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Visayas: Verbraucher zahlen mehr für Stromreserven – Abgeordnete verlangen Prüfung der tatsächlich verfügbaren Leistung

MANILA / VISAYAS – Nach wiederholten Red Alerts im Stromnetz der Visayas verlangen Abgeordnete eine Untersuchung der Kosten und der tatsächlichen Verfügbarkeit sogenannter Ancillary Services. Mit House Resolution 1430 soll der Energieausschuss des Repräsentantenhauses prüfen, welche Reserveleistung bezahlt, vorgehalten und im Ernstfall tatsächlich bereitgestellt wurde.

Ancillary Services sind zusätzliche Leistungen, mit denen Netzfrequenz und Stabilität gesichert und unerwartete Kraftwerksausfälle abgefedert werden sollen. Die Kosten werden über die Stromrechnung an Verbraucher weitergegeben. Landesweit stieg der entsprechende Tarif im Abrechnungszeitraum Juli von 0,7941 auf 1,0391 Peso je Kilowattstunde – ein Plus von 30,85 Prozent, das sich in den Rechnungen des Folgemonats niederschlug.

Der politische Vorstoß setzt genau an diesem Widerspruch an: Verbraucher zahlen mehr für Reserven, während das Visayas-Netz gleichzeitig wiederholt in Red-Alert-Situationen geriet. Am 8. Juli waren nach den vorliegenden Angaben 1.092,8 Megawatt Kraftwerksleistung nicht verfügbar. In Teilen von Cebu, Mactan, Aklan, Antique, Bohol, Capiz, Guimaras und Iloilo kam es zu manuellen Lastabschaltungen. Am 26. August fehlten erneut 938,9 Megawatt Erzeugungsleistung.

Die Abgeordneten wollen deshalb für die Visayas monatlich aufgeschlüsselt wissen, wie viel Reserveleistung vorgeschrieben, beschafft, verfügbar, eingeplant und tatsächlich abgerufen wurde. Zusätzlich sollen Zahlungen an einzelne Anbieter sowie mögliche Vertragsstrafen bei Nichtleistung offengelegt werden. Auch mögliche Rückerstattungen an Verbraucher stehen im Raum, falls sich herausstellen sollte, dass bezahlte Leistungen vertraglich geschuldet, aber nicht erbracht wurden.

Wichtig ist die Trennung zwischen Verdacht und Ergebnis: Die Resolution beweist weder eine Überberechnung noch, dass Reserveanbieter ihre Pflichten verletzt haben. Sie verlangt zunächst Daten, mit denen sich genau diese Fragen überprüfen lassen. Gerade deshalb ist die Untersuchung relevant, weil ein hoher Reservepreis allein noch nichts darüber sagt, ob die technische Reserve im entscheidenden Moment tatsächlich verfügbar war.

Die Resolution nimmt außerdem den Ausbau des Netzes und neuer Erzeugungs- und Speicheranlagen in den Blick. Genannt werden unter anderem der Cebu-Negros-Panay-Backbone sowie die Einschränkung von Solarstrom auf Negros. Damit verbindet sich die kurzfristige Frage nach bezahlter Reserveleistung mit dem strukturellen Problem, dass die Visayas bei Ausfällen einzelner größerer Kraftwerksblöcke weiterhin nur geringe Sicherheitsmargen haben.

Für Stromkunden wäre eine transparente Aufschlüsselung besonders wertvoll: Sie könnte zeigen, welcher Anteil der steigenden Rechnung tatsächlich für verfügbare Sicherheit im Netz gezahlt wird und welcher Teil auf Verträge entfällt, deren Leistung im Krisenfall eingeschränkt war. Erst mit diesen Daten lässt sich beurteilen, ob die höheren Kosten gerechtfertigt sind oder Korrekturen notwendig werden. – RM

Quellen:

  • Philippine News Agency – House probe sought on Visayas reserve power charges amid red alerts
  • Philstar.com – Probe sought on reserve power charges billed to Visayas consumers amid recurring red alerts
  • DigiCast Negros – Javi, 11 other reps seek House probe of reserve charges paid by Visayas consumers

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