MANILA – Die Maritime Industry Authority (MARINA) erklärt nach dem jüngsten Cyberangriff auf ihre Systeme für Seefahrerdokumente, dass nach dem bisherigen Untersuchungsstand keine persönlichen Daten abgeflossen seien. – klajoo.com – Gleichzeitig räumt die Behörde erhebliche technische Defizite ein: Die zentrale Infrastruktur stammt im Wesentlichen aus dem Jahr 2017 und wurde bislang nicht umfassend modernisiert.
MARINA hatte die betroffenen Systeme nach mehreren verdächtigen Aktivitäten vorsorglich vom Netz genommen. Die Administratorin Sonia Malaluan erklärte nun, es gebe keinen festgestellten Datenverlust und keine Hinweise darauf, dass persönliche Daten von Seeleuten erlangt worden seien. Damit beantwortet die Behörde eine wichtige offene Frage, die unmittelbar nach dem Angriff noch nicht belastbar geklärt war.
Die Aussage ist allerdings zunächst eine Behördenfeststellung. Für eine abschließende Bewertung wäre wichtig zu wissen, ob eine vollständige externe oder forensische Untersuchung abgeschlossen ist und welche Angriffsspuren geprüft wurden. Die Formulierung „keine Hinweise“ ist deshalb stärker als die ursprüngliche Unsicherheit, aber nicht automatisch dasselbe wie ein technisch unabhängiger Nachweis, dass keinerlei Daten kopiert wurden.
Besonders problematisch ist der Zustand der Infrastruktur. MARINA erklärt, dass die bestehende Technik seit 2017 keinen umfassenden technischen Refresh erhalten habe. Bereits seit 2024 werde dafür Budget beantragt. Für Hardware-Ersatz und Software-Aktualisierungen verlangt die Behörde nun ungefähr 150 Millionen Peso, das sind rund 2,1 Millionen Euro.
Hinzu kommen rund 100 Millionen Peso – rund 1,4 Millionen Euro – für ein eigenes Disaster Recovery System. Ein solches Ausweichsystem soll kritische Dienste übernehmen können, wenn die Hauptinfrastruktur nach einem Cyberangriff oder anderen schweren Störungen ausfällt. MARINA bestätigt, dass eine solche dedizierte Wiederherstellungsumgebung derzeit nicht vorhanden ist.
Insgesamt geht es damit um rund 250 Millionen Peso oder rund 3,5 Millionen Euro. Die Summe ist noch keine bewilligte Ausgabe; MARINA beantragt die Mittel und weist selbst darauf hin, dass sich der Betrag durch Preise und Inflation verändern kann.
Der Angriff macht damit nicht nur die Gefahr eines Datenabflusses sichtbar, sondern auch ein strukturelles Problem: Eine Behörde, deren digitale Systeme für Dokumente tausender philippinischer Seeleute zentral sind, arbeitete ohne sofort verfügbares Disaster-Recovery-System und mit einer seit Jahren nicht grundlegend erneuerten technischen Basis. – RM
Quellen:
- Maritime Industry Authority – To counter cyber threats amid SID/SRB disruption, MARINA seeks funding for disaster recovery system, nationwide tech refresh







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