NEGROS OCCIDENTAL – Das Department of the Interior and Local Government (DILG) untersucht Beschwerden gegen Funktionäre aus drei Barangays in Negros Occidental. – klajoo.com – Ihnen wird vorgeworfen, bei einem landesweiten Stipendienprogramm Kinder oder andere Verwandte als Begünstigte ausgewählt zu haben.
Nach Angaben der stellvertretenden DILG-Regionaldirektorin und kommissarischen Provinzdirektorin Teodora Sumagaysay wurden Mitarbeiter in Barangays in Bago City, Cauayan und Moises Padilla geschickt, um die Vorwürfe zu überprüfen. Eine Feststellung, dass die beschuldigten Funktionäre tatsächlich gegen die Regeln verstoßen haben, liegt damit noch nicht vor.
20.000 Peso für fünf Studierende pro Barangay
Die Stipendien gehören zum „Bawat Barangay Makikinabang Program“ der Regierung. Nach DILG Memorandum Circular No. 2026-038 erhält jeder der 42.010 Barangays grundsätzlich 200.000 Peso aus dem Socio-Civic Projects Fund des Office of the President.
Die Hälfte, also 100.000 Peso, ist für fünf Studierende vorgesehen. Jeder von ihnen erhält einmalig 20.000 Peso als sogenannten „Finisher Fund“. Zielgruppe sind vor allem Studierende, die im Schuljahr 2026/27 in das vierte College-Jahr kommen, aus wirtschaftlich gefährdeten Haushalten stammen und wegen finanzieller Schwierigkeiten ihr Studium möglicherweise nicht abschließen könnten. Bevorzugt werden Familien, in denen bislang niemand einen Hochschulabschluss erworben hat.
Die übrigen 100.000 Peso können die Barangays für bestimmte lokale Prioritäten einsetzen, etwa öffentliche Ausrüstung, Verwaltungsbedarf, Straßenbeleuchtung oder Katastrophenschutz. Infrastrukturprojekte sowie Gehälter, Honorare und ähnliche Personalausgaben sind aus diesem Teil des Programms ausgeschlossen.
Landesweit ergibt sich damit ein Programmvolumen von rechnerisch rund 8,4 Milliarden Peso, wenn alle 42.010 Barangays die volle Zuweisung erhalten. Davon entfallen gut 4,2 Milliarden Peso auf die Stipendienkomponente für maximal 210.050 Studierende.
DILG nennt Verwandte bis zum dritten Grad
Sumagaysay erklärte zu den aktuellen Beschwerden, die Auswahl müsse frei von Interessenkonflikten, Vetternwirtschaft und Bevorzugung erfolgen. Nach ihrer Darstellung dürfen Verwandte bis zum dritten Verwandtschaftsgrad nicht als Begünstigte ausgewählt werden.
Funktionäre, die solche Zahlungen bereits veranlasst hätten, müssten nach ihren Worten dafür sorgen, dass das Geld zurückgezahlt werde. Sei es noch nicht ausgezahlt, solle die Auszahlung gestoppt werden.
Der Präsident der Liga ng mga Barangay in Negros Occidental, Richard Julius Sablan, forderte betroffene Funktionäre ebenfalls auf, die 20.000 Peso freiwillig zurückzugeben. Nach seinen Angaben hat eine Barangay-Vorsitzende aus Bago City den Betrag, den ihr Kind erhalten hatte, bereits zurückgezahlt.
Die Rückzahlung ist allerdings noch keine behördliche Feststellung eines schuldhaften Verhaltens. Die DILG-Untersuchung soll erst klären, wie die jeweiligen Begünstigten ausgewählt wurden und ob die geltenden Regeln verletzt worden sind.
Auch Aufteilung auf zehn statt fünf Studierende wird untersucht
Bei einer weiteren Beschwerde geht es nicht um Verwandtschaft, sondern um eine eigenmächtige Änderung des Programms. Ein Barangay-Funktionär soll die vorgesehenen 100.000 Peso auf zehn Studierende zu jeweils 10.000 Peso verteilt haben, statt fünf Studierenden jeweils 20.000 Peso zu geben.
Auch das ist nach Angaben des DILG nicht zulässig. Der Betrag von 20.000 Peso sei bewusst als Unterstützung kalkuliert worden, die Studierenden beim Abschluss ihres Studiums helfen soll. Ein Barangay könne deshalb nicht selbst entscheiden, die Zahl der Begünstigten zu verdoppeln und die individuelle Unterstützung zu halbieren.
Auswahl begann offenbar teilweise vor den endgültigen Richtlinien
Für die Bewertung des Falls ist die zeitliche Abfolge bemerkenswert. Sablan erklärte, Barangay-Vorsitzende hätten Namen von Begünstigten teilweise bereits im Februar eingereicht. Die landesweiten DILG-Ausführungsrichtlinien tragen dagegen das Datum 2. Juli 2026.
Das bedeutet nicht automatisch, dass früh ausgewählte Stipendiaten unzulässig waren. Es wirft aber die Frage auf, nach welchen verbindlichen Kriterien die frühen Listen zusammengestellt wurden und wie nach Veröffentlichung der endgültigen Regeln überprüft wurde, ob die bereits ausgewählten Personen diese Voraussetzungen erfüllten.
Gerade bei einem Programm, bei dem lokale Funktionäre aus einer großen Zahl grundsätzlich möglicher Studierender lediglich fünf Empfänger bestimmen können, sind nachvollziehbare Auswahlregeln entscheidend. Begriffe wie „gefährdeter Haushalt“ oder „drohender Studienabbruch“ müssen in der Praxis anhand überprüfbarer Unterlagen angewendet werden, wenn der Eindruck politischer oder familiärer Bevorzugung vermieden werden soll.
Fast sieben Milliarden Peso waren bereits verteilt
Das Problem beschränkt sich deshalb nicht auf drei Barangays in Negros Occidental. Nach Angaben der Regierung waren zwischen dem 8. April und dem 17. Juli bereits fast sieben Milliarden Peso an rund 34.800 Barangays im Rahmen des Gesamtprogramms verteilt worden.
Malacañang hatte bereits vor Bekanntwerden der aktuellen DILG-Untersuchungen Bürger aufgefordert, mögliche Missbräuche zu melden. Beschwerden können unter anderem beim DILG, beim Office of the President und bei der Liga ng mga Barangay eingereicht werden.
Ob die Fälle in Negros Occidental Einzelfälle bleiben oder auf ein breiteres Kontrollproblem bei der dezentralen Vergabe hinweisen, lässt sich derzeit nicht beurteilen. Entscheidend wird sein, ob das DILG die Untersuchungsergebnisse veröffentlicht und ob bei den zehntausenden lokalen Auswahlverfahren systematisch überprüft wird, wie die fünf Begünstigten jeweils bestimmt wurden. – RM
Quellen:
- Digicast Negros: „DILG probes nepotism in distribution of scholarship funds in 3 NegOcc brgys“
- Negros Now Daily: „Barangay officials urged to return scholarship funds“
- Department of the Interior and Local Government / Philippine Information Agency: „DILG issues guidelines for PBBM’s Bawat Barangay Makikinabang Program, benefiting over 42,000 barangays nationwide“
- INQUIRER.net: „Public urged to report abuse in presidential scholarship program“
- Presidential Communications Office / Philippine Information Agency: „President Marcos reaffirms enduring partnership between national government and BARMM“







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