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Manila

Philippinen setzen bei äußerer Verteidigung stärker auf Drohnen und vernetzte Systeme

MANILA – Die Philippinen wollen ihre militärischen Fähigkeiten mit unbemannten Systemen deutlich ausbauen. Verteidigungsminister Gilberto Teodoro erklärte bei der Haushaltsanhörung des Repräsentantenhauses, dass dabei nicht allein die Beschaffung zusätzlicher Drohnen im Mittelpunkt steht. – klajoo.com – Entscheidend seien vielmehr sichere Kommunikationsverbindungen, Echtzeit-Vernetzung und die Fähigkeit, unbemannte Systeme in bestehende militärische Operationen einzubinden.

Die Pläne gehören zur laufenden Neuausrichtung der Armed Forces of the Philippines (AFP) von der jahrzehntelang dominierenden Bekämpfung innerer Sicherheitsbedrohungen hin zu einer stärkeren äußeren und territorialen Verteidigung. Hintergrund sind unter anderem die wiederkehrenden Auseinandersetzungen mit China im Südchinesischen Meer beziehungsweise in der philippinischen ausschließlichen Wirtschaftszone.

50 Milliarden Peso für die Modernisierung vorgeschlagen

Für das Revised Armed Forces of the Philippines Modernization Program sind im Haushaltsentwurf 2027 insgesamt 50 Milliarden Peso vorgesehen. Das Department of Budget and Management (DBM) beziffert den Ansatz für 2026 auf 40 Milliarden Peso. Der geplante Modernisierungsetat würde damit um 25 Prozent steigen.

Wichtig ist der Status dieser Zahl: Die 50 Milliarden Peso sind Bestandteil des vorgeschlagenen Staatshaushalts für 2027 und noch keine endgültig beschlossene Ausgabe. Der Haushalt muss das parlamentarische Verfahren noch durchlaufen.

Neben unbemannten Systemen nannte Teodoro bei der Anhörung auch weitere größere Vorhaben, darunter zusätzliche Korvetten mit Lenkflugkörpern und andere Ausrüstung für die äußere Verteidigung.

Drohnen allein reichen nicht

Die AFP verfügt bereits über unbemannte Luftfahrzeuge für Aufklärung, Überwachung und Lagebilder. Teodoro machte jedoch deutlich, dass die nächste Entwicklungsstufe nicht einfach aus dem Kauf einer größeren Zahl von Fluggeräten bestehen soll. Entscheidend sei, wie die Systeme operativ eingesetzt werden und wie schnell ihre Daten in militärische Entscheidungen einfließen können.

Dafür braucht es nach seiner Darstellung vor allem leistungsfähige und geschützte Kommunikationsnetze. Verbindungen müssten möglichst in Echtzeit funktionieren und gegen Störungen oder Zugriff von außen abgesichert werden. Teodoro wollte deshalb keine konkreten Systeme nennen. Einzelheiten seien klassifiziert und besonders im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz sicherheitsempfindlich.

Damit verschiebt sich der Blick vom einzelnen Fluggerät auf ein vernetztes Gesamtsystem. Eine Drohne kann zwar ein Gebiet beobachten oder Daten sammeln. Militärischen Wert bekommt diese Information aber erst dann, wenn sie zuverlässig übertragen, ausgewertet und mit anderen Sensoren, Schiffen, Flugzeugen oder Einheiten verbunden werden kann.

Kooperation mit Staaten mit Drohnenerfahrung

Nach Angaben Teodoros stehen die Philippinen mit mehreren Staaten in Kontakt, die über umfangreiche Erfahrung mit Drohnentechnologie verfügen. Reuters hatte bereits im Juni berichtet, dass die Ukraine und die Philippinen über eine Zusammenarbeit bei Drohnentechnologie sprechen. Ebenfalls im Juni übergaben die Vereinigten Staaten dem philippinischen Militär vier solarbetriebene unbemannte maritime Systeme zur Verbesserung der Seeüberwachung.

Die Ukraine hat in den vergangenen Jahren unter Kriegsbedingungen umfangreiche Erfahrungen mit günstigen unbemannten Systemen, deren Vernetzung und der schnellen technischen Anpassung gesammelt. Für Manila dürfte dabei deshalb nicht nur die Beschaffung fertiger Systeme interessant sein, sondern auch das Wissen über Einsatzkonzepte, Kommunikation und die Integration unterschiedlicher Plattformen.

Strategischer Wandel wird im Haushalt sichtbar

Der stärkere Fokus auf Drohnen zeigt, wohin sich die philippinische Militärmodernisierung bewegt. Lange waren große Teile der Streitkräfte auf Aufstandsbekämpfung und innere Sicherheitsoperationen ausgerichtet. Für die Überwachung großer Seegebiete, die Verteidigung entlegener Inseln und eine glaubwürdige äußere Verteidigung sind jedoch andere Fähigkeiten erforderlich.

Unbemannte Systeme können dabei vergleichsweise flexibel eingesetzt werden, ersetzen aber weder Schiffe noch Flugzeuge oder bemannte Einheiten. Entscheidend ist deshalb weniger die Zahl neuer Drohnen als die Frage, ob die AFP daraus ein funktionierendes und geschütztes Netzwerk aufbauen kann. Genau diesen Punkt stellte Teodoro bei der Haushaltsanhörung in den Vordergrund. – RM

Quellen:

  • Department of Budget and Management – PBBM admin increases AFP modernization fund by P10-B in 2027
  • Reuters – Philippines seeking to expand military drone capabilities, says defence chief

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