MANILA – Russland wirbt für engere Handelsbeziehungen mit den Philippinen und möchte mögliche Gespräche über ein Freihandelsabkommen auf die Agenda der bilateralen Wirtschaftskommission setzen. – klajoo.com – Nach Medienberichten äußerte der russische Handelsvertreter Artyom Tsinamdzgvrishvili die Hoffnung, dass während des nächsten Treffens erste Schritte zur Prüfung eines solchen Abkommens eingeleitet werden könnten. Die fünfte Sitzung der Joint Commission on Trade and Economic Cooperation (JCTEC) ist für den 24. und 25. November in Manila angekündigt.
Genannt werden vor allem philippinische Agrarprodukte und Elektronik. Russische Abnehmer könnten sich unter anderem für Bananen, Mangoerzeugnisse, Ananas und elektronische Komponenten interessieren. Russland bietet seinerseits Industrieprodukte und Rohstoffe an. Solche Interessensbekundungen sind jedoch von verhandelten Zollvorteilen, verbindlichen Importaufträgen oder tatsächlich gestiegenen Ausfuhren zu unterscheiden.
Dass die beiden Regierungen miteinander sprechen, ist nicht neu. Bereits bei ihrem Treffen im Juni in Kasan hatten Präsident Ferdinand Marcos Jr. und Russlands Präsident Wladimir Putin zusätzliche wirtschaftliche Kooperationsfelder angesprochen. Die philippinische Regierung nannte damals unter anderem Energieversorgung, Landwirtschaft, Düngemittel und neue Technologien. Die geplante Wirtschaftskommission soll nach der Veranstaltungsankündigung Vertreter von Regierungen und Unternehmen zusammenbringen.
Ein Freihandelsabkommen wäre allerdings ein deutlich größerer Schritt als eine Handelsmission. Dafür müssten beide Seiten klären, welche Waren überhaupt erfasst werden, welche Zölle und nichttarifären Hemmnisse abgebaut werden könnten und welcher staatliche Verhandlungsrahmen vorgesehen ist. Bislang liegt keine bestätigte gemeinsame Ankündigung über formell eröffnete Verhandlungen, einen Vertragsentwurf oder eine Unterzeichnung vor. Die erwähnten Gespräche sind eine russische Absicht, kein bestehendes Ergebnis.
Hinzu kommen praktische und politische Hürden. Unternehmen müssten unter anderem Zahlungsabwicklung, Sanktionen, Transportwege, Warenstandards und Versicherungen prüfen. Für die Philippinen stellt sich zugleich die Frage, wie ein stärkerer Handel mit Russland mit anderen bestehenden und verhandelten Wirtschaftsbeziehungen zusammenpasst. Dass ein Produkt gefragt ist, bedeutet noch nicht, dass sich ein Geschäft unter realen Kosten- und Compliancebedingungen lohnt.
Nachrichtenwert hat nun vor allem der nächste überprüfbare Schritt: Wird das Thema Freihandel im November tatsächlich als offizieller Tagesordnungspunkt behandelt? Ein gemeinsames Kommuniqué, benannte Verhandlungsführer oder konkrete Vereinbarungen mit Unternehmen wären deutlich belastbarer als weitere allgemeine Wachstumsankündigungen. – RM
Quellen:
- Russia–Philippines Joint Commission on Trade and Economic Cooperation: JCTEC 2026, Manila, 24.–25. November 2026
- Presidential Communications Office: PBBM highlights huge potential of Philippine–Russia trade, economic cooperation (18. Juni 2026)
- Philippine Information Agency: Marcos, Putin discuss trade, energy and food security (22. Juni 2026)
- Traders Union unter Bezugnahme auf BusinessWorld: Russia seeks exploratory FTA talks with the Philippines (25. Oktober 2026)







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