anderen Teilen der Philippinen zuletzt üblich waren.
Die Philippine Statistics Authority meldete für die Ilocos Region im ersten Quartal 2026 einen durchschnittlichen Erzeugerpreis von 192,03 Peso je Kilogramm Lebendgewicht.
Im November 2025 hatten das Landwirtschaftsministerium und Vertreter der Schweinebranche sogar einen angestrebten Mindestpreis von 210 Peso je Kilogramm vereinbart.
Damals lagen die überwachten Erzeugerpreise in vielen Regionen bei 150 bis 180 Peso und wurden bereits als zu niedrig bezeichnet, um die Produktionskosten zuverlässig zu decken.
Die Vereinbarung über 210 Peso ist jedoch kein automatisch überall durchsetzbarer gesetzlicher Mindestpreis.
Der tatsächlich erzielte Betrag hängt weiterhin von Angebot, Nachfrage, Tierqualität, Transportmöglichkeiten und der Zahl erreichbarer Käufer ab.
Der Fall in Quezon zeigt deshalb, wie stark sich lokale Märkte von landesweiten Durchschnittswerten unterscheiden können.
Palawan ist wegen seiner Insellage ein besonderer Markt.
Der Transport lebender Tiere oder gekühlten Fleisches in andere Provinzen ist aufwendiger und teurer als innerhalb großer zusammenhängender Märkte auf Luzon.
Gleichzeitig können einzelne Gemeinden nur über eine begrenzte Zahl zugelassener Schlacht-, Transport- und Absatzmöglichkeiten verfügen.
Wenn in kurzer Zeit viele Tiere angeboten werden, kann der örtliche Markt die Menge möglicherweise nicht aufnehmen.
Ein lokales Überangebot bedeutet aber nicht automatisch, dass Schweinefleisch für Verbraucher im gleichen Umfang billiger wird.
Zwischen dem Preis für ein lebendes Schwein beim Bauern und dem Kilopreis im Laden liegen mehrere Verarbeitungsschritte.
Vom Lebendgewicht kann nicht das gesamte Gewicht als verkaufsfähiges Fleisch genutzt werden.
Hinzu kommen Schlachtung, Zerlegung, Kühlung, Transport, Verluste, Ladenkosten und Gewinnspannen.
Trotzdem wäre ein sehr großer Abstand zwischen einem Erzeugerpreis von 110 bis 130 Peso und weiterhin hohen Verkaufspreisen erklärungsbedürftig.
Zu prüfen ist, wie viel Verbraucher in Quezon, Puerto Princesa und anderen Teilen Palawans derzeit tatsächlich für verschiedene Stücke Schweinefleisch bezahlen.
Ebenso wichtig ist, welche Unternehmen oder Zwischenhändler die Tiere ankaufen und ob zwischen den Erzeugern ausreichend Wettbewerb um die Tiere besteht.
Der Preisverfall könnte mehrere Ursachen haben.
Möglich ist ein zeitweiliges lokales Überangebot, nachdem Betriebe ihre Bestände wieder aufgebaut oder gleichzeitig viele schlachtreife Tiere auf den Markt gebracht haben.
Auch eine schwächere Nachfrage, hohe Transportkosten oder begrenzte Schlachtkapazitäten können den Preis drücken.
Eine weitere Frage ist der Einfluss eingeführten gefrorenen Schweinefleisches.
Importiertes Fleisch wird vor allem über größere Handelszentren verteilt. Es kann aber indirekt auch regionale Erzeuger unter Druck setzen, wenn Händler und Restaurants auf günstigere oder leichter verfügbare Importware ausweichen.
Für eine eindeutige Bewertung fehlen derzeit Daten darüber, welche Mengen auf Palawan produziert, aus anderen Provinzen geliefert oder aus dem Ausland eingeführt werden.
Palawan galt lange als eine der philippinischen Provinzen, die von der Afrikanischen Schweinepest weitgehend verschont geblieben waren.
Die Behörden kontrollieren deshalb Häfen, Flughäfen und weitere Zugänge, um die Einschleppung des Virus zu verhindern.
Mehrere Gemeinden, darunter Quezon, erhielten in der Vergangenheit eine Bestätigung für ihre aktive Überwachung der Afrikanischen Schweinepest.
Dieser Schutz besitzt wirtschaftlichen Wert.
Betriebe können ihre Tiere halten, ohne dass ganze Bestände wegen eines lokalen Ausbruchs gekeult werden müssen.
Eine erfolgreiche Krankheitskontrolle allein garantiert den Haltern jedoch noch kein ausreichendes Einkommen.
Wenn viele gesunde Tiere produziert werden, aber Absatzwege, Verarbeitung und Preisstabilisierung fehlen, kann der wirtschaftliche Erfolg der Tierseuchenbekämpfung durch einen Preisverfall zunichtegemacht werden.
Das Landwirtschaftsministerium verfolgt landesweit das Ziel, die Schweinebestände nach den schweren Verlusten durch die Afrikanische Schweinepest wieder aufzubauen.
Vor Beginn der Tierseuche im Jahr 2019 gab es auf den Philippinen rund 13 Millionen Schweine.
Dieser Bestand ist noch nicht vollständig wieder erreicht.
Die Regierung muss dabei zwei Ziele miteinander verbinden.
Verbraucher benötigen bezahlbares Schweinefleisch. Gleichzeitig müssen die Preise hoch genug sein, damit heimische Betriebe ihre Kosten decken und weiter produzieren können.
Sehr niedrige Erzeugerpreise können kurzfristig günstig erscheinen.
Langfristig führen sie jedoch möglicherweise dazu, dass kleine Halter aufgeben, weniger Tiere aufziehen oder sich verschulden.
Dann sinkt die lokale Produktion erneut und die Abhängigkeit von Lieferungen aus anderen Regionen oder von Importen kann steigen.
Für Quezon wäre deshalb zu prüfen, ob die örtliche oder die Provinzregierung zeitweilig Tiere aufkaufen, neue Abnehmer vermitteln oder den Transport zu anderen Märkten unterstützen kann.
Auch Zusammenschlüsse der Erzeuger könnten ihre Verhandlungsposition verbessern.
Wenn mehrere Betriebe ihre Tiere gemeinsam vermarkten, können sie größere Mengen anbieten, Transporte teilen und Preise besser aushandeln.
Eine längerfristige Lösung wären zusätzliche Schlacht-, Kühl- und Verarbeitungsmöglichkeiten auf Palawan.
Schweine müssen dann nicht allein als lebende Tiere zu einem bestimmten Zeitpunkt verkauft werden.
Das Fleisch könnte gekühlt, verarbeitet und über einen längeren Zeitraum oder in anderen Gemeinden vermarktet werden.
Solche Anlagen erfordern allerdings Investitionen, eine zuverlässige Stromversorgung, veterinärmedizinische Kontrolle und ausreichend große Absatzmengen.
Die aktuell genannten Preise müssen noch durch das Landwirtschaftsamt, das Provincial Veterinary Office oder eine offizielle Marktbeobachtung bestätigt werden.
Auch die Zahl der betroffenen Betriebe und Tiere ist bislang nicht öffentlich dokumentiert.
Die Berichte der Schweinehalter sind dennoch ein wichtiges Warnsignal.
Wenn sich Preise von 110 bis 130 Peso als verbreitet und nicht nur als einzelne Notverkäufe bestätigen, wäre die lokale Schweineproduktion in Quezon wirtschaftlich akut gefährdet. – Quelle: Berichte von Schweinehaltern aus Quezon auf Palawan, Department of Agriculture, Philippine Statistics Authority und Provincial Veterinary Office Palawan / RM







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