Startseite » Green Lanes umfassen Projekte über 6,4 Billionen Peso – der Großteil steht noch am Anfang
Allgemein

Green Lanes umfassen Projekte über 6,4 Billionen Peso – der Großteil steht noch am Anfang

MANILA – Präsident Ferdinand Marcos Jr. hat die staatlichen Green Lanes als einen der großen wirtschaftspolitischen Erfolge seiner Regierung dargestellt. – klajoo.com – Nach seinen Angaben wurden seit Einführung des beschleunigten Genehmigungsverfahrens Investitionen von mehr als sechs Billionen Peso unterstützt. Die Projekte könnten später mehr als 400.000 Arbeitsplätze schaffen.

Die Größenordnung ist durch Daten des Board of Investments grundsätzlich belegt. Sie muss jedoch richtig eingeordnet werden.

Bis Ende März 2026 hatten 244 Projekte mit einem vorgesehenen Investitionsvolumen von insgesamt 6,43 Billionen Peso ein Green-Lane-Zertifikat erhalten.

Das bedeutet nicht, dass bereits 6,43 Billionen Peso ausgegeben, in die Philippinen überwiesen oder in fertiggestellte Anlagen investiert wurden.

Bei den genannten Beträgen handelt es sich überwiegend um geplante Investitionen innerhalb einer Projektpipeline.

Von den 244 Projekten befanden sich 171 mit einem vorgesehenen Volumen von 5,79 Billionen Peso noch in der Vorentwicklungsphase.

Damit entfielen rund 90 Prozent des gesamten angegebenen Investitionswerts auf Projekte, die noch nicht vollständig in die Bau- und Umsetzungsphase eingetreten waren.

In der Vorentwicklung müssen Unternehmen unter anderem Grundstücks- oder Nutzungsrechte sichern, Umweltprüfungen durchführen, Netzanschlüsse klären, Finanzierungen abschließen und Genehmigungen nationaler sowie lokaler Behörden erhalten.

Erst danach können Bauaufträge vergeben, Anlagen errichtet und die angekündigten Arbeitsplätze tatsächlich geschaffen werden.

Die Green Lanes wurden 2023 durch Executive Order Nr. 18 eingeführt. Strategisch wichtige Projekte sollen bei Genehmigungen und behördlicher Abstimmung schneller bearbeitet werden.

Das Verfahren beseitigt keine gesetzlichen Anforderungen. Umweltauflagen, Grundstücksrechte, Sicherheitsvorschriften und technische Prüfungen müssen grundsätzlich weiterhin erfüllt werden.

Die Green-Lane-Zertifizierung ist deshalb weder eine Baugenehmigung noch eine staatliche Garantie, dass ein Projekt fertiggestellt wird.

Der größte Teil der gemeldeten Pipeline entfällt auf erneuerbare Energien. Weitere Projekte betreffen öffentlich-private Infrastrukturvorhaben, Wasserversorgung, digitale Infrastruktur, Produktion und Ernährungssicherheit.

Allein im ersten Halbjahr 2026 wurden neue Green-Lane-Projekte im Wert von mehr als 350 Milliarden Peso zertifiziert. Nahezu der gesamte angekündigte Betrag entfiel auf erneuerbare Energien.

Diese Konzentration birgt Chancen, aber auch Risiken.

Große Solar-, Wind- und Wasserkraftprojekte benötigen geeignete Flächen, Übertragungsleitungen, Netzkapazitäten und langfristige Stromabnehmer.

Ein Projekt kann deshalb über ein Green-Lane-Zertifikat verfügen und trotzdem jahrelang in der Planung bleiben.

Die philippinische Vergangenheit zeigt, dass zwischen angekündigten Projektwerten und tatsächlicher Umsetzung erhebliche Unterschiede entstehen können.

Besonders deutlich wird dies bei erneuerbaren Energieprojekten. Das Department of Energy berichtete 2024, dass 105 Projekte wegen der Nichteinhaltung von Zeitplänen auf eine mögliche Beendigung ihrer Verträge geprüft wurden.

88 dieser Projekte lagen bereits hinter ihrem Zeitplan oder machten überhaupt keine erkennbaren Fortschritte.

Betroffen waren 53 Solar-, 17 Wasserkraft-, 10 Wind-, fünf Geothermie- und drei Biomasseprojekte.

Als häufige Ursachen nannte das Energieministerium fehlende Grundstücks- oder Nutzungsrechte und Netzstudien, die zeigten, dass ein Anschluss an das Stromsystem nicht möglich oder nicht rechtzeitig verfügbar war.

Zu diesem Zeitpunkt waren auf den Philippinen Verträge für erneuerbare Energien mit einer theoretischen Gesamtkapazität von mehr als 156.700 Megawatt vergeben worden.

Tatsächlich installiert waren davon etwa 6.100 Megawatt.

Diese Zahlen sind nicht unmittelbar mit den heutigen Green-Lane-Projekten gleichzusetzen. Sie zeigen aber, wie groß der Abstand zwischen vertraglich oder planerisch angekündigter Kapazität und tatsächlich gebauter Leistung sein kann.

Ein weiteres Beispiel ist die Mindanao Railway.

Die erste Phase zwischen Tagum, Davao und Digos sollte nach einer Ankündigung des Verkehrsministeriums aus dem Jahr 2018 im Jahr 2021 den Betrieb aufnehmen.

2019 wurde ein Baubeginn für das erste Quartal 2020 angekündigt. Das Projekt war damals mit 81,69 Milliarden Peso veranschlagt und sollte durch einen chinesischen Kredit finanziert werden.

Der Kreditvertrag kam jedoch nicht zustande. 2022 erklärte das Verkehrsministerium die chinesische Finanzierung für mehrere Bahnprojekte als faktisch zurückgezogen.

2024 bezeichnete Präsident Marcos die Mindanao Railway selbst als wegen fehlender Finanzierung festgefahren. Die Regierung sucht seitdem nach neuen Geldgebern und prüft Änderungen am ursprünglichen Konzept.

Aus einer angekündigten Betriebsaufnahme im Jahr 2021 wurde damit ein Projekt, für das Jahre später weiterhin Finanzierung und Ausführungskonzept gesucht werden.

Auch dieses Beispiel ist kein Green-Lane-Projekt. Es zeigt aber, warum politische Ankündigungen, genehmigte Projektwerte und tatsächliche Ergebnisse getrennt betrachtet werden müssen.

Die Green Lanes können einen realen Beitrag leisten, wenn sie Genehmigungszeiten verkürzen und widersprüchliche Anforderungen verschiedener Behörden koordinieren.

Sie können jedoch weder fehlendes Eigenkapital noch ungeklärte Grundstücksrechte, nicht vorhandene Netzanschlüsse oder unwirtschaftliche Geschäftsmodelle ersetzen.

Auch die angekündigten Arbeitsplätze sind zunächst Prognosen. Ein großer Teil entsteht nur während der Bauphase und besteht nicht dauerhaft.

Für eine belastbare Bewertung müsste die Regierung deshalb regelmäßig veröffentlichen, wie viele der zertifizierten Projekte

  • die Vorentwicklung abgeschlossen haben,
  • eine endgültige Finanzierung besitzen,
  • bereits im Bau sind,
  • den kommerziellen Betrieb aufgenommen haben,
  • tatsächlich investiertes Kapital nachweisen,
  • und dauerhaft Beschäftigte eingestellt haben.

Erst anhand dieser Daten lässt sich beurteilen, ob aus einer Pipeline von 6,43 Billionen Peso tatsächlich Anlagen, Infrastruktur und Arbeitsplätze entstehen. – Quelle: Board of Investments, Department of Trade and Industry, Department of Energy und Department of Transportation / RM

Add Comment

Click here to post a comment