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Manila

ARD: Wo Angst Duterte nicht mehr hilft

Manila – Holger Senzel vom ARD-Studio Singapur, hat den Artikel “Wo Angst Duterte nicht mehr hilft” verfasst und schrieb. – klajoo.com – In einem Jahr endet die Amtszeit des philippinischen Präsidenten Duterte, nochmal antreten darf er nicht.

Sein brutaler Anti-Drogen-Krieg machte ihn lange Zeit populär, doch das ändert sich in der Pandemie. Rodrigo Duterte wollte die Millionen Drogensüchtigen auf den Philippinen abschlachten, sagte der Präsident einer der größten Demokratien Südostasiens einmal in einer öffentlichen Ansprache.

Duterte bedachte den US-Präsidenten, die Vereinten Nationen und China mit wüsten Drohungen. Er beschimpfte – in einem überwiegend katholischen Land, den Papst als Hurensohn.

Duterte beginnt seine Tiraden auf Englisch, aber wenn er sich in Rage redet, wechselt er mitten im Satz ins Tagalog, die Sprache der Philippinen. Seine Ausfälle lösen international regelmäßig große Empörung aus, zuweilen sogar diplomatische Verwicklungen. Die Mehrheit der Filipinos aber stellt dem scheidenden Präsidenten nach fünf Jahren ein gutes Zeugnis aus. Seine Präsidentschaft kennt letztlich nur ein Thema, den Kampf gegen Drogen. Er wolle die Bucht von Manila mit dem Blut von Kriminellen füllen, hatte der bis dahin weitgehend unbekannte Lokalpolitiker unter dem Jubel der Masse in einer Wahlkampfrede vor der Präsidentschaftswahl 2016 versprochen.

Geschätzt drei Millionen Philippiner waren damals süchtig. Shabu, eine billige chemische Droge, wurde selbst in abgelegenen Dörfern verkauft. In Manila beherrschten Dealerbanden ganze Stadtviertel, No-Go-Areas selbst für Polizei, Eltern taten vor Angst kein Auge zu, wenn ihre Kinder nachts ausgingen. Der philippinische Präsident pöbelt gegen die EU und gibt an, wie begeistert Trump von seiner Politik sei.

Duterte versprach, das Land sicherzumachen und wurde gewählt. Dann ließ er die Hunde von der Kette. Schwerbewaffnete Polizeieinheiten durchkämmten die Elendsviertel, nahmen fest, durchsuchten und schüchterten ein. “Wenn ihr schießen müsst, dann schießt sie tot”, rief er seinen Polizisten zu, und das taten die dann auch. Mehr als 7.000 Menschen starben durch Polizeikugeln, oft mit erhobenen Händen, wie Videos zeigen. Unterstützt wurden die Sicherheitskräfte von privaten Todesschwadronen, die mutmaßliche Dealer, Süchtige oder gänzlich Unbeteiligte von Motorrädern aus vor ihrem Zuhause erschießen.

In vielen Hütten entlang der engen Gänge in den Armenvierteln sah man Mütter, Kinder und Ehefrauen vor Särgen weinen und um Spenden betteln, weil sie die Beerdigung nicht bezahlen konnten. Tausende Dealer stellten sich freiwillig, weil sie lieber ins Gefängnis gingen, als von der Polizei erschossen zu werden.

Duterte hat das Drogenproblem nicht gelöst, aber er hat es von den Straßen gekehrt. Natürlich rümpfen sie gerade in gebildeten Kreisen die Nase über den ungehobelten Bauerntölpel. Seine peinlichen Pöbeleien, das Macho-Gehabe, die Gewalt. Aber die Menschen sehen eben auch, dass ihre Städte sicherer geworden sind. Das die Kinder auf dem Schulweg nicht mehr von Dealern angesprochen werden. Vor allem in Davao lieben sie Duterte geradezu. In der Großstadt auf der südphilippinischen Insel Mindanao war Duterte 20 Jahre lang Bürgermeister. Davao galt als Hauptstadt der Mörder, dann räumte Duterte auf. Mit einem Motorrad und einer Waffe sei er durch die Straßen gefahren, um Kriminelle zu erschießen, brüstete er sich später. Um seinen Polizisten zu zeigen: “Wenn ich das kann, dann könnt ihr das auch.” Auch hier waren Todesschwadronen im Einsatz für die Staatsgewalt. Aber seitdem räumt Davao einen Preis nach dem anderen ab: grünste Stadt, sicherste Stadt, geschlechterfreundlichste oder kinderfreundlichste Stadt. So führt er zumindest das Land.

Ein schlitzohriger Kumpeltyp, der sich kümmert. Früher etwa prallten die Menschen an einer arroganten Verwaltung ab, heute gibt es Bürgertelefone. Das ändert zwar nichts an dem katastrophalen Behördensumpf, der Korruption, der maroden Infrastruktur, dem verrotteten Gesundheitssystem, der dysfunktionalen Justiz und vor allem, der Armut. Nichtsdestoweniger führt es dazu, dass die Menschen sich ernster genommen fühlen von ihrer Regierung.

