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Manila

Marcos will Systemverlust-Zuschläge auf Stromrechnungen abschaffen

MANILA – Stromkunden auf den Philippinen sollen nach dem Willen von Präsident Ferdinand Marcos Jr. künftig nicht mehr für die sogenannten Systemverluste der Stromverteilung bezahlen. – klajoo.com – Marcos forderte den Kongress während seiner State of the Nation Address auf, den Electric Power Industry Reform Act von 2001 unverzüglich zu ändern.

Die Kosten für Systemverluste werden derzeit über die monatlichen Stromrechnungen auf die Verbraucher umgelegt. Auf den entsprechenden Betrag wird zusätzlich Mehrwertsteuer erhoben.

Unter Systemverlusten wird die Differenz zwischen der in ein Verteilnetz eingespeisten und der tatsächlich an Kunden abgerechneten Strommenge verstanden.

Ein Teil dieser Verluste ist technisch unvermeidbar. Elektrische Energie geht beispielsweise beim Transport über Leitungen sowie in Transformatoren verloren.

Andere Verluste entstehen durch beschädigte Zähler, fehlerhafte Messungen, unzulässige Anschlüsse oder Stromdiebstahl.

Die Regulierungsbehörde erlaubt Verteilunternehmen und Stromgenossenschaften bislang, Systemverluste innerhalb bestimmter Obergrenzen an ihre Kunden weiterzugeben.

Dadurch bezahlen Verbraucher nicht nur den Strom, den sie selbst verbrauchen, sondern anteilig auch Verluste innerhalb des Netzes.

Marcos argumentiert, diese Kosten dürften nicht länger automatisch auf den Kunden abgewälzt werden. Verbraucher sollten grundsätzlich nur für die tatsächlich von ihnen genutzte Energie bezahlen.

Eine Abschaffung könnte die Stromrechnungen unmittelbar reduzieren. Die tatsächliche Ersparnis hängt jedoch vom jeweiligen Verteilunternehmen, seinem Netz und der Höhe der bisher berechneten Systemverluste ab.

In Antique begrüßten Verbraucher und Vertreter der Provinz die Ankündigung. Einzelne Haushalte berichteten dort von monatlichen Systemverlust-Zuschlägen in Höhe mehrerer hundert Peso.

Offen ist bislang, wer die Kosten künftig tragen soll. Werden sie nicht mehr gesondert auf den Rechnungen ausgewiesen, könnten Verteilunternehmen versuchen, sie über andere genehmigte Tarifbestandteile auszugleichen.

Eine wirksame Reform muss deshalb verhindern, dass derselbe Betrag lediglich unter einer anderen Bezeichnung wieder auf die Kunden umgelegt wird.

Gleichzeitig muss berücksichtigt werden, dass technische Verluste nicht vollständig beseitigt werden können. Selbst moderne Stromnetze verlieren einen Teil der eingespeisten Energie.

Der entscheidende Unterschied liegt zwischen unvermeidbaren technischen Verlusten und Verlusten, die durch veraltete Leitungen, mangelhafte Wartung, fehlerhafte Abrechnung oder unzureichende Kontrollen entstehen.

Die geplante Änderung könnte für Verteilunternehmen einen stärkeren wirtschaftlichen Anreiz schaffen, Netze zu modernisieren und Stromdiebstahl wirksamer zu bekämpfen.

Bislang können sie einen Teil ihrer Verluste innerhalb der regulatorischen Grenzen weitergeben. Müssen sie diese künftig selbst tragen, werden ineffiziente Netze für die Unternehmen teurer.

Das kann jedoch auch kleinere ländliche Stromgenossenschaften vor Probleme stellen. Viele versorgen große, dünn besiedelte Gebiete mit langen Leitungswegen und verfügen nur über begrenzte Mittel zur Erneuerung ihrer Infrastruktur.

Eine gesetzliche Änderung müsste deshalb klären, ob und wie notwendige Netzinvestitionen finanziert werden, ohne die Kosten erneut vollständig auf die Verbraucher zu übertragen.

Noch ist die Abschaffung nicht beschlossen. Der Kongress muss zunächst den Electric Power Industry Reform Act ändern. Anschließend wären neue Durchführungsregeln der Energy Regulatory Commission erforderlich.

Bis dahin bleiben die bestehenden Zuschläge auf den Stromrechnungen bestehen. – Quelle: State of the Nation Address von Präsident Ferdinand Marcos Jr. und Philippine News Agency / RM

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