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Manila

Europäische Firmen wollen auf den Philippinen wachsen – neue Investoren bleiben deutlich zurück

MANILA – Die Philippinen schneiden in der neuen Business-Sentiment-Umfrage des EU-ASEAN Business Council auf den ersten Blick ausgesprochen gut ab: 43 Prozent der befragten europäischen Unternehmensvertreter planen, ihre Geschäfte oder Investitionen auf den Philippinen in den kommenden fünf Jahren auszuweiten. – klajoo.com – Damit liegt das Land nur knapp hinter Singapur mit 44 Prozent und gehört zu den sechs wichtigsten Expansionsmärkten in ASEAN.

Der zweite Blick zeigt jedoch eine deutliche Schwäche. Unter den Unternehmen, die derzeit noch nicht auf den Philippinen tätig sind, erwägen nur acht Prozent einen Markteintritt. Vietnam kommt in dieser Gruppe auf 34 Prozent, Indonesien auf 32 Prozent und Malaysia sowie Thailand jeweils auf 20 Prozent.

Das bedeutet: Die Philippinen überzeugen offenbar einen beträchtlichen Teil der Unternehmen, die den Markt bereits kennen und dort tätig sind. Gleichzeitig gelingt es deutlich schlechter, bislang nicht vertretene europäische Firmen zu einem Einstieg zu bewegen.

Rund 66 Prozent der Umfrageteilnehmer sind bereits auf den Philippinen aktiv. Dadurch ist die hohe Expansionsquote von 43 Prozent nicht mit 43 Prozent neuen Investoren gleichzusetzen. Sie beschreibt vor allem zusätzliche Pläne bestehender Marktteilnehmer.

Für die Standortpolitik ist dieser Unterschied wichtig. Ein Land kann bestehende Unternehmen erfolgreich halten und wachsen lassen, gleichzeitig aber beim Wettbewerb um neue Investoren zurückfallen. Gründe dafür nennt die Philippinen-Auswertung nicht isoliert. Die regionale Umfrage zeigt jedoch, dass europäische Firmen in ASEAN vor allem regulatorische Fragmentierung, nichttarifäre Handelshemmnisse und ineffiziente Zollverfahren als Hindernisse sehen.

Insgesamt bleibt ASEAN für europäische Unternehmen attraktiv. 78 Prozent der rund 150 befragten Führungskräfte erwarten in den nächsten fünf Jahren steigenden Handel und Investitionen in der Region, 61 Prozent sehen ASEAN als Region mit den besten wirtschaftlichen Chancen. Gleichzeitig geben 81 Prozent an, dass die Unsicherheit über die US-Zollpolitik ihr Vertrauen zumindest teilweise geschwächt hat.

Für die Philippinen kommt hinzu, dass die Freihandelsverhandlungen mit der Europäischen Union weiterlaufen. Der EU-ASEAN Business Council verweist darauf, dass sowohl die Philippinen als auch Thailand einen Abschluss der Verhandlungen bis Ende 2026 anstreben. Ein Abkommen könnte gerade für neue Unternehmen Marktzugang und Planbarkeit verbessern – garantiert aber allein noch keinen Investitionsschub.

Die Umfrage ist keine Vollerhebung aller europäischen Unternehmen. Sie wurde zwischen April und Juli 2026 online durchgeführt und umfasst rund 150 europäische Unternehmensvertreter in ASEAN. Die Ergebnisse zeigen deshalb Stimmung und Investitionsabsichten der teilnehmenden Firmen, nicht bereits zugesagte Investitionssummen. – RM

Quellen:

  • EU-ASEAN Business Council – Business Sentiment Survey 2026
  • EU-ASEAN Business Council – 12th Business Sentiment Survey 2026, Vollbericht
  • BusinessMirror – EU firms see PHL potential, but…

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