MANILA – Die philippinischen Streitkräfte wollen verstärkt erfahrene Fachkräfte für Cyberoperationen, künstliche Intelligenz, Ingenieurwesen, Luftfahrt, Kommunikation sowie Forschung und Entwicklung direkt als Offiziere einstellen. – klajoo.com – Verteidigungsminister Gilberto Teodoro Jr. ordnete eine Erweiterung des Direct Commission Program an. Dieses Verfahren ermöglicht es, besonders qualifizierte Bewerber außerhalb des üblichen langjährigen Ausbildungswegs in das Offizierskorps aufzunehmen.
Berücksichtigt werden sollen zivile Spezialisten, Absolventen eines erweiterten Reserve Officer Training Corps, geeignete Mannschaftsdienstgrade und qualifizierte Reservisten.
Noch nicht bekannt ist, mit welchem Dienstgrad neu angeworbene Cyber-, KI- und Technikfachkräfte beginnen können. Deshalb lässt sich für das neue Programm noch kein verbindliches Einstiegsgehalt zwischen einem Mindest- und Höchstbetrag angeben.
Die seit Januar 2026 geltende Besoldung zeigt jedoch die möglichen Größenordnungen bei den unteren Offiziersdienstgraden. Ein Second Lieutenant beziehungsweise Ensign erhält ein monatliches Grundgehalt von 46.020 Peso. Bei einem First Lieutenant beziehungsweise Lieutenant Junior Grade sind es 52.004 Peso, bei einem Captain beziehungsweise Lieutenant Senior Grade 59.411 Peso.
Hinzu kommt für Angehörige der Streitkräfte eine Verpflegungspauschale von 350 Peso pro Tag. Bei 30 Tagen entspricht dies 10.500 Peso im Monat. Damit lägen Grundgehalt und Verpflegungspauschale bei den drei unteren Offiziersdienstgraden zusammen zwischen 56.520 und 69.911 Peso im Monat. Weitere Zulagen, Unterkunftsleistungen oder einsatzbezogene Zahlungen sind darin nicht enthalten.
Ob neu angeworbene Fachkräfte tatsächlich innerhalb dieser Spanne beginnen, hängt von den noch ausstehenden Durchführungsregeln ab. Berufserfahrung, Hochschulabschlüsse, