MANILA – 22 philippinische Seeleute von zwei Schiffen, die in unterschiedlichen Konfliktgebieten von Angriffen betroffen waren, sind auf die Philippinen zurückgekehrt. – klajoo.com – Die Gruppe traf am 10. August am Ninoy Aquino International Airport ein und wurde dort vom Department of Migrant Workers (DMW) und der Overseas Workers Welfare Administration (OWWA) betreut.
14 der Seeleute gehörten zur Besatzung der Acheloos, acht zur Besatzung der Else. Die Acheloos war im Juli in Gewässern nahe Oman von einem Raketenangriff beziehungsweise Raketenzwischenfall betroffen. Die Else gehörte zu den Schiffen, die im Zusammenhang mit Drohnenangriffen im Schwarzen Meer evakuiert beziehungsweise deren philippinische Besatzungsmitglieder zurückgeführt wurden.
Die Fälle zeigen erneut, wie unmittelbar internationale Konflikte philippinische Seeleute treffen. Sie arbeiten auf Handelsschiffen weltweit und können dadurch auch in Regionen eingesetzt werden, in denen sich die Sicherheitslage innerhalb kurzer Zeit erheblich verschlechtert.
Medizinische und psychologische Betreuung vorgesehen
Nach Angaben der Behörden erhielten die Rückkehrer bei ihrer Ankunft Unterstützung. Die zuständigen Manning Agencies wurden außerdem angewiesen, medizinische und psychologische Untersuchungen zu ermöglichen und zu prüfen, welche Leistungen und Entschädigungen den Seeleuten aufgrund der Ereignisse zustehen.
Die psychologische Betreuung ist dabei nicht nur eine Formalität. Besatzungsmitglieder können Angriffe, Explosionen, Verletzte oder den Tod von Kollegen unmittelbar miterleben und danach mit erheblichen Belastungen zurückkehren. DMW und OWWA haben deshalb bei früheren Rückführungen aus Krisengebieten ebenfalls psychosoziale Hilfe angeboten.
Schwarzes Meer gilt für philippinische Seeleute als Hochrisikogebiet
Besonders angespannt bleibt die Lage im Schwarzen Meer. Nach mehreren Angriffen auf Handelsschiffe hat das DMW die Schutzmaßnahmen für philippinische Seeleute dort erneut hervorgehoben. Teile der Region werden als Hochrisiko- beziehungsweise Kriegsgebiet behandelt.
Für Seeleute ist diese Einstufung wichtig, weil daraus besondere Schutzrechte entstehen können. Das DMW hat Reedereien und Manning Agencies ausdrücklich aufgefordert, philippinische Seeleute nicht gegen ihren Willen in als hochriskant eingestufte oder kriegsgefährdete Gebiete zu schicken. Wer einen solchen Einsatz ablehnt, soll nach Auffassung der Behörde nicht bei späteren Beschäftigungen benachteiligt werden.
Zudem können für Einsätze in gefährlichen Gebieten je nach geltenden Tarif- und Arbeitsvereinbarungen zusätzliche Leistungen, Entschädigungen oder das Recht auf Rückführung bestehen. Welche Ansprüche im Einzelfall greifen, hängt vom Vertrag, der Einstufung des Fahrtgebiets und den Umständen des Vorfalls ab.
Mehr als eine Rückkehrmeldung
Die 22 Rückkehrer sind deshalb nicht nur eine weitere Gruppe, die nach einem Angriff sicher nach Hause gekommen ist. Die Fälle verdeutlichen ein strukturelles Problem für ein Land, das einen großen Teil der internationalen Handelsschifffahrt mit Seeleuten versorgt: Wenn Konfliktzonen wichtige Schifffahrtsrouten berühren, tragen philippinische Besatzungsmitglieder einen erheblichen Teil des persönlichen Risikos.
Für die Regierung bleibt damit neben der schnellen Rückführung vor allem die Durchsetzung der Schutzrechte entscheidend. Dazu gehört, dass Seeleute über die Sicherheitslage informiert werden, Hochrisikoeinsätze tatsächlich ablehnen können und nach einem Angriff medizinische, psychologische und finanzielle Unterstützung erhalten.
Quellen: Department of Migrant Workers; Overseas Workers Welfare Administration; Maritime Industry Authority; GMA News; Philippine News Agency; Berichte zu den Vorfällen um Acheloos und Else. RM







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