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El Niño könnte Rekordniveau erreichen – Wasserreserven derzeit noch vergleichsweise hoch

MANILA – Der gegenwärtige El Niño dürfte sich in den kommenden Monaten erheblich verstärken. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) erwartet für das Schlussquartal 2026 eine außergewöhnlich hohe Erwärmung des tropischen Pazifiks. – klajoo.com – Auf den Philippinen liegen die Pegel mehrerer großer Stauseen aber derzeit noch vergleichsweise hoch. Zwischen der langfristigen Gefahr und der aktuellen Versorgungslage besteht ein wichtiger Unterschied.

Die WMO geht in ihrer Prognose vom 8. Oktober davon aus, dass der sogenannte Niño-3.4-Index im Durchschnitt der Monate Oktober bis Dezember etwa 3,7 Grad Celsius über dem Bezugswert liegen könnte. Das wäre stärker als der bisherige Vergleichswert von rund 2,6 Grad für November 2015 bis Januar 2016. Der Wert beschreibt eine Meeresoberflächen-Temperaturabweichung in einer definierten Pazifikregion. Er ist weder die erwartete Lufttemperatur auf den Philippinen noch eine Prognose, dass jeder Landesteil um 3,7 Grad wärmer wird.

Ein starker El Niño verändert großräumige Niederschlagsmuster und kann auf den Philippinen die Wahrscheinlichkeit längerer Trockenphasen erhöhen. Risiken bestehen für landwirtschaftliche Bewässerung, Trinkwasserversorgung, Ernteerträge und wasserabhängige Teile der Energieversorgung. Wie stark einzelne Provinzen betroffen sein werden, hängt aber von tatsächlichem Regen, Speicherständen, Wasserverbrauch und örtlicher Infrastruktur ab.

Für den Angat-Staudamm nannte die Wetterbehörde PAGASA am 12. Oktober um 8 Uhr einen Wasserstand von 208,29 Metern. Der normale Höchstwasserstand beträgt 210 Meter; die veröffentlichte Regelkurve für diesen Zeitpunkt lag bei 190,25 Metern. Der Speicher liegt damit deutlich über dem jahreszeitlichen Vergleichswert. Bereits Anfang Oktober hatte PAGASA darauf hingewiesen, dass die Wasserstände mehrerer wichtiger Stauseen auf Luzon höher seien als während früherer El-Niño-Phasen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die gesamte Wasserversorgung des Landes gesichert wäre. Ein hoher Pegel an einem Staudamm sagt noch nichts über die Füllstände anderer Anlagen, lokale Grundwasserressourcen, den Zustand von Bewässerungssystemen oder mögliche Leitungsprobleme aus. Auch lässt sich aus dem Wasserstand allein nicht berechnen, wie lange ein Vorrat während einer Trockenperiode reicht.

Entscheidend werden deshalb die monatliche Entwicklung der Niederschläge, verlässliche Pegelreihen und behördliche Zuteilungsentscheidungen sein. Besonders aufmerksam zu verfolgen sind Warnschwellen, mögliche Einschränkungen der Bewässerung und regionale Trinkwassermaßnahmen. Ein außergewöhnlich starker El Niño wäre eine ernstzunehmende Belastung, aber die hohen aktuellen Pegel rechtfertigen noch keine Alarmmeldung über einen bereits eingetretenen Wassernotstand. – RM

Quellen:

  • World Meteorological Organization – Sea-surface temperatures reflect strengthening El Niño, 8. Oktober 2026
  • PAGASA – Dam Water Level Update, 12. Oktober 2026
  • DZRH – Luzon dam water levels remain healthy, higher than previous El Niño events — PAGASA, 7. Oktober 2026

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