MANILA – Bei Schulverpflegungsmaßnahmen für bedürftige Kinder hat die philippinische Rechnungsprüfungsbehörde Commission on Audit (COA) erhebliche organisatorische Mängel festgestellt. – klajoo.com – Nach einem am 13. Oktober veröffentlichten Bericht über Prüfergebnisse für 2025 kam es in neun Regionen zu Verzögerungen zwischen sieben und 304 Tagen. Betroffen waren Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 681,34 Millionen PHP, umgerechnet rund 9,7 Millionen EUR. Diese Summe bezeichnet den Wert der beanstandeten Maßnahmen, nicht nachgewiesen verschwundenes Geld.
Die deutlichsten finanziellen Auswirkungen wurden für CALABARZON gemeldet. Dort betrafen die Feststellungen Projekte im Wert von 283,98 Millionen PHP, bei denen sich die Umsetzung durch verspätete Beschaffung um 63 bis 83 Tage verzögerte. In der Ilocos-Region waren Maßnahmen über 161,39 Millionen PHP betroffen, in Bicol über 102,62 Millionen PHP. Für Central Luzon nennt der Bericht 70,90 Millionen PHP und Probleme bei der rechtzeitigen Genehmigung von Speiseplänen.
Besonders lange Verzögerungen meldeten die Prüfer aus MIMAROPA. Dort waren Maßnahmen über 37,27 Millionen PHP betroffen, die sich teils um 90 bis 304 Tage verzögerten. Genannt werden verspätete Beschaffung, verzögerte Mittelbewilligungen, langsame Vereinbarungen mit staatlichen Einrichtungen der Milchversorgung und Probleme bei der Lieferplanung. Auch Eastern Visayas und Cagayan Valley wurden aufgeführt. In der Cordillera-Region und auf der Zamboanga-Halbinsel gab es weitere Liefer- und Terminprobleme.
Das Programm richtet sich insbesondere an unterernährte Kinder öffentlicher Schulen. Es soll ihnen über einen längeren Zeitraum ergänzende, nährstoffreiche Mahlzeiten bieten. Verspätungen können deshalb mehr bedeuten als einen Verwaltungsfehler: Wenn die Verpflegung nicht zur vorgesehenen Zeit ankommt, wird das Ziel einer regelmäßigen Unterstützung der betroffenen Kinder verfehlt. Die Rechnungsprüfer warnten entsprechend vor Risiken für die rechtzeitige und ausreichende Ernährungsversorgung.
Neben den Terminen kritisierte COA nach dem vorliegenden Bericht mangelhafte Lebensmittellagerung, fehlende Prüfunterlagen, unvollständige Lieferdokumentationen und Unregelmäßigkeiten bei vertraglichen Zahlungen. In Central Luzon wurde auch eine Untersuchung fehlender Lebensmittel empfohlen. Einzelne Feststellungen können auf Kontrollversagen hinweisen; nicht jede Abweichung bedeutet jedoch bereits Betrug oder Unterschlagung.
Die Rechnungsprüfer verlangten bessere Planung, schnellere Beschaffungsverfahren, verlässlichere Kontrollen und Vorsorge für Unterbrechungen, etwa bei wetterbedingten Schulschließungen. Nach dem Bericht erklärten die betroffenen Regionalstellen, sie wollten die Empfehlungen umsetzen. Ob die Maßnahmen inzwischen zu einer messbaren Verbesserung geführt haben, ist damit noch nicht festgestellt.
Die Ergebnisse werfen eine über den Einzelfall hinausgehende Frage auf: Entscheidend für den Erfolg eines Schulernährungsprogramms ist nicht nur der ausgewiesene Haushalt, sondern ob Lebensmittel rechtzeitig, regelmäßig und in geeigneter Qualität tatsächlich die Kinder erreichen. Ein öffentlicher Nachweis über erreichte Versorgungstage und die Anzahl tatsächlich versorgter Schülerinnen und Schüler würde die Beurteilung deutlich erleichtern. – RM
Quellen:
- Politiko – Angara nganga? DepEd’s ?681M feeding activities hit by delays of up to 304 days, 13. Oktober 2026
- Europäische Zentralbank – Euro foreign exchange reference rates, 12. Oktober 2026







Add Comment