MANILA – Steigende Preise, zu niedrige Einkommen und Korruption sind nach einer aktuellen Umfrage die dringendsten Probleme, die die philippinische Regierung angehen soll. – klajoo.com – Für die Erhebung von OCTA Research wurden vom 4. bis 11. Juli 2026 insgesamt 1.200 Erwachsene im ganzen Land befragt. Die Teilnehmer konnten mehrere Themen auswählen, bei denen sie sofortiges Handeln der Regierung für erforderlich halten.
37 Prozent nannten die Kontrolle der steigenden Preise für grundlegende Waren und Dienstleistungen. Damit blieb die Inflation trotz zuletzt teilweise niedrigerer offizieller Teuerungsraten die am häufigsten genannte nationale Sorge.
Auf dem zweiten Platz folgte mit 34 Prozent die Forderung nach höheren Löhnen und Gehältern.
32 Prozent nannten die Bekämpfung von Bestechung und Korruption innerhalb der Regierung. Damit gehört das Thema in dieser Erhebung nahezu gleichauf mit Preisen und Einkommen zu den drei wichtigsten Sorgen.
Für 24 Prozent gehört ein bezahlbarer Zugang zu Lebensmitteln wie Reis, Gemüse und Fleisch zu den dringendsten Aufgaben. 22 Prozent nannten eine kostenlose und hochwertige Bildung.
Die Ergebnisse zeigen, dass statistische Verbesserungen bei Inflation oder Beschäftigung nicht automatisch zu einer spürbaren Entlastung der Haushalte führen.
Auch wenn sich der Anstieg der Verbraucherpreise verlangsamt, bleiben viele Waren teurer als vor einigen Jahren. Eine niedrigere Inflationsrate bedeutet lediglich, dass die Preise langsamer steigen. Sie bedeutet nicht, dass sie auf ihr früheres Niveau zurückkehren.
Gleichzeitig sind Lohnerhöhungen regional unterschiedlich und erreichen nicht sämtliche Beschäftigten.
Besonders schwierig ist die Lage für Arbeitnehmer ohne reguläres Beschäftigungsverhältnis, kleine Selbstständige und Familien, die einen großen Teil ihres Einkommens für Lebensmittel, Strom, Transport und Miete ausgeben.
Regional war die Sorge über steigende Preise in den Visayas am stärksten ausgeprägt. Dort nannten 42 Prozent die Inflation als dringendes Problem. Im übrigen Luzon waren es 41 Prozent.
Für die Auswertung teilt OCTA die Befragten nach ihrer sozioökonomischen Lage in mehrere Gruppen ein.
A und B stehen für sehr wohlhabende und wohlhabende Haushalte. Die Gruppe C umfasst obere und mittlere Einkommensschichten. D bezeichnet die einkommensschwächere Mehrheit, während E für die ärmsten Haushalte steht.
Auch zwischen diesen Gruppen bestehen bei der Bewertung der Lebenshaltungskosten nur begrenzte Unterschiede.
In den Gruppen A, B und C nannten 41 Prozent steigende Preise als zentrales Problem. In der Gruppe E waren es 40 Prozent und in der Gruppe D 36 Prozent.
Damit ist die Belastung durch die Lebenshaltungskosten kein ausschließliches Armutsproblem. Auch Haushalte mit regelmäßigen oder höheren Einkommen fürchten, dass Löhne und Ersparnisse nicht mit den Kosten Schritt halten.
Bei den persönlichen Sorgen stand die Gesundheit an erster Stelle. 65 Prozent der Befragten erklärten, gesund zu bleiben und Krankheiten zu vermeiden, sei für sie besonders wichtig.
47 Prozent sorgten sich darum, täglich genug zu essen zu haben. Jeweils 41 Prozent nannten ausreichende Ersparnisse und einen sicheren, gut bezahlten Arbeitsplatz oder eine verlässliche Einkommensquelle.
38 Prozent wollten sicherstellen, dass sie selbst oder ihre Kinder ihre Ausbildung abschließen können.
Die persönlichen Antworten zeigen, dass sich nationale Wirtschaftsdaten unmittelbar in den Alltag übersetzen. Preissteigerungen gefährden Ernährung und Ersparnisse, während niedrige Löhne Bildung und Gesundheitsversorgung erschweren.
Die Umfrage wurde kurz vor der State of the Nation Address von Präsident Ferdinand Marcos Jr. durchgeführt. Sie bildet deshalb die Erwartungen der Bevölkerung vor der Rede ab.
Marcos kündigte anschließend unter anderem Steuerentlastungen, günstigere Stromrechnungen, Programme für preiswerten Reis und weitere soziale Hilfen an.
Ob diese Maßnahmen die Sorgen der Bevölkerung verringern, hängt nicht allein von den Ankündigungen ab. Entscheidend sind Reichweite, Anspruchsvoraussetzungen, tatsächliche Einsparungen und die Geschwindigkeit der Umsetzung.
Beim Thema Korruption dürfte der weitere Umgang mit dem Hochwasserschutzskandal eine besondere Rolle spielen. Die Bevölkerung wird daran messen, ob auch politisch einflussreiche Beschuldigte tatsächlich untersucht und gegebenenfalls vor Gericht gestellt werden.
Bei einer landesweiten Umfrage dieser Größe können die tatsächlichen Werte um etwa drei Prozentpunkte höher oder niedriger liegen. Bei den regionalen Ergebnissen beträgt diese mögliche Abweichung etwa sechs Prozentpunkte. – Quelle: OCTA Research und Philippine News Agency / RM







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