MANILA – Der Agricultural Cooperatives Act und der Agriculture and Fisheries Extension Act wurden jeweils mit 21 Stimmen ohne Gegenstimme oder Enthaltung in dritter und letzter Lesung angenommen. – klajoo.com – Beide Vorlagen sollen zentrale Schwächen der philippinischen Landwirtschaft angehen.
Viele kleinere Bauern und Fischer produzieren nur geringe Mengen, verfügen über wenig Kapital und können weder eigene Lagerhäuser noch Kühlanlagen, Verarbeitungsmaschinen oder Transportfahrzeuge finanzieren.
Dadurch sind sie häufig von Zwischenhändlern abhängig.
Diese kaufen die Erzeugnisse unmittelbar nach der Ernte oder dem Fang auf, wenn Bauern und Fischer dringend Geld benötigen und kaum Möglichkeiten zur Lagerung besitzen.
Genossenschaften sollen den Mitgliedern ermöglichen, größere Mengen gemeinsam zu vermarkten, Betriebsmittel günstiger einzukaufen und Maschinen oder Lageranlagen gemeinsam zu nutzen.
Der geplante Agricultural Cooperatives Act sieht dafür die Einrichtung eines Bureau of Agricultural and Fisheries Cooperatives vor.
Die neue Behörde soll landwirtschaftliche und fischereiwirtschaftliche Genossenschaften gezielter unterstützen und bisher auf mehrere staatliche Stellen verteilte Hilfen besser koordinieren.
Vorgesehen ist Unterstützung beim Zugang zu Krediten, Maschinen, moderner Technik, Absatzmärkten und Möglichkeiten zur Weiterverarbeitung.
Damit sollen die Erzeuger nicht nur Rohprodukte verkaufen, sondern einen größeren Teil der Wertschöpfung selbst übernehmen können.
Ein Beispiel ist der Reisanbau.
Eine Genossenschaft kann gemeinsam Saatgut und Dünger beschaffen, Erntemaschinen einsetzen, Reis trocknen und lagern und ihn später zu einem günstigeren Zeitpunkt verkaufen.
Ohne solche Strukturen müssen einzelne Bauern ihre Ernte häufig unmittelbar nach dem Dreschen abgeben, auch wenn die Preise gerade besonders niedrig sind.
Ähnliches gilt für Fischer.
Gemeinsam betriebene Kühlhäuser, Eisproduktion, Transport und Verarbeitung können verhindern, dass ein Teil des Fangs verdirbt oder zu sehr niedrigen Preisen verkauft werden muss.
Genossenschaften können außerdem eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber Händlern, Supermärkten, Verarbeitungsbetrieben und staatlichen Beschaffungsstellen erreichen.
Die Gründung einer neuen Behörde garantiert jedoch noch keinen Erfolg.
Auf den Philippinen bestehen bereits zahlreiche Genossenschaften und Bauernverbände. Nicht alle sind wirtschaftlich aktiv oder ausreichend professionell geführt.
Probleme entstehen unter anderem durch unvollständige Buchführung, interne Konflikte, politische Einflussnahme, mangelnde Geschäftskenntnisse und die ungleiche Beteiligung der Mitglieder.
Ein Teil der Organisationen wird hauptsächlich gegründet, um Zugang zu staatlichen Maschinen, Zuschüssen oder Krediten zu erhalten.
Wenn anschließend kein tragfähiges Geschäftsmodell besteht, bleiben Geräte ungenutzt, werden unzureichend gewartet oder kommen nur wenigen Mitgliedern zugute.
Das neue Gesetz muss deshalb nicht nur die Zahl registrierter Genossenschaften erhöhen.
Entscheidend ist, ob die Organisationen dauerhaft wirtschaften, transparent verwaltet werden und ihren Mitgliedern tatsächlich höhere und stabilere Einkommen ermöglichen.
Die zweite Vorlage betrifft die landwirtschaftlichen und fischereiwirtschaftlichen Beratungsdienste.
Der Agriculture and Fisheries Extension Act soll das nationale Beratungssystem stärken und ein Bureau of Agricultural Extension schaffen.
