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Manila

Pax Silica könnte so viel Strom benötigen wie mehrere Großkraftwerke

MANILA – Das Department of Energy arbeitet an besonderen Regeln für die Stromversorgung des geplanten Technologie- und Industriezentrums Pax Silica in New Clark City. – klajoo.com – Energieministerin Sharon Garin erklärte, der Bedarf könne je nach endgültigem Umfang zwischen 50 und 5.000 Megawatt liegen.

Die außergewöhnlich große Spanne zeigt, dass der genaue Aufbau des Projekts noch nicht feststeht.

Pax Silica soll auf einer Fläche von rund 1.620 Hektar Unternehmen aus Halbleiterproduktion, künstlicher Intelligenz, Rechenzentren, kritischen Rohstoffen und fortgeschrittener Fertigung ansiedeln.

Nicht alle diese Tätigkeiten benötigen gleich viel Strom.

Einzelne Forschungs- und Produktionsgebäude könnten mit einigen Dutzend Megawatt auskommen. Große Halbleiterfabriken und Rechenzentren benötigen dagegen eine dauerhafte, besonders zuverlässige Energieversorgung.

Die Bases Conversion and Development Authority hatte zuvor einen erwarteten Bedarf von bis zu drei Gigawatt beziehungsweise 3.000 Megawatt genannt.

Die vom Energieministerium genannte Obergrenze von 5.000 Megawatt ist deshalb eher als mögliche maximale Planungsgröße zu verstehen und nicht als bereits bestätigter Verbrauch.

Fünf Gigawatt entsprächen der Leistung mehrerer großer Kraftwerksblöcke. Ein einzelnes Industriegebiet mit diesem Bedarf hätte erhebliche Auswirkungen auf das Stromsystem von Luzon.

Entscheidend ist dabei nicht nur die über das Jahr erzeugte Energiemenge. Halbleiteranlagen und Rechenzentren benötigen Strom rund um die Uhr und reagieren empfindlich auf Spannungsschwankungen und kurze Unterbrechungen.

Solar- und Windkraft können einen Teil der Versorgung übernehmen, liefern aber nicht jederzeit dieselbe Leistung.

Deshalb wären zusätzlich Batteriespeicher, regelbare Kraftwerke, Reservekapazitäten und leistungsfähige Übertragungsleitungen erforderlich.

Das Energieministerium will verhindern, dass Pax Silica bereits vorhandenen Verbrauchern Strom entzieht oder zu höheren Preisen führt.

Für das Projekt soll deshalb eine eigene energiepolitische Richtlinie erarbeitet werden.

Mehrere erneuerbare Energieprojekte in Central Luzon sollen in die Planung einbezogen werden. Auch ein eigener Kraftwerks- und Netzverbund für den Industriekomplex wird geprüft.

Eine vollständig vom übrigen Netz getrennte Versorgung ist jedoch unwahrscheinlich.

Selbst bei eigenen Kraftwerken benötigt ein solches Zentrum Verbindungen zum Luzon-Netz, um Überschüsse abzugeben, Ausfälle auszugleichen und Wartungszeiten zu überbrücken.

Der zusätzliche Bedarf könnte neue Kraftwerke wirtschaftlich machen. Er kann aber auch bestehende Engpässe bei Übertragungsleitungen, Netzanschlüssen und Reserven verschärfen.

Schon heute werden neue Energieprojekte teilweise verzögert, weil notwendige Leitungen oder Anschlusskapazitäten fehlen.

Auch die Herkunft des Stroms ist politisch relevant.

Wird ein großer Teil durch Kohle- oder Gaskraftwerke erzeugt, könnte das Projekt die Emissionen des Stromsektors deutlich erhöhen.

Soll Pax Silica überwiegend mit erneuerbaren Energien versorgt werden, müssen Erzeugung und Speicher erheblich größer dimensioniert werden als der durchschnittliche Verbrauch.

Hinzu kommt der Wasserbedarf. Halbleiterproduktion benötigt sehr reines Wasser, Rechenzentren können Wasser für Kühlung verwenden.

Die Planung von Energie- und Wasserversorgung darf deshalb nicht getrennt erfolgen.

Die Regierung erwartet von Pax Silica mehr als 130.000 hochwertige Arbeitsplätze und eine stärkere Position der Philippinen in internationalen Halbleiter- und KI-Lieferketten.

Diese Prognosen hängen jedoch davon ab, welche Unternehmen tatsächlich investieren und welche Produktionsstufen angesiedelt werden.

Solange keine verbindlichen Investoren, Anlagen und Bauabschnitte feststehen, bleiben auch Strombedarf und Fertigstellung unsicher.

Die geplante Richtlinie ist dennoch sinnvoll. Ein Industrieprojekt dieser Größenordnung kann nicht erst an das Netz angeschlossen werden, wenn die ersten Fabriken bereits gebaut sind.

Kraftwerke und Übertragungsleitungen benötigen jahrelange Planung, Genehmigung und Bauzeit. -Quelle: Department of Energy, Bases Conversion and Development Authority und Philippine News Agency / RM

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