Duterte ließ seine entschiedenste Kritikerin, Senatorin Leila de Lima, wegen fragwürdiger Drogenvorwürfe verhaften. Der größte kritische Fernsehsender ABS-CBN wurde wegen angeblichen Lizenzverstößen geschlossen.

Unterdessen fließt auf den Straßen philippinischer Städte weiter Blut. Nicht nur von vermeintlichen Dealern, Süchtigen und Zufallsopfern. Sondern auch von Journalisten, die kritisch über Polizeigewalt berichten oder sich Unternehmer zum Feind gemacht haben. Auftragsmörder sind in dem armen Land billigt, gefasst werden die Täter so gut wie nie. Viele Reporter tragen eine Waffe und wechseln täglich den Arbeitsweg. Der Presseclub Manila bietet Schießkurse für Journalisten an.

Auf die COVID-19 Pandemie reagierte Duterte mit gewohnten Mitteln, er schickte Polizisten in die Armenviertel und drohte jenen, die sich nicht an die Regeln hielten, mit Erschießung. Die Zahlen steigen bis heute dramatisch, nur zehn Prozent der Bevölkerung sind geimpft, es gibt nicht genug Serum. Der Großraum Manila ging gerade wieder in einen neuen, harten Lockdown.

Die Arbeitslosigkeit stieg auf über 45 Prozent. Da es kein funktionierendes Sozialversicherungssystem gibt, heißt das für viele Armut und Hunger. Damit wächst erstmals auch die Unzufriedenheit an ihrem Präsidenten stärker.

Wer immer Rodrigo Dutertes Nachfolge antritt im kommenden Jahr, übernimmt ein schweres Erbe. (ARD/KR)

11 Comments

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    • und was daran falsch? alles ist so wie beschrieben..es ist nicht im artikel zu lesen war nicht der wahrheit entspricht ob ins negative wie auch ins positive mit “Nichtsdestoweniger führt es dazu, dass die Menschen sich ernster genommen fühlen von ihrer Regierung.”

  • Lieber Herr Senzel,
    Ihr Artikel ist sehr reisserich und einseitig geschrieben. Wenn ich nur schon lese von Blut uberströmten strassen. Es wäre immer gut zwei unterschiedliche Meinungen zu hören. Sie scheinen sich sehr an einer Mediengruppe zu orientieren, welche die Korruption unterstützen. Denken sie im ernst, dass es die schuld von Duterte ist, dass die Arbeitslosenquote gestiegen ist??? Haben sie die covid kriese in Asien mitbekommen? Habe in ihrem Bericht nichts über den Kampf gegen die Korruption gelesen. Warum genau wurde Abs-cbn geschlossen? Dann würde ich Ihnen auch einen Tipp geben und den Fall Leila deLima genau zu recherchieren, sie werden überrascht sein. Naja, ich weiß, es wird sie nicht interesieren, da sich ihr Artikel sicher besser verkauft, aber ich finde es traurig, wenn so einseitig berichtet wird aufgrund von einseitigen Informationen.

    • Wenn ich nur schon lese von Blut uberströmten strassen. Es wäre immer gut zwei unterschiedliche Meinungen zu hören…bilder brauchen eine zweite meinung? bilder sagen mehr als worte… Dann würde ich Ihnen auch einen Tipp geben und den Fall Leila deLima genau zu recherchieren..welchen tip? bis heute ist es zu keiner anklage gekommen. fragen sie sich mal warum nach so langer zeit. ich würde ja sagen ja sie ist korrupt wenn mal was bewiesen sein würde..ist es aber bis heute nicht. warum wurde abs-cbn denn geschlossen? hmm? bis heute wurde ohne grund die lizens nicht verlängert. die einzige EINSEITIGE berichterstattung sehe ich wenn ich lese was manche leute hier von sich geben..ich ich weiß von welchen seiten,,bzw gruppen solche fehlinfos kommen und dann aber unabhänginge reporter auf einmal links..kommunistisch etc sind..

  • Schon die Überschrift von diesem angebliche Report ist gelogen .Zitat :” nochmal antreten darf er nicht” .Duterte will nicht mehr antreten, das hat er immer kundgetan . Daran erkennt man wie schlecht dieser Reporter recherchiert hat, wenn überhaupt. Denn ich sehe hier nur Hetze die gegen „ unseren Präsidenten“ auch im Namen des ARD geht. Ich schäme mich für diese Aussagen als Deutscher. In Deutschland kriegt man auch nichts auf die Reihe , weder die Pandemie noch die zahlreichen Flüchtlinge die unsere Frauen dahin schlachten und dann diese Aussagen. Kein philippinischer Reporter berichtet so herablassend und anmaßend über unser Land. Klar, Duterte hatte Anfangsschwierigkeiten im Kampf gegen die Drogen, aber das hat sich nach kurzer Zeit so eingestellt, das jetzt die meisten Drogendealer nur noch, wenn sie sich wehren und die Polzisten in Gefahr sind und um Ihr Leben bangen müssen, geschossen wird. Die meisten sind schon im Gefängnis, große Drogen Bosse der verschiedensten Kartelle sitzen ein dazu gehörte Dragon Parojinog und einige sind schon dort gestorben, weil Ihnen der Luxus fehlte und sie es nicht gewohnt waren, so eingesperrt zu leben. Vor kurzem wurden noch Drogen in Höhe einer halben Milliarde sichergestellt, nachzulesen in Klajoo . Alte Kamellen werden in dem Bericht aufgewärmt und ich bin mit Duterte im Einklang wenn er auf dem Papst schimpft, der keine Kondome duldet, aber andererseits auch in einer Ansprache in einem Gottesdienst in Cebu sagte: „ vermehrt Euch nicht wie die Karnickel“ . Natürlich ist er etwas burschikos in seinen Aussagen , aber er hat viel positives für sein Volk gemacht und umgesetzt, Arme können sich jetzt in Krankenhäuser kostenlos behandeln lassen , Studenten aus der armen Bevölkerung haben Laptops für ihre Studiumzwecke bekommen, Fischer die Ihre Boote verloren hatten, bei Stürmen bekamen neue Boote damit sie Ihre Familien ernähren können. Es wurden die Löhne der Lehrer erhöht , der Polizisten und der Soldaten. Tausende Hektar Land wurde an Landwirte verteilt mit den passenden Maschinen dazu. ( kleiner Ausschnitt ) Die Vorgänger haben versagt und nicht Duterte, die haben sich die Taschen voll gemacht und das Land immer weiter verschuldet. Jetzt kann man nur hoffen das ein würdiger Nachfolger das Amt übernimmt, vielleicht sogar mit Duterte als Vize . Einige Drogendealer die auch nach Singapur geflüchtet sind warten leider darauf wieder Ihr Geschäft auf den Philippinen zu eröffnen. Hoffentlich wird das nicht passieren. Duterte ist nicht gescheitert , er sagte einmal sinngemäß „ ich komme nicht gegen diese korrupten Kollegenbeamten an „ . In der Pandemie musste er Viele verhaften lassen, die Gelder und Essen unterschlagen hatten . Den Namen des Verfassers sollte man sich merken Holger Senzel, sitzt in Singapur und das ARD sollte sich schämen so einen einseitigen Bericht einfach so zu übernehmen. Der trägt bestimmt nicht zur Völkerverständigung bei.

    • Schon die Überschrift von diesem angebliche Report ist gelogen .Zitat :” nochmal antreten darf er nicht”

      Amtszeit 6 Jahre (keine Wiederwahl möglich)..philippinische gesetze..also was dann an der überschrift falsch? Denn ich sehe hier nur Hetze die gegen „ unseren Präsidenten“..sie reden deutsch? sie sind deutscher? ihr präsident? bitte pass abgeben dann..danke.

  • Alle Deutschen, die hier auf den Philippinen leben, können die Realität von dem, was in deutschen Medien über Duterte geschrieben wird, gut unterscheiden. Da muss man wohl annehmen, das vieles in den Nachrichten nicht der Wahrheit entspricht.

    • bin deutscher..lebe hier und da..und kann vielen teiles des berichts zustimmen nur..nur was man nicht zustimmen kann sind die leute hier in den kommentaren die einzig einseitig sind..nationalistisch..antideutsch..es stimmt über die leichen..über den lizensentug.von den reporten über die drogensütigen bis hin zu seinen tiraden..die btw im fernsehen zu sehen sind oder sollen die gefaked sein? wer natürlich irgendwo weit ab der leute lebt aufm land und seine infos selbst nur aus facebook gruppen hat hat eben immernoch keine ahnung wie es zb in manila aussieht wo wirklich ein rießiger teil des dortlebenden menschen lebt.

  • Als Duterte Präsident wurde und das Drogen- Korruptionsproblem anging, waren wir von ihm begeistert, wie auch die meisten Pinoys. Ohne “under the table” schnell und fast problemlos alles in den Behörden zu erledigen, war ein Segen, toll auch das er die immense Umweltverschmutzung, sowie die wilde Bebauung (u.a. Boracay) bekämpfte. Aber was seit dieser PLANdemie in dem Land abgeht, ist fast unvorstellbar, bei 35 Grad Maulkorb plus Faceshield, Quarantäne, täglich wechselnde Verordnungen, Verbote, gestrandete OFW in den Flughäfen, Mal Visa dann wieder nicht, dann 14 Tage dann 7 Tage Quarantäne Hotel usw. für mich Schikanen. Das schlimmste ist allerdings, dass sich die Menschen nicht mehr trauen in ein Krankenhaus zu gehen, sie sagen das man nur noch durch den Schornstein wieder rauskommt. Als angeblicher Corona Toter sofort verbrannt. Duterte ist mittlerweile mehr als nur unbeliebt. Er hat den Spitznamen: KingKoy im Malacañang

  • Aber ich weiß meine kritischen Kommentare werden nicht freigegeben, danke an die rechte Übernahme einer neutralen Nachrichtenseite, aber andere sind die schlimmen. TOP