Solche Beratungsdienste sollen wissenschaftliche Erkenntnisse und neue Verfahren von Behörden, Hochschulen und Forschungsinstituten zu den Bauern und Fischern bringen.
Dazu gehören Informationen über geeignete Sorten, Tierhaltung, Pflanzenschutz, Bodenverbesserung, Bewässerung, Fischzucht, Weiterverarbeitung und Vermarktung.
Auch klimaangepasste Produktionsmethoden sollen stärker vermittelt werden.
Das ist für die Philippinen besonders wichtig, weil sich Anbauzeiten, Niederschläge und Schädlingsrisiken verändern.
Bauern benötigen konkrete Informationen darüber, welche Pflanzen unter veränderten Bedingungen geeignet sind, wie Wasser effizienter genutzt und wie auf neue Krankheiten oder Schädlinge reagiert werden kann.
Beratung existiert bereits im geltenden Landwirtschaftsrecht.
Die direkte Betreuung liegt jedoch weitgehend bei den lokalen Gebietskörperschaften.
Dadurch unterscheiden sich Umfang und Qualität erheblich zwischen Provinzen, Städten und Gemeinden.
Wohlhabendere Gebietskörperschaften können mehr Agrartechniker beschäftigen, Fahrzeuge bereitstellen und Schulungen finanzieren.
In abgelegenen oder finanzschwachen Gemeinden betreut dagegen manchmal ein einzelner Mitarbeiter zahlreiche Barangays und tausende landwirtschaftliche Betriebe.
Auch Forschungsergebnisse erreichen die Praxis häufig nur langsam.
Eine neue Sorte oder Anbaumethode kann an einer Universität erfolgreich getestet worden sein, ohne dass kleine Bauern davon erfahren oder Zugang zum erforderlichen Saatgut und den notwendigen Geräten erhalten.
Das geplante Gesetz soll die nationalen und lokalen Beratungsstrukturen besser miteinander verbinden.
Neben staatlichen Stellen sollen Hochschulen, private Anbieter, Genossenschaften und Bauernorganisationen beteiligt werden.
Beratung darf sich dabei nicht auf Schulungen und Broschüren beschränken.
Bauern benötigen häufig eine längerfristige Begleitung: von der Auswahl einer Anbaumethode über Finanzierung und Produktion bis zur Suche nach Käufern.
Auch digitale Angebote können helfen, ersetzen den persönlichen Kontakt aber nicht vollständig.
Viele ländliche Gebiete verfügen weiterhin über unzuverlässiges Internet. Zudem müssen Empfehlungen an Boden, Klima, Betrieb, verfügbare Arbeitskräfte und örtliche Märkte angepasst werden.
Beide Gesetzesvorlagen ergänzen sich daher.
Stärkere Genossenschaften können Maschinen, Finanzierung und Vermarktung organisieren. Bessere Beratungsdienste sollen dafür sorgen, dass die Mitglieder geeignete Techniken und Geschäftsmodelle einsetzen.
Noch sind die Vorlagen kein geltendes Recht.
Die Fassungen von Senat und Repräsentantenhaus müssen übereinstimmen oder in einem Vermittlungsverfahren zusammengeführt werden.
Erst danach können die Gesetze dem Präsidenten zur Unterzeichnung vorgelegt werden.
Auch anschließend hängt ihre Wirkung von den Durchführungsregeln, dem Personal und den Haushaltsmitteln ab.
Die Schaffung zweier neuer Behörden kann die Unterstützung übersichtlicher machen.
Sie kann aber auch zusätzliche Verwaltungsebenen schaffen, wenn Zuständigkeiten mit dem Landwirtschaftsministerium, der Cooperative Development Authority, lokalen Behörden und bestehenden Fachstellen nicht eindeutig geregelt werden.
Der Erfolg sollte deshalb nicht an der Zahl neuer Büros, Schulungen oder registrierter Genossenschaften gemessen werden.
Entscheidend sind höhere Einkommen der Erzeuger, geringere Verluste nach der Ernte, bessere Marktpreise und eine zuverlässigere Versorgung mit Lebensmitteln. – Quelle: Senat der Philippinen und Philippine News Agency / RM







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