Startseite » Ausgaben philippinischer Familien steigen deutlich schneller als ihre Einkommen
Allgemein

Ausgaben philippinischer Familien steigen deutlich schneller als ihre Einkommen

MANILA – Die Einkommen philippinischer Familien sind 2025 deutlich gestiegen. Noch stärker haben jedoch die Ausgaben zugelegt. – klajoo.com – Nach den neuen vorläufigen Ergebnissen des Family Income and Expenditure Survey (FIES) der Philippine Statistics Authority betrug das durchschnittliche Jahreseinkommen einer Familie 411.350 Peso. Gegenüber 2023 entspricht das einem Anstieg um 16,5 Prozent.

Umgerechnet zum Euro-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 26. August 2026 sind das rund 5.700 Euro pro Familie und Jahr. Die durchschnittlichen Jahresausgaben stiegen gleichzeitig auf 321.850 Peso, rund 4.470 Euro – ein Plus von 24,7 Prozent. Damit wuchsen die Ausgaben erheblich schneller als die Einkommen.

Zum Vergleich: Eine philippinische Familie umfasst statistisch im Durchschnitt etwa vier Personen. Das durchschnittliche Jahreseinkommen von 411.350 Peso entspricht damit nicht dem Einkommen einer Einzelperson, sondern dem gemeinsamen Einkommen der Familie.

Der rechnerische Spielraum wird kleiner

Der Unterschied zwischen durchschnittlichem Einkommen und durchschnittlichen Ausgaben lag 2023 noch bei 95.180 Peso. 2025 waren es nur noch 89.500 Peso. Dieser Abstand darf nicht einfach als Sparquote verstanden werden, weil Einkommen und Ausgaben in der FIES statistisch breiter definiert sind. Er zeigt aber, dass der finanzielle Spielraum im Durchschnitt trotz höherer Einkommen nicht gewachsen ist.

Besonders wichtig ist, dass es sich um nominale Werte handelt. Ein höheres Einkommen bedeutet nicht automatisch mehr Kaufkraft. Wenn Lebensmittel, Wohnen, Energie, Transport und andere Alltagskosten gleichzeitig stark steigen, kann sich der Lebensstandard trotz höherer Peso-Einkommen nur wenig verbessern.

Lebensmittel und Wohnen dominieren die Haushaltsausgaben

Ein Drittel der durchschnittlichen Familienausgaben entfiel 2025 auf Lebensmittel und alkoholfreie Getränke. Weitere 21,6 Prozent gingen für Wohnen, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe drauf. Restaurants und Unterkünfte machten 7,0 Prozent aus, Transport 6,9 Prozent und Gesundheit 3,5 Prozent.

Damit fließt bereits deutlich mehr als die Hälfte des Budgets in Bereiche, bei denen Familien nur begrenzt sparen können. Gerade steigende Preise für Grundnahrungsmittel, Strom oder Treibstoff treffen deshalb Haushalte mit niedrigen Einkommen besonders schnell.

Große Unterschiede zwischen den Regionen

Auch regional bleibt die Einkommensspanne enorm. In der National Capital Region lag das durchschnittliche Familieneinkommen bei 574.370 Peso, rund 7.980 Euro im Jahr. In der Bangsamoro Autonomous Region in Muslim Mindanao waren es dagegen nur 246.050 Peso, rund 3.420 Euro.

Noch deutlicher wird die Ungleichheit beim Vergleich der Einkommensgruppen. Familien im untersten Zehntel kamen durchschnittlich auf 170.580 Peso im Jahr, etwa 2.370 Euro. Im obersten Zehntel waren es 1,035 Millionen Peso, rund 14.390 Euro. Der Abstand beträgt damit mehr als das Sechsfache.

Was die neuen Zahlen tatsächlich zeigen

Die FIES-Daten bestätigen einerseits steigende nominale Einkommen. Andererseits zeigt das schnellere Wachstum der Ausgaben, dass ein erheblicher Teil des Einkommenszuwachses durch höhere Lebenshaltungskosten und mehr Ausgaben wieder aufgezehrt wird. Für die Beurteilung des tatsächlichen Lebensstandards ist deshalb nicht die Schlagzeile „Einkommen steigen“ entscheidend, sondern die Frage, wie viel Kaufkraft nach den notwendigen Ausgaben übrig bleibt. – RM

Quellen:

  • Philippine Statistics Authority – Average Annual Family Income of Filipino Families Increased by 16.5 Percent in 2025
  • Philippine Statistics Authority – National Capital Region Recorded the Highest Average Annual Family Income in 2025
  • Europäische Zentralbank – Euro foreign exchange reference rates

Add Comment

Click here to post a comment