MANILA – Für die Stipendienprogramme der Technical Education and Skills Development Authority (TESDA), der staatlichen Behörde für technische und berufliche Aus- und Weiterbildung, stehen 2026 rund 19 Milliarden Peso zur Verfügung. – klajoo.com – Nach Angaben der Behörde ist dies das größte Stipendienbudget in ihrer Geschichte.
Mit den Mitteln sollen landesweit etwa 600.000 bis 650.000 Lernende erreicht werden. Präsident Ferdinand Marcos Jr. hob die Programme erneut bei einer Veranstaltung in Laoag hervor, bei der mehr als 1.000 Absolventen technischer und beruflicher Ausbildungsgänge im Mittelpunkt standen.
Das Geld soll nicht nur traditionelle Kurzlehrgänge finanzieren. TESDA will die Ausbildung stärker mit Unternehmen, Kommunen und Branchen verbinden und Programme in Bereichen ausweiten, in denen zusätzliche Fachkräfte benötigt werden – darunter Halbleitertechnik, erneuerbare Energien, Elektromobilität und digitale Berufe.
Von klassischer Berufsausbildung zu einem großen Stipendiensystem
TESDA wurde 1994 durch den Technical Education and Skills Development Act geschaffen. Die Behörde bündelte staatliche Zuständigkeiten für technische und berufliche Ausbildung und sollte Ausbildung stärker am Bedarf des Arbeitsmarktes orientieren.
Stipendien wurden in den folgenden Jahrzehnten zu einem zentralen Instrument. Zu den wichtigsten Programmen gehört das Training for Work Scholarship Program, das vor allem Qualifikationen für Branchen mit konkretem Personalbedarf finanziert.
Zum Vergleich: Für 2019 war für TESDA insgesamt ein Budget von rund 14,8 Milliarden Peso vorgesehen. Davon sollten etwa 2,3 Milliarden Peso auf das Training for Work Scholarship Program entfallen, mit einem damaligen Ziel von rund 163.000 Teilnehmern.
Ein weiterer großer Baustein entstand mit dem 2017 verabschiedeten Universal Access to Quality Tertiary Education Act. Das Gesetz ermöglicht auch kostenlose technische und berufliche tertiäre Bildung in bestimmten staatlichen Angeboten. Für diesen Bereich erhielt TESDA 2018 rund 6,9 Milliarden Peso; in den folgenden Jahren lagen die entsprechenden Mittel teilweise deutlich niedriger. 2022 waren es 2,91 Milliarden Peso, 2023 und 2024 jeweils rund 3,41 Milliarden Peso.
Diese Zahlen sind nicht direkt mit den 19 Milliarden Peso von 2026 vergleichbar: Die älteren Beträge betreffen jeweils einzelne Programme, während die heutige Summe einen wesentlich breiteren Stipendienbereich umfasst. Sie zeigen aber, wie stark die staatliche Finanzierung technischer Berufsbildung inzwischen gewachsen ist.
2024 standen allein für das Training for Work Scholarship Program mehr als zehn Milliarden Peso im Staatshaushalt. Gefördert wurden Qualifikationen unter anderem in Landwirtschaft und Agrarindustrie, Tourismus, Informationstechnik und Business-Process-Management, Halbleiter- und Elektronikindustrie, Fahrzeugtechnik, Logistik, Infrastruktur und anderen gefragten Branchen.
Neue Ausrichtung: Ausbildung soll schneller zu Arbeit führen
2026 versucht TESDA, stärker über die reine Zahl ausgebildeter Personen hinauszugehen. Dazu gehören betriebsnahe Ausbildung, kürzere Micro-Credentials für einzelne nachweisbare Fähigkeiten und der Digital Skills Passport, mit dem Qualifikationen dokumentiert und leichter mit Stellenangeboten verknüpft werden sollen.
Auch die Zusammenarbeit mit Senior High Schools spielt eine größere Rolle. Hintergrund ist die anhaltende Kritik, dass viele Absolventen des K-12-Systems nach dem Schulabschluss noch nicht ausreichend auf konkrete Beschäftigung vorbereitet sind.
In der Davao Region unterstützte TESDA 2025 beispielsweise 21.605 Stipendiaten. Für 2026 liegt das regionale Ziel bei 23.000 bis 24.000. Dabei sollen stärker Unternehmen als Ausbildungs- und Bewertungspartner eingebunden werden.
Die entscheidende Frage bleibt die Beschäftigung danach
Ein größeres Stipendienbudget bedeutet allerdings nicht automatisch mehr erfolgreiche Beschäftigung. Genau hier unterscheiden sich auch die veröffentlichten Erfolgszahlen.
TESDA verweist auf hohe Beschäftigungs- beziehungsweise Employability-Werte seiner Absolventen. In einer parlamentarischen Debatte wurde dagegen unter Bezug auf Erkenntnisse der Second Congressional Commission on Education darauf hingewiesen, dass nur ein deutlich kleinerer Anteil der Absolventen innerhalb von sechs Monaten tatsächlich eine Beschäftigung gefunden habe.
Solche Zahlen müssen wegen unterschiedlicher Definitionen und Erhebungszeiträume vorsichtig verglichen werden. Sie zeigen aber das zentrale Problem: Entscheidend ist nicht, wie viele Ausbildungsplätze finanziert werden, sondern ob die erworbenen Qualifikationen zu stabiler und angemessen bezahlter Arbeit führen.
Gerade deshalb ist die stärkere Ausrichtung auf Unternehmen und Branchenbedarf sinnvoll. Ob das Rekordbudget von 2026 seinen Zweck erfüllt, wird sich letztlich an Beschäftigungsquoten, Einkommen, Dauer bis zum Berufseinstieg und daran messen lassen, ob Ausbildung auch außerhalb der großen Städte tatsächlich erreichbar ist.
Quellen: TESDA; Philippine Information Agency, Januar, Februar und August 2026; Department of Budget and Management; General Appropriations Act 2024; TESDA-Angaben zu UAQTEA 2022 und 2023. RM







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