MANILA – Die Vereinigten Staaten wollen ihre militärische Präsenz im Indo-Pazifik weiter ausbauen, erwarten von ihren Verbündeten und Partnern aber zugleich größere eigene Anstrengungen. – klajoo.com – Das erklärte der für Verteidigungspolitik zuständige US-Unterstaatssekretär Elbridge Colby bei einem Auftritt in Manila.
Colby bezeichnete Asien als Region von herausragender strategischer Bedeutung für die Vereinigten Staaten und wies die Vorstellung zurück, Washington ziehe sich aus dem Indo-Pazifik zurück. Die US-Regierung wolle vielmehr eine militärische Lage aufrechterhalten, in der mögliche Angriffe bereits durch glaubwürdige Verteidigungsfähigkeiten abgeschreckt werden.
“Partner, nicht Schutzbefohlene”
Gleichzeitig machte Colby deutlich, dass Washington von seinen Verbündeten höhere Verteidigungsausgaben und mehr eigene militärische Fähigkeiten erwartet. Bündnisse seien aus amerikanischer Sicht langfristig stabiler, wenn beide Seiten Verantwortung übernehmen und über reale Fähigkeiten verfügen.
Die Philippinen hob Colby dabei ausdrücklich positiv hervor. Das Land investiere in die Modernisierung von Streitkräften und Küstenwache und übernehme mehr Verantwortung für die eigene Verteidigung. Die USA und die Philippinen investieren zudem gemeinsam in Infrastruktur an den Standorten des Enhanced Defense Cooperation Agreement (EDCA) und erweitern gemeinsame Ausbildung und Einsatzfähigkeit.
Vier US-Küstenwachschiffe sollen rotierend eingesetzt werden
Als konkretes Beispiel amerikanischer Unterstützung kündigte Colby die rotierende Entsendung von vier Fast Response Cutters an. Diese schnellen Patrouillenschiffe der US Coast Guard sollen mit der Philippine Coast Guard bei Patrouillen und der Sicherung der philippinischen Ausschließlichen Wirtschaftszone zusammenarbeiten. Es handelt sich dabei um eine rotierende Stationierung, nicht um eine Übergabe der Schiffe an die Philippinen.
Die Aussagen fallen in eine Phase, in der Manila seine Fähigkeiten zur äußeren Verteidigung deutlich ausbaut und die Zusammenarbeit mit den USA sowie weiteren Partnerstaaten vertieft. Hintergrund sind unter anderem die anhaltenden Spannungen im West Philippine Sea und die häufigen Begegnungen philippinischer und chinesischer Schiffe.
Washington bekräftigt dabei weiterhin seine Bündnisverpflichtungen gegenüber den Philippinen. Zugleich zeigt Colbys Rede, dass die amerikanische Unterstützung stärker mit der Erwartung verbunden wird, dass Manila eigene Verteidigungskapazitäten weiter ausbaut.
Quellen: U.S. Department of War, Rede von Elbridge Colby in Manila, 10. August 2026; U.S. Pacific Command; Associated Press und Reuters zur Einordnung. RM







Add Comment