MINDANAO – Die Vatikan-Präfektin Simona Brambilla hat katholische Ordensgemeinschaften auf den Philippinen dazu aufgerufen, sich stärker als Friedensstifter in gesellschaftliche Konflikte einzubringen. – klajoo.com – Brambilla, Präfektin des Dikasteriums für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, richtete ihre Botschaft per Video an die zweite nationale Konferenz der Ordensoberen auf den Philippinen in Zamboanga City.
An dem Treffen vom 1. bis 5. September nahmen 233 Vertreter von Ordensgemeinschaften und Missionsorganisationen teil. Die Konferenz beschäftigte sich nicht nur mit innerkirchlichen Fragen. Auf der Tagesordnung standen auch die politische Lage auf den Philippinen, Umwelt- und Landkonflikte, die Rechte indigener Gemeinschaften, interreligiöser Dialog und konkrete Friedensarbeit.
Brambilla verband ihren Aufruf mit dem Leitbild eines ‘unbewaffneten und entwaffnenden’ Friedens. In Zamboanga ist das mehr als eine abstrakte kirchliche Formel: Die Stadt und die umliegenden Gebiete sind seit Jahrzehnten von muslimisch-christlichem Zusammenleben, früheren bewaffneten Konflikten, Vertreibung und Friedensinitiativen geprägt. Interreligiöse Zusammenarbeit gehört deshalb zu den praktischen Aufgaben zahlreicher kirchlicher und zivilgesellschaftlicher Organisationen in der Region.
Nach Abschluss der Konferenz wurde die Position der Teilnehmer noch politischer. In einer am 6. September veröffentlichten Abschlusserklärung wandten sich die beteiligten Ordensgemeinschaften gegen Desinformation, Korruption, politische Eigeninteressen und verfestigte politische Dynastien. Nach Angaben der vatikanischen Nachrichtenagentur Fides repräsentierten die 233 Teilnehmer 159 Ordensgemeinschaften. Sie nannten außerdem Armut, Ungleichheit, zerstörerischen Bergbau, Menschenhandel, Vertreibung, Naturkatastrophen und bewaffnete Konflikte als gesellschaftliche Herausforderungen.
Damit blieb die Konferenz nicht bei einem allgemeinen Friedensappell. Die Ordensgemeinschaften verbanden religiöse Friedensarbeit ausdrücklich mit Fragen von Regierungsführung, sozialer Gerechtigkeit und dem Schutz besonders betroffener Bevölkerungsgruppen. Das ist eine kirchliche Position und keine staatliche Bewertung – politisch relevant ist sie dennoch, weil katholische Orden auf den Philippinen in Schulen, Krankenhäusern, Sozialarbeit, Menschenrechtsarbeit und in vielen abgelegenen Gemeinden stark vertreten sind. – RM
Quellen:
- Vatican News – Suor Brambilla ai religiosi filippini: siate profeti di pace disarmati e disarmanti
- Agenzia Fides – Consecrated men and women: Gospel witness and the fight against corruption
- LiCAS.news / CBCP News – Vatican official urges religious to bring ‘ointment of peace’ to conflict







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