MANILA – Die philippinische Regierung will die Infrastruktur für künstliche Intelligenz bis 2033 massiv ausbauen. – klajoo.com – Der neue Philippines AI+ Infrastructure Masterplan 2026–2033 sieht vor, die für KI ausgelegte Rechenzentrumskapazität von derzeit rund 50 Megawatt auf 1,5 Gigawatt zu erhöhen. Das wäre das Dreißigfache des heutigen Ausgangswerts.
Für den Ausbau veranschlagt der Masterplan Investitionen von 34,4 Milliarden US-Dollar, derzeit rund 29,6 Milliarden Euro. Davon sollen rund 39 Prozent aus öffentlichen und etwa 61 Prozent aus privaten Mitteln kommen. Bis 2030 ist zunächst eine Kapazität von ungefähr 400 Megawatt vorgesehen, bevor der Ausbau in den folgenden Jahren deutlich beschleunigt werden soll.
Als zentrale Infrastrukturkorridore nennt der Plan Clark-Bataan und Batangas-Aurora. Subic und Calabarzon sollen zusätzliche Standorte bilden. Für eine spätere regionale Ausweitung werden Cebu, Iloilo, Davao und Cagayan de Oro genannt. Damit soll die Rechenzentrumslandschaft langfristig weniger stark auf Luzon konzentriert werden.
Die Regierung verbindet damit sehr große wirtschaftliche Erwartungen. Der Plan nennt mehr als 500.000 mögliche KI-bezogene Arbeitsplätze, weitere 175.000 Stellen im Infrastrukturbereich und eine mögliche zusätzliche Wirtschaftsleistung von zehn bis zwölf Prozent. Für die rund 1,3 Millionen Beschäftigten der IT-BPM-Branche ist eine umfangreiche Weiterbildung vorgesehen. Diese Zahlen sind Ziel- und Modellannahmen des Masterplans – keine bereits gesicherten Ergebnisse.
Der zweite Blick fällt auf die physische Infrastruktur. Eine Rechenzentrumskapazität von 1,5 Gigawatt bedeutet eine sehr große kontinuierliche Stromnachfrage. Schon heute kämpfen einzelne philippinische Netze zeitweise mit geringen Reserven, Kraftwerksausfällen und Red Alerts. Neue Rechenzentren benötigen außerdem leistungsfähige Netzanbindungen, Kühlung, Wasser beziehungsweise alternative Kühlsysteme sowie sichere Notstrom- und Datennetze.
Damit wird die Frage entscheidend, wo zusätzliche Energie tatsächlich herkommen soll. Ein Datenzentrum kann zwar vertraglich erneuerbaren Strom einkaufen oder eigene Speicherlösungen aufbauen; physisch muss die Leistung trotzdem im jeweiligen Netz verfügbar und transportierbar sein. Besonders bei den geplanten Regionalstandorten in den Visayas und Mindanao dürfen deshalb Rechenzentrumsausbau und Energieplanung nicht getrennt betrachtet werden.
Als Standortvorteile nennt die Regierung unter anderem 21 internationale Unterseekabel, eine Mobilfunkabdeckung von mehr als 95 Prozent und die große IT-BPM-Arbeitnehmerschaft. Gegenüber etablierten Datenzentrumsstandorten in Singapur, Malaysia oder Indonesien müssen die Philippinen jedoch zusätzlich Zuverlässigkeit, Energiepreise, Genehmigungsverfahren und Katastrophenresilienz überzeugend lösen.
Der Masterplan ist deshalb vor allem eine Entwicklungsrichtung. Ob aus 50 Megawatt tatsächlich 1,5 Gigawatt werden, hängt nicht nur davon ab, ob internationale Betreiber investieren wollen. Entscheidend ist, ob Stromerzeugung, Übertragungsnetze, Glasfaser, Grundstücke, Kühlung und Fachkräfte gleichzeitig schnell genug mitwachsen. – RM
Quellen:
- Philippine News Agency – PH unveils USD34.4-B AI infrastructure masterplan through 2033
- Department of Information and Communications Technology – Philippines AI+ Infrastructure Masterplan 2026–2033







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