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Weißer Mais in Western Visayas: Erzeugerpreis doppelt so hoch wie vor einem Jahr

WESTERN VISAYAS – Die Maisproduktion in Western Visayas ist im zweiten Quartal 2026 insgesamt nur leicht zurückgegangen. – klajoo.com – Hinter dem regionalen Minus von 2,4 Prozent verbirgt sich jedoch eine deutlich stärkere Verschiebung: Beim vor allem für den menschlichen Verzehr wichtigen weißen Mais sank die Ernte um 27,5 Prozent. Gleichzeitig lag der Erzeugerpreis für ausgereifte weiße Maiskörner im Juni mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor.

Gesamternte sinkt nur um 2,4 Prozent

Nach Angaben der Philippine Statistics Authority (PSA) wurden von April bis Juni in Western Visayas insgesamt 20.043 Tonnen Mais geerntet. Im gleichen Zeitraum 2025 waren es 20.527 Tonnen. Der Rückgang der Gesamtmenge fällt damit relativ gering aus.

Die Aufteilung nach Sorten zeigt jedoch ein anderes Bild. Die Produktion von weißem Mais fiel von 1.491 auf 1.081 Tonnen und damit um 27,5 Prozent. Gelber Mais, der überwiegend als Futtermittel verwendet wird, ging dagegen nur um 0,4 Prozent von 19.036 auf 18.963 Tonnen zurück. Der weitaus größte Teil der regionalen Maisproduktion entfällt somit weiterhin auf gelben Mais.

Beim weißen Mais schrumpft vor allem die Anbaufläche

Noch deutlicher als die Erntemenge sank die abgeerntete Fläche. Insgesamt verringerte sie sich um 13,9 Prozent von 5.020 auf 4.322 Hektar. Beim weißen Mais ging sie von 610 auf nur noch 431 Hektar zurück, ein Minus von 29,5 Prozent. Die Erntemenge je abgeerntetem Hektar verschlechterte sich dabei rechnerisch nicht: Sie lag bei weißem Mais 2026 sogar geringfügig über dem Vorjahreswert.

Auch über alle Maissorten hinweg ergibt sich aus den PSA-Daten ein höherer rechnerischer Flächenertrag: rund 4,64 Tonnen je Hektar gegenüber etwa 4,09 Tonnen ein Jahr zuvor. Der Rückgang der Gesamtproduktion erklärt sich deshalb stärker durch die kleinere abgeerntete Fläche als durch einen allgemeinen Einbruch des Ertrags je Hektar.

Regional ist die Entwicklung ebenfalls ungleich. Capiz stellte im zweiten Quartal rund 53 Prozent der Maisproduktion von Western Visayas, gefolgt von Antique mit 25,5 Prozent und Iloilo mit 20 Prozent. Besonders stark sank die abgeerntete Fläche in Iloilo und Aklan, während sie in Capiz leicht zunahm.

40 Peso je Kilogramm – mehr als doppelt so viel wie im Juni 2025

Auffällig ist vor allem die Preisentwicklung beim weißen Mais. Der durchschnittliche Erzeugerpreis für ausgereifte weiße Maiskörner lag nach den regionalen PSA-Daten im April, Mai und Juni 2026 jeweils bei 40 Peso je Kilogramm. Im Juni 2025 waren es 19,50 Peso. Im Jahresvergleich entspricht das einem Anstieg von 105,1 Prozent.

Beim gelben Mais fiel der Anstieg deutlich kleiner aus. Im Juni 2026 lag der durchschnittliche Erzeugerpreis bei 18,22 Peso je Kilogramm und damit 18 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Aussage, Mais sei in Western Visayas generell um mehr als 100 Prozent teurer geworden, wäre deshalb falsch. Die außergewöhnliche Entwicklung betrifft speziell den weißen Mais.

Produktionsrückgang beweist noch keine Ursache für den Preissprung

Naheliegend ist die Annahme, dass das geringere regionale Angebot den hohen Preis mit antreibt. Die veröffentlichten PSA-Zahlen belegen diesen ursächlichen Zusammenhang jedoch nicht. Neben dem verfügbaren Angebot können unter anderem Nachfrage, Handelsstrukturen, Transportkosten, Wetter, Lagerbestände und Entscheidungen der Landwirte über die Nutzung ihrer Flächen eine Rolle spielen.

Auch der landesweite Vergleich mahnt zur Vorsicht. Saisonbereinigt stieg die philippinische Maisproduktion im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Quartal um 8,6 Prozent auf 2,12 Millionen Tonnen. Der saisonbereinigte durchschnittliche Erzeugerpreis für Mais erhöhte sich im gleichen Vergleich lediglich um 2,5 Prozent auf 18,50 Peso je Kilogramm. Die PSA nennt dabei unter anderem die Nachfrage der Händler als saisonalen Preiseinfluss.

Western Visayas zeigt damit kein einheitliches regionales Maisproblem, sondern eine auffällige Sonderentwicklung beim weißen Mais: deutlich weniger abgeerntete Fläche, stark geringere Produktion und ein Preisniveau, das im Jahresvergleich etwa doppelt so hoch liegt. Für die weitere Einordnung wird entscheidend sein, ob Landwirte dauerhaft weniger weißen Mais anbauen und ob die hohen Erzeugerpreise bei Verbrauchern, Händlern und verarbeitenden Betrieben in ähnlichem Umfang ankommen. – RM

Quellen:

  • Philippine Statistics Authority – CORN STATISTICS IN WESTERN VISAYAS: Second Quarter 2026
  • Philippine Statistics Authority – Seasonally Adjusted Corn Production and Prices, April to June 2026

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