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Philippinische Infrastrukturausgaben brechen um fast 46 Prozent ein

MANILA – Die staatlichen Ausgaben für Infrastruktur und andere Kapitalprojekte sind auf den Philippinen in den ersten vier Monaten 2026 um 45,6 Prozent eingebrochen. – klajoo.com – Der Rückgang belastet das Wirtschaftswachstum und wirft Fragen nach der Umsetzung des Infrastrukturprogramms von Präsident Ferdinand Marcos Jr. auf.

Nach den Daten des Department of Budget and Management wurden von Januar bis April 189,3 Milliarden Peso für Infrastruktur und andere Kapitalausgaben ausgezahlt. Im gleichen Zeitraum 2025 waren es noch 347,6 Milliarden Peso.

Damit gab der Staat innerhalb von vier Monaten 158,4 Milliarden Peso weniger für Straßen, Brücken, Hochwasserschutz, öffentliche Gebäude, Bahnprojekte und weitere Investitionen aus als im Vorjahreszeitraum.

Allein im April gingen die Ausgaben um knapp 52 Prozent zurück. Sie sanken von 85,8 Milliarden Peso im April 2025 auf 41,5 Milliarden Peso im April 2026.

Der Rückgang betrifft vor allem das Department of Public Works and Highways. Nach dem Skandal um mutmaßlich überteuerte, unvollständige oder überhaupt nicht ausgeführte Hochwasserschutzprojekte wurden Zahlungsanforderungen, Baufortschritte und Abrechnungen strenger geprüft.

Diese zusätzlichen Kontrollen sind notwendig, um weitere Korruptionszahlungen, Scheinprojekte und überhöhte Rechnungen zu verhindern. Sie haben jedoch zugleich die Bearbeitung auch regulärer Zahlungsanforderungen verlangsamt.

Das Budgetministerium nennt außerdem geringe Fortschrittsabrechnungen bei laufenden Projekten, die noch nicht vollständig angelaufene Umsetzung des Haushalts 2026 und die Fertigstellung von Vorhaben aus früheren Jahren als Ursachen.

Ende April bestanden beim Department of Public Works and Highways zudem ausgestellte, aber noch nicht eingelöste Schecks im Umfang von 13,8 Milliarden Peso. Lieferanten und Bauunternehmen hatten diese Zahlungen noch nicht bei Banken eingereicht.

Nicht sämtliche Infrastrukturprogramme kamen zum Stillstand. Ausgaben für die Modernisierung der Streitkräfte und für ausländisch finanzierte Bahnprojekte stützten den Gesamtwert.

Dazu gehören unter anderem die North-South Commuter Railway, die Teilprojekte zwischen Malolos und Clark, die südliche Pendlerbahn sowie die Metro Manila Subway.

Trotzdem ist der Rückgang für die Gesamtwirtschaft erheblich. Öffentliche Infrastrukturinvestitionen erzeugen Aufträge für Bauunternehmen, Lieferanten, Transporteure und zahlreiche weitere Branchen. Werden Projekte verzögert, fallen auch Arbeitsplätze, Materialbestellungen und Einkommen später an.

Die schwachen staatlichen Ausgaben trugen bereits zum geringen Wirtschaftswachstum im ersten Quartal bei. Wirtschaftsplaner erklärten, die philippinische Wirtschaft hätte deutlich stärker wachsen können, wenn die vorgesehenen staatlichen Mittel planmäßig ausgegeben worden wären.

Das Infrastrukturprogramm der Regierung trägt inzwischen den Namen Build Better More. Es knüpft an das unter Präsident Rodrigo Duterte eingeführte Build, Build, Build an.

Der aktuelle Einbruch bedeutet nicht, dass sämtliche Großprojekte eingestellt wurden. Er zeigt jedoch, dass politische Ankündigungen, bewilligte Haushaltsmittel und tatsächlich ausgezahlte Bauausgaben drei unterschiedliche Größen sind.

Bereits Anfang 2026 hatte die Regierung ihr Ziel für die öffentlichen Infrastrukturausgaben auf etwa 4,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts beziehungsweise ungefähr 1,3 Billionen Peso abgesenkt. Zuvor hatte sie für die kommenden Jahre regelmäßig einen Anteil von fünf bis sechs Prozent angestrebt.

Die Regierung versucht inzwischen, die Umsetzung wieder zu beschleunigen. Das Budgetministerium gab im April zusätzliche 46,22 Milliarden Peso für 1.743 Projekte des Department of Public Works and Highways in allen 17 Regionen frei.

Freigegebene Mittel führen aber nicht sofort zu Ausgaben. Projekte müssen ausgeschrieben, Aufträge vergeben, Baustellen eingerichtet und nachgewiesene Bauleistungen abgerechnet werden.

Der Versuch, Infrastruktur schneller umzusetzen, steht deshalb in einem Spannungsverhältnis zu den verschärften Kontrollen nach dem Hochwasserschutzskandal.

Eine Rückkehr zu schnelleren Zahlungen darf nicht bedeuten, dass Prüfungen wieder oberflächlich werden. Umgekehrt darf die Korruptionsbekämpfung nicht zu einer allgemeinen Blockade regulärer Projekte führen.

Entscheidend ist daher, ob die Regierung Verfahren entwickeln kann, die Baufortschritte zuverlässig kontrollieren und korrekte Rechnungen trotzdem rechtzeitig bezahlen.

Für eine abschließende Bewertung des Jahres 2026 sind die Zahlen ab Mai besonders wichtig. Erst sie werden zeigen, ob der Einbruch hauptsächlich eine Verzögerung zu Jahresbeginn war oder ob Marcos’ Infrastrukturprogramm sein Jahresziel deutlich verfehlt. – Quelle: Department of Budget and Management, nationale Ausgabenberichte bis April 2026 / RM

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