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BSP will Banken und E-Wallets verpflichtend an die National-ID-Prüfung anbinden

MANILA – Banken, Digitalbanken, E-Wallet-Anbieter und weitere von der Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) beaufsichtigte Finanzunternehmen sollen ihre Identitätsprüfung künftig enger mit dem philippinischen National-ID-System verbinden. – klajoo.com – Die Zentralbank hat dazu einen Regelungsentwurf vorgelegt, der die technische Anbindung an die National ID Authentication Services (NIDAS) für weite Teile des Finanzsektors verpflichtend machen würde.

Der Vorschlag ist noch kein geltendes Recht. Nach dem derzeit bekannten Entwurf sollen größere Banken, Digitalbanken, E-Geld-Anbieter und weitere besonders relevante Finanzdienstleister nach Inkrafttreten innerhalb von drei Monaten die Anbindung beantragen. Für andere beaufsichtigte Institute ist eine längere Frist von sechs Monaten vorgesehen.

Die National ID soll dabei nicht zum einzigen zulässigen Ausweisdokument werden. Andere gültige Identitätsnachweise sollen weiterhin verwendet werden können.

Was sich gegenüber den bisherigen Regeln ändern würde

Schon heute müssen von der BSP beaufsichtigte Finanzinstitute alle offiziellen Formen der National ID akzeptieren. Dazu gehören die physische Karte, die Papierausgabe und die digitale National ID.

Bereits seit 2024 fordert die Zentralbank außerdem, dass Finanzinstitute die Echtheit der National ID prüfen. Für einfache Prüfungen steht National ID Check zur Verfügung. Für eine stärkere Identitätsprüfung können Institutionen die von der Philippine Statistics Authority betriebenen National ID Authentication Services nutzen.

Bisher wurde die umfassende technische Integration jedoch vor allem empfohlen. Der neue Entwurf würde aus dieser Empfehlung für große Teile des Finanzsektors eine verbindliche Anforderung machen.

Identitätsprüfung ohne Foto eines Ausweises

Bei einer vollständigen Integration kann ein Finanzdienstleister die Identität eines Kunden direkt gegen das National-ID-System prüfen. Je nach zugelassenem Verfahren können dabei beispielsweise biometrische Merkmale wie Gesicht oder Fingerabdruck für die Authentifizierung verwendet werden.

Das kann die Kontoeröffnung vereinfachen. Statt ein Foto eines Ausweises hochzuladen und anschließend manuell prüfen zu lassen, kann das System bestätigen, ob die Person mit dem hinterlegten Datensatz übereinstimmt.

Erste Finanzdienstleister nutzen diese Technik bereits. Die Philippine Statistics Authority berichtete 2025, dass Asia United Bank mit seinem E-Wallet HelloMoney vollständig an die National-ID-Authentifizierung angebunden war. Zwischen September 2024 und April 2025 wurden dort nach PSA-Angaben 169.847 Personen über die National-ID-Dienste verifiziert. Bei GCash verwendeten zu diesem Zeitpunkt 56 Prozent der Nutzer die National ID als Identitätsnachweis bei der Kontoeröffnung.

Vorteile bei Betrugsbekämpfung und finanzieller Teilhabe

Die Zentralbank verspricht sich davon eine zuverlässigere Kundenidentifizierung, weniger gefälschte Ausweisdokumente und eine einfachere Kontoeröffnung für Menschen, die nur wenige andere staatliche Ausweise besitzen.

Das ist besonders auf den Philippinen relevant, weil die Regierung seit Jahren versucht, mehr Menschen Zugang zu Bankkonten und digitalen Finanzdienstleistungen zu ermöglichen.

Eine zentrale staatliche Identitätsprüfung kann zugleich Betrugsversuche erschweren, bei denen gestohlene oder manipulierte Ausweiskopien verwendet werden. Sie kann außerdem unterschiedliche Prüfverfahren der einzelnen Banken vereinheitlichen.

Datenschutz wird zum zentralen Punkt

Je stärker Banken und E-Wallets ihre Kundenprüfung direkt mit einem staatlichen Identitätsregister verbinden, desto wichtiger werden Datenschutz und technische Sicherheit.

Dabei geht es unter anderem darum, welche Informationen ein Finanzinstitut bei einer Authentifizierung erhält, welche Daten es speichern darf, wie lange Protokolle aufbewahrt werden, wer auf biometrische Prüfungen zugreifen kann und wie Missbrauch oder unberechtigte Abfragen verhindert werden.

Die technische Anbindung bedeutet nicht automatisch, dass Banken freien Zugriff auf den gesamten Datensatz des National-ID-Registers erhalten. Entscheidend sind die konkrete Schnittstelle, die zulässigen Abfragearten und die Datenschutzvorgaben. Diese Punkte müssen bei der endgültigen Regelung nachvollziehbar geregelt sein.

Auch Systemausfälle und fehlerhafte Datensätze dürfen nicht dazu führen, dass Kunden faktisch vom Zugang zu Finanzdienstleistungen ausgeschlossen werden. Dass andere gültige Ausweise weiterhin erlaubt bleiben sollen, ist deshalb ein wichtiger Bestandteil des Entwurfs.

Von der problematischen Kartenverteilung zur digitalen Infrastruktur

Das National-ID-System war in den vergangenen Jahren vor allem wegen verspäteter physischer Karten und Qualitätsproblemen in der Kritik. Parallel dazu verlagerte die Regierung den Schwerpunkt zunehmend auf die digitale ID und ihre Verwendung als Authentifizierungsinfrastruktur.

Die geplante BSP-Regel zeigt diesen Wandel deutlich. Für Banken und E-Wallets soll die National ID künftig weniger nur eine Karte sein, die ein Kunde vorzeigt, sondern eine staatliche technische Grundlage zur elektronischen Bestätigung seiner Identität.

Vor einer endgültigen Einführung bleibt abzuwarten, welche Änderungen die BSP nach der Konsultation am Entwurf vornimmt und welche Datenschutz-, Haftungs- und Ausfallregeln in der endgültigen Fassung stehen.

Quellen: Bangko Sentral ng Pilipinas; Philippine Statistics Authority, Mitteilungen von 2024 bis 2026; Philippine Star, 7. August 2026. RM

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