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Visayas unter Rot-Alarm, Mindanao ohne große Reserve – Stromimport kann Engpass nur begrenzt abfedern

Cebu – Die Stromversorgung in den zentralen und südlichen Philippinen ist am Dienstag erneut unter starken Druck geraten. – klajoo.com – Der National Grid Corporation of the Philippines (NGCP) zufolge wurde der rote Alarm für das Visayas-Netz am Nachmittag auf den Zeitraum von 15 bis 20 Uhr ausgeweitet. Gelber Alarm galt davor von 13 bis 15 Uhr und war anschließend bis 22 Uhr vorgesehen.

Gleichzeitig stand das Mindanao-Netz unter verlängertem gelbem Alarm. Nach dem Nachmittagsupdate galt die Warnstufe dort durchgehend von 10 bis 20 Uhr. Damit waren ausgerechnet die beiden Netze gleichzeitig angespannt, die seit Fertigstellung der Mindanao-Visayas-Verbindung Strom untereinander austauschen können.

In den Visayas fehlen fast 925 Megawatt

Für die Visayas meldete NGCP eine verfügbare Erzeugungsleistung von 2.226 Megawatt bei einer erwarteten Spitzenlast von 2.410 Megawatt. Insgesamt standen rund 924,7 Megawatt Kraftwerksleistung wegen Ausfällen oder reduzierter Leistung nicht zur Verfügung.

Zu den Belastungen gehörten Ausfälle großer kohlebefeuerter Kraftwerksblöcke in den Visayas, darunter Einheiten von Therma Visayas und Cebu Energy Development Corporation. NGCP verwies außerdem auf eine nur eingeschränkt mögliche Unterstützung aus Mindanao.

Ein roter Netzalarm bedeutet, dass die verfügbare Leistung nicht ausreicht, um die Nachfrage und die erforderliche Regelreserve sicher abzudecken. In solchen Situationen können manuelle Lastabschaltungen notwendig werden. Ein roter Alarm bedeutet jedoch nicht automatisch, dass in jedem betroffenen Gebiet tatsächlich der Strom abgeschaltet wird.

Mindanao kann diesmal kaum helfen

Die Verbindung zwischen Mindanao und den Visayas soll grundsätzlich ermöglichen, Stromüberschüsse zwischen beiden Netzen auszutauschen. Sie erzeugt jedoch selbst keinen zusätzlichen Strom. Wenn auch das liefernde Netz nur geringe Reserven besitzt, schrumpft der mögliche Import entsprechend.

Genau das war am Dienstag sichtbar. Für Mindanao meldete NGCP am Nachmittag 2.696 Megawatt verfügbare Leistung bei einer erwarteten Spitzenlast von 2.616 Megawatt. Die rechnerische Differenz von nur rund 80 Megawatt lag unter der benötigten Reserve, weshalb das Netz unter gelbem Alarm blieb.

In Mindanao waren nach NGCP-Angaben rund 777,7 Megawatt Leistung wegen vollständiger oder teilweiser Kraftwerksausfälle nicht verfügbar. Zu den konkreten Belastungen gehörten die Wartung von GNPower Kauswagan Unit 2, eine Notabschaltung von Unit 1 wegen eines Lecks an einem Kesselrohr sowie eine um 40 Megawatt geringere Leistung des Pulangi-Wasserkraftwerks. Zusätzlich wurde die erwartete Nachfrage am frühen Abend nach oben korrigiert.

Netzverbindung ist kein Ersatz für Erzeugungsreserve

Die gleichzeitige Knappheit in beiden Netzen zeigt eine wichtige Grenze der Mindanao-Visayas Interconnection. Die Leitung kann regionale Überschüsse dorthin transportieren, wo sie benötigt werden. Sie kann aber keinen Engpass ausgleichen, wenn auf beiden Seiten gleichzeitig größere Kraftwerke fehlen und die verbleibende Reserve knapp wird.

Das ist besonders für die Visayas relevant. Das Netz leidet seit Mai wiederholt unter gelben und roten Alarmen. Das Department of Energy hatte im Juni noch erwartet, dass sich die Lage bis August deutlich entspannen würde, sobald mehrere ausgefallene Kraftwerke zurückkehren. Die erneuten Warnungen Anfang August zeigen, dass diese Stabilisierung bislang nicht dauerhaft erreicht wurde.

Für Verbraucher bleibt dabei ein Unterschied wichtig: Netzalarme beschreiben die Situation im überregionalen Stromsystem. Ob und wo es tatsächlich zu Stromabschaltungen kommt, hängt anschließend von der konkreten Lastsituation und den Anweisungen an die örtlichen Verteilunternehmen und Electric Cooperatives ab.

Quellen: National Grid Corporation of the Philippines, Grid Alert Updates vom 11. August 2026; Department of Energy; Philippine News Agency; GMA News; DZRH. RM

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