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Kritische Mineralien: Philippinen wollen mehr Wertschöpfung im eigenen Land

MANILA – Präsident Ferdinand Marcos Jr. hat mit Executive Order 122 einen einheitlichen nationalen Rahmen für die Entwicklung kritischer Mineralien geschaffen. – klajoo.com – Die am 21. August 2026 unterzeichnete Anordnung soll Exploration, Genehmigungen, Investitionen und vor allem die Weiterverarbeitung im Land stärker miteinander verzahnen.

Als „kritische Mineralien“ werden Rohstoffe bezeichnet, die für wichtige Bereiche wie Energieversorgung, Batterien, Elektronik, Industrie oder Verteidigung besonders bedeutsam sind und deren Versorgung als strategisch anfällig gilt. Der Begriff ist nicht mit „Seltenen Erden“ gleichzusetzen: Seltene Erden sind eine bestimmte Gruppe chemischer Elemente und können zu den kritischen Mineralien zählen. Zu den für die Philippinen besonders wichtigen kritischen Rohstoffen gehören unter anderem Nickel, Kupfer und Kobalt.

Die Philippinen verfügen über bedeutende Vorkommen unter anderem von Nickel und Kupfer. Nach Angaben des Mines and Geosciences Bureau gelten mindestens neun Millionen Hektar als besonders aussichtsreich für hochwertige Mineralressourcen. Ein großer Teil der Wertschöpfung entsteht bislang jedoch erst außerhalb des Landes, wenn Rohstoffe weiterverarbeitet oder in Batterien, Elektronik und andere Industrieprodukte eingebaut werden.

Mehr Verarbeitung statt bloßer Rohstoffexporte

EO 122 setzt deshalb ausdrücklich auf eine stärkere heimische Verarbeitung. Geplant sind Anreize für Raffination, Verarbeitung und weiterführende Produktion. Heimische Verarbeitungsanlagen sollen außerdem bevorzugten Zugang zu Erzen zu marktgerechten Preisen erhalten.

Die Regierung verbindet damit die Hoffnung, aus dem Bergbau mehr Industriearbeitsplätze und höhere Wertschöpfung im Land zu schaffen. Das passt auch zur Beteiligung der Philippinen an der von den USA angestoßenen Pax-Silica-Initiative, bei der es um sichere Lieferketten für kritische Rohstoffe und Hochtechnologie geht.

Schnellere Genehmigungen – aber auch mehr Kontrolle

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Verfahren. DENR und Mines and Geosciences Bureau sollen Genehmigungsprozesse auf höchstens sechs Monate verkürzen. Innerhalb eines Jahres ist ein vollständig digitales „Virtual One-stop Shop“-System vorgesehen.

Zugleich führt die Anordnung ein „Use It or Lose It“-Prinzip für ruhende oder nicht regelkonforme Bergbaurechte ein. Nicht genutzte beziehungsweise nicht ordnungsgemäß entwickelte Konzessionen können entzogen und wieder den staatlichen Mineralreserven zugeschlagen werden.

Der Mining Industry Coordinating Council wird neu organisiert und künftig gemeinsam von Umwelt- und Finanzministerium geführt. Innerhalb von 90 Tagen soll ein umfassender Arbeitsplan vorgelegt werden.

Der schwierige Teil beginnt erst mit der Umsetzung

Die neue Strategie löst allerdings nicht automatisch das zentrale Problem der philippinischen Rohstoffwirtschaft. Verarbeitungsanlagen benötigen hohe Investitionen, zuverlässige Energie, Infrastruktur, Technologie und langfristig gesicherte Rohstoffmengen. Schnellere Genehmigungen allein schaffen noch keine wettbewerbsfähige Industrie.

Ebenso wichtig ist der angekündigte Schutz von Umwelt und betroffenen Gemeinden. Gerade bei neuen Bergbau- und Verarbeitungsprojekten wird sich zeigen müssen, ob schnellere Verfahren mit ernsthafter Umweltprüfung und den Rechten indigener Gemeinschaften vereinbar bleiben.

Der Erfolg von EO 122 lässt sich deshalb nicht an neu angekündigten Projekten messen. Entscheidend wird sein, wie viel der geförderten Rohstoffe künftig tatsächlich auf den Philippinen verarbeitet wird, welche Investitionen realisiert werden und ob die versprochene zusätzliche Wertschöpfung im Land bleibt. – RM

Quellen:

  • Context.ph – Marcos EO 122 sets unified critical minerals policy, links mining growth to shared national progress
  • Philippine News Agency – Recto urges US firms to invest in Philippine critical minerals sector

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