BULACAN – Die Provinz Bulacan gibt nach Angaben der Provinzregierung jährlich bis zu 100 Millionen Peso für Hilfsmaßnahmen zugunsten von Menschen aus, die von Überschwemmungen und anderen Katastrophen betroffen sind. – klajoo.com – Die Summe zeigt, dass wiederkehrende Fluten nicht nur Schäden an Häusern, Landwirtschaft und Infrastruktur verursachen, sondern Jahr für Jahr auch erhebliche laufende Kosten für die öffentliche Hand auslösen.
Die 100 Millionen Peso sind dabei nicht als reines Hochwasserbudget zu verstehen. Nach dem Bericht von INQUIRER.net handelt es sich um Ausgaben für Hilfsmaßnahmen nach Überschwemmungen und anderen Katastrophen. Gerade in Bulacan nehmen Fluten jedoch einen besonders großen Anteil des Katastrophenrisikos ein. Nach Angaben von Gouverneur Daniel Fernando ist mehr als die Hälfte der 24 Städte und Gemeinden der Provinz durch Überschwemmungen gefährdet, darunter Gebiete, die zusätzlich durch hohe Wasserstände in der Manila Bay beeinflusst werden.
Aktuelle Schäden übersteigen den jährlichen Hilfsrahmen bereits deutlich
Wie groß die wirtschaftlichen Folgen eines einzelnen schweren Regenereignisses werden können, zeigt die jüngste vorläufige Schadensbilanz. Der Provincial Disaster Risk Reduction and Management Council (PDRRMC) bezifferte die Schäden durch den verstärkten Südwestmonsun Habagat sowie die tropischen Wirbelstürme Luis und Maymay mit Stand vom 14. August auf rund 279,5 Millionen Peso.
Davon entfielen nach der noch nicht endgültig validierten Bilanz rund 96,3 Millionen Peso auf Landwirtschaft und Fischerei, gut 3,2 Millionen Peso auf Vieh- und Geflügelhaltung sowie etwa 180 Millionen Peso auf Infrastruktur. Gleichzeitig waren nach Angaben des PDRRMC mehr als 884.000 Menschen als betroffen, aber nicht vertrieben registriert. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich noch 8.201 Menschen aus 2.501 Familien in Evakuierungszentren auf.
Die knapp 279,5 Millionen Peso Schadenssumme und die jährlich bis zu 100 Millionen Peso für Hilfsmaßnahmen sind allerdings zwei unterschiedliche Größen. Die Schadensbilanz beschreibt zerstörte oder beschädigte wirtschaftliche Werte, während die Hilfsausgaben tatsächliche staatliche Aufwendungen für die Versorgung Betroffener darstellen. Beide Beträge dürfen deshalb nicht einfach addiert werden. Zusammengenommen zeigen sie aber, auf wie vielen Ebenen wiederkehrende Überschwemmungen finanzielle Belastungen verursachen.
200 Millionen Peso allein für eine umfassende Untersuchung
Parallel zu den laufenden Hilfs- und Wiederaufbaukosten versucht Bulacan, die langfristige Hochwasserplanung neu aufzustellen. Anfang August wurde bekannt, dass nach Einschätzung der Provinz für eine umfassende Untersuchung der besonders gefährdeten Küsten- und Überschwemmungsgebiete rund 200 Millionen Peso benötigt werden. Auf Grundlage einer solchen Studie sollen geeignete langfristige Maßnahmen bestimmt werden.
Auch dieser Betrag darf nicht mit den eigentlichen Kosten des Hochwasserschutzes verwechselt werden. Die rund 200 Millionen Peso wären zunächst Geld für Untersuchung und Planung; Deiche, Rückhaltebecken, Pumpwerke, Flussausbau, Entwässerungssysteme oder andere später empfohlene Bauwerke würden zusätzliche Investitionen erfordern.
Der Vergleich macht dennoch die Größenordnung deutlich: Allein die für eine umfassende Planung genannte Summe entspricht etwa zwei Jahren der maximal genannten jährlichen Katastrophenhilfe der Provinz.
Gleichzeitig stehen zahlreiche Infrastrukturprojekte still
Hinzu kommt ein weiteres Problem. Wie klajoo bereits am 11. August berichtete, sind in Bulacan rund 200 Infrastrukturprojekte ins Stocken geraten. Besonders betroffen sind auch Maßnahmen des Hochwasserschutzes. Hintergrund sind Überprüfungen und die Neuordnung von Projekten, nachdem Hochwasserschutzvorhaben landesweit wegen fragwürdiger, nicht ausgeführter oder mangelhaft dokumentierter Projekte in den Mittelpunkt von Untersuchungen geraten waren.
Damit treffen in Bulacan mehrere Probleme unmittelbar aufeinander: Die Provinz muss weiterhin erhebliche Mittel für akute Hilfe bereitstellen, neue Unwetter verursachen Schäden in dreistelliger Millionenhöhe, eine umfassende langfristige Planung benötigt zusätzlich Geld und gleichzeitig verzögern sich bereits vorgesehene Infrastrukturmaßnahmen.
Aus der Höhe der Hilfsausgaben lässt sich allerdings nicht ableiten, dass mehr Geld für einzelne Bauprojekte automatisch weniger Überschwemmungen bedeutet. Bulacans Hochwasserproblem hat mehrere Ursachen. Neben starken Niederschlägen spielen Entwässerung, Flüsse und Wasserwege, tief liegende Gebiete, Küsteneinflüsse und die Abstimmung vieler einzelner Projekte eine Rolle. Ein Bauwerk kann das Problem an einem Ort entschärfen und Wasser zugleich in einen anderen Bereich verlagern, wenn es nicht in eine übergeordnete Planung eingebunden ist.
Die entscheidende Frage ist die Wirkung der Investitionen
Gerade deshalb ist der Vergleich zwischen Katastrophenhilfe und Hochwasserschutz nicht einfach eine Frage, ob mehr Geld für Prävention als für Hilfspakete ausgegeben wird. Entscheidend ist, ob die geplanten Maßnahmen tatsächlich zusammenpassen, fertiggestellt werden und nachweisbar die Zahl der regelmäßig überfluteten Gebiete sowie die Dauer und Tiefe der Überflutungen verringern.
Die wiederkehrenden Hilfsausgaben haben dabei einen besonderen Charakter: Sie beseitigen nicht die Ursache des Problems, sondern finanzieren einen Teil seiner Folgen. Solange große Teile Bulacans regelmäßig überflutet werden, werden auch Lebensmittelpakete, Evakuierungen, medizinische Hilfe, Aufräumarbeiten und andere Unterstützungsmaßnahmen immer wieder notwendig.
Die aktuelle Bilanz von fast 280 Millionen Peso vorläufigem Schaden innerhalb eines einzigen Unwetterzeitraums verdeutlicht deshalb, dass erfolgreiche Prävention auch wirtschaftlich relevant ist. Ob die geplante neue Gesamtplanung und die überprüften Hochwasserschutzprojekte diese Belastung künftig tatsächlich senken, lässt sich jedoch erst an den Ergebnissen messen – nicht an der Zahl oder dem nominellen Wert angekündigter Projekte. – RM
Quellen:
- INQUIRER.net: “Floods cost Bulacan P100M a year in relief funds”
- Provincial Government of Bulacan: “Bulacan PDRRMC convenes emergency meeting to assess monsoon and tropical cyclone impacts”
- INQUIRER.net: “Bulacan needs P200 million to plan better for floods”
- INQUIRER.net: “Bulacan’s 200 flood control projects stalled”
- klajoo: „Rund 200 Infrastrukturprojekte in Bulacan gestoppt – Hochwasserschutz besonders betroffen“
► Rund 200 Infrastrukturprojekte in Bulacan gestoppt – Hochwasserschutz besonders betroffen







Add Comment