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Manila

Prüfwerkzeug soll Angebotsabsprachen bei staatlichen Aufträgen früher erkennen

MANILA – Die Philippine Competition Commission, kurz PCC, wirbt dafür, ihr digitales Prüfwerkzeug gegen mögliche Angebotsabsprachen breiter in der staatlichen Beschaffung einzusetzen. – klajoo.com – Das Bid Rigging Screening Tool, abgekürzt BiRST, durchsucht Vergabedaten nach statistischen Auffälligkeiten, die auf abgestimmtes Verhalten zwischen Bietern hinweisen können.

Angebotsabsprachen entstehen, wenn Unternehmen nicht unabhängig miteinander konkurrieren, sondern Preise, Gewinner oder Marktgebiete untereinander abstimmen. Das philippinische Wettbewerbsgesetz nennt unter anderem Scheinangebote, das gezielte Zurückhalten von Geboten, wechselnde vorab bestimmte Gewinner und die Aufteilung von Märkten als verbotene Formen der Manipulation. Solche Absprachen können öffentliche Projekte verteuern und den Wettbewerb um Qualität und Leistung schwächen.

Vier typische Warnsignale

BiRST arbeitet nach Angaben der Wettbewerbskommission in zwei Stufen. Zunächst prüft das System die eingegebenen Daten statistisch. Auffällige Vergaben werden anschließend von Ermittlern anhand der tatsächlichen Angebotsunterlagen genauer untersucht. Als Warnsignale gelten unter anderem Ausschreibungen mit höchstens drei Bietern, ein statistisch ungewöhnliches Gewinnerangebot, auffallend ähnliche Preise konkurrierender Anbieter und ein Wechsel in ein Verhandlungsverfahren nach zwei gescheiterten Ausschreibungen.

Für jede Vergabe benötigt das Werkzeug neun Angaben: die beschaffende Stelle, den Namen oder Code des Projekts, den Termin, das genehmigte Budget, die Vergabeart, den Namen des Bieters, den Angebotspreis, die Kennzeichnung des Gewinnerangebots und die finanzielle Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Je mehr vergleichbare Vergaben gespeichert sind, desto besser können wiederkehrende Muster sichtbar werden.

Ein Warnsignal ist noch kein Beweis

Das System kann keine verbotene Absprache feststellen. Wenige Bieter können etwa durch einen kleinen Markt, technische Spezialanforderungen oder einen abgelegenen Projektstandort erklärt werden. Ähnliche Preise können bei standardisierten Produkten oder stark schwankenden Rohstoffkosten entstehen. Auch ein ungewöhnlich niedriges oder hohes Gewinnerangebot beweist nicht, dass Unternehmen zusammengearbeitet haben.

BiRST dient deshalb als Vorauswahl. Erst die Prüfung von Angebotsunterlagen, Eigentumsverbindungen, Kommunikationsdaten, wiederkehrenden Bieterkombinationen und weiteren Beweismitteln kann klären, ob ein Anfangsverdacht besteht. Die PCC teilte im Zusammenhang mit einer internationalen Auszeichnung mit, das Werkzeug habe Hinweise für fünf aktive Untersuchungen geliefert. Daraus folgt nicht, dass in diesen Fällen bereits Verstöße festgestellt oder Unternehmen schuldig gesprochen wurden.

Manuelle Dateneingabe bremst den Einsatz

Der größte praktische Engpass ist bislang die Datenerfassung. Die neun Angaben müssen nach Aussage der PCC noch weitgehend manuell eingegeben werden. Bei Behörden mit vielen Tausend Beschaffungsvorgängen kann dies mehr Arbeit verursachen, als durch die automatische Prüfung zunächst eingespart wird. Die Kommission arbeitet deshalb an einer automatisierten Übernahme aus PDF-Dateien und elektronischen Vergabesystemen.

Eine breitere Nutzung ist vor allem dann sinnvoll, wenn staatliche Stellen Vergabedaten in einheitlichen, maschinenlesbaren Formaten bereitstellen. Unterschiedliche Schreibweisen für Unternehmen, fehlende Projektcodes oder unvollständige Bieterlisten können statistische Ergebnisse verfälschen. Gute Datenqualität und gemeinsame Standards sind daher ebenso wichtig wie der eigentliche Algorithmus.

Pilotprojekt in Quezon City

Das Werkzeug wurde bereits 2023 in einer frühen Form vorgestellt und unter anderem mit der Stadt Quezon erprobt. Die aktuelle Initiative ist deshalb keine Einführung eines völlig neuen Programms, sondern der Versuch, den Einsatz auf weitere beschaffende Behörden auszuweiten. Die PCC kombiniert das Screening mit anderen Instrumenten, darunter Angaben zu wirtschaftlich Berechtigten von Unternehmen und ein Kronzeugenprogramm für Kartellbeteiligte.

Für eine belastbare Erfolgskontrolle sollte die Kommission künftig regelmäßig veröffentlichen, wie viele Vergaben geprüft, wie viele Auffälligkeiten manuell bewertet und wie viele formelle Untersuchungen eingeleitet wurden. Ebenso wichtig sind abgeschlossene Verfahren und nachgewiesene Einsparungen. Ohne solche Zahlen bliebe die breitere Nutzung vor allem eine technische Ankündigung.

BiRST kann Korruption oder fehlerhafte Vergaben nicht allgemein erkennen. Sein Schwerpunkt liegt auf möglichen Absprachen zwischen konkurrierenden Unternehmen. Bestechung, manipulierte Leistungsbeschreibungen, Scheinlieferungen oder Interessenkonflikte innerhalb einer Behörde erfordern andere Prüf- und Ermittlungsverfahren. Als zusätzliches Frühwarnsystem kann das Werkzeug dennoch helfen, große Datenmengen gezielter auszuwerten und verdächtige Muster früher sichtbar zu machen.

Quellen: Philippine Competition Commission und Philippine Information Agency, „PCC pushes wider use of bid rigging detection tool in government procurement“, 6. August 2026; Republic Act No. 10667, Philippine Competition Act, insbesondere Section 14; World Bank Group und International Competition Network, Competition Advocacy Contest 2025, Angaben zur Nutzung von BiRST in fünf aktiven Untersuchungen; Philippine Competition Commission, Informationen zu Pilotprojekten und Wettbewerbsdurchsetzung. RM

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