BAGUIO CITY – Die Stadt Baguio arbeitet an deutlich strengeren Bau- und Umweltregeln. – klajoo.com – Der Stadtrat hat einen vorgeschlagenen Green Building Code in zweiter Lesung gebilligt und zur Veröffentlichung freigegeben. Der Entwurf soll Neubauten, größere Renovierungen und bestimmte Nachrüstungen erfassen und über die nationalen Mindestanforderungen des Philippine Green Building Code hinausgehen.
Der Vorschlag ist noch kein geltendes Recht. Als nächste Schritte sind öffentliche Konsultationen und weitere Beratungen im Stadtrat vorgesehen. Inhaltlich geht der Entwurf jedoch weit über einzelne Energiesparvorgaben hinaus: Er verknüpft Baugenehmigungen stärker mit Hanglage, Wasserverfügbarkeit, Vegetation, Energie- und Wasserverbrauch sowie der ökologischen Belastbarkeit der Stadt.
Strengere Regeln für Hänge und Wassereinzugsgebiete
Besonders streng sollen Projekte an Hängen mit einer Neigung von mindestens 18 Prozent sowie Vorhaben in geschützten Wassereinzugsgebieten behandelt werden. Dort können auch bei kleineren Bauprojekten geotechnische Untersuchungen und Ausgleichsmaßnahmen für entfernte Vegetation verlangt werden. Öffentliche Gebäude sollen unabhängig von ihrer Größe vollständig unter die Regeln fallen; für gewerbliche, institutionelle, gemischt genutzte und touristische Gebäude gelten gestaffelte Schwellenwerte.
Zu den auffälligsten Vorgaben gehört, dass begrünte Dächer, vertikale Gärten oder vergleichbare Systeme mindestens 30 Prozent der Dachfläche abdecken sollen. Hinzu kommen Vorgaben für heimische Pflanzenarten, Regenwassernutzung, Grauwassersysteme, wassersparende Armaturen, natürliche Belüftung, Wärmedämmung und die Einbindung erneuerbarer Energien. Bei größeren Gebäuden soll außerdem der tatsächliche Energie- und Wasserverbrauch jährlich gemeldet und in einem städtischen Register erfasst werden.
Wasser ist in Baguio längst ein Engpass
Der Ansatz ist in Baguio besonders relevant, weil die Stadt schon heute an Grenzen ihrer Versorgung stößt. Nach Angaben des Baguio Water District lag der tägliche Wasserbedarf von Einwohnern und Besuchern 2025 bei rund 62.610 Kubikmetern, die tägliche Produktion dagegen bei rund 51.270 Kubikmetern. Der Versorger nennt unter anderem schrumpfende Grundwasserneubildungsflächen, unregulierte Wasserentnahme, städtische Ausdehnung und die Verschlechterung von Wassereinzugsgebieten als Probleme.
Auch eine 2025 veröffentlichte Untersuchung des UP Center for Integrative and Development Studies kommt zu dem Schluss, dass Baguio seine Tragfähigkeit in mehreren Bereichen überschritten habe. Sie empfiehlt, Entwicklung stärker regional im größeren BLISTT-Raum zu betrachten, statt Belastungen immer weiter innerhalb der Stadtgrenzen aufzufangen.
Neue Rechte für besonders umweltfreundliche Projekte
Ungewöhnlich für eine kommunale Bauordnung ist das geplante System übertragbarer Geschossflächenrechte. Entwickler, deren Projekte bestimmte Umweltstandards übertreffen, könnten zusätzliche Entwicklungsrechte erhalten und diese für Vorhaben in weniger sensiblen Gebieten übertragen oder verkaufen. Damit versucht die Stadt, wirtschaftliche Anreize mit einer räumlichen Begrenzung der Verdichtung zu verbinden.
Gerade dieser Mechanismus verlangt allerdings genaue Kontrolle. Übertragbare Entwicklungsrechte funktionieren nur, wenn eindeutig dokumentiert wird, wo zusätzliche Dichte zulässig ist, wie die Rechte registriert werden und ob ökologische Verbesserungen tatsächlich dauerhaft eingehalten werden. Der Entwurf sieht deshalb eine Verknüpfung mit Baugenehmigungen, Grundbuch- und Steuerunterlagen sowie einen sektorübergreifenden Green Building Council vor.
Entscheidend wird die Durchsetzung
Der Green Building Code könnte Baguio helfen, einen Teil der Kosten weiterer Verdichtung bereits bei der Genehmigung neuer Gebäude zu berücksichtigen. Gleichzeitig werden Bauvorhaben dadurch anspruchsvoller und voraussichtlich teilweise teurer. Das ist nicht automatisch ein Nachteil: Wenn Wasser, Entwässerung, Hangstabilität und Infrastruktur bereits knapp sind, werden Folgekosten sonst oft später von der Allgemeinheit getragen.
Ob die Regelung tatsächlich gegen Überbauung wirkt, hängt deshalb weniger von begrünten Fassaden als von der konsequenten Anwendung der härteren Instrumente ab: geotechnische Prüfungen, Nachweis der Wasserversorgung, Begrenzung zusätzlicher Dichte in Risikogebieten und nachvollziehbare Kontrollen nach Fertigstellung. Der Entwurf ist damit ein ambitionierter Versuch, Baugenehmigungen stärker an die tatsächliche Belastbarkeit einer dicht bebauten Bergstadt zu koppeln. Erst die endgültige Fassung und ihre praktische Durchsetzung werden zeigen, wie viel davon Bestand hat. – RM
Quellen:
- North Luzon Monitor – Green building code approved on second reading; proposed to curb overdevelopment
- Philippine Information Agency – BWD sets 10-year Comprehensive Water Security Plan for Baguio City
- Socioeconomic Research Portal for the Philippines / UP CIDS – Recommendations on Baguio City’s Carrying Capacity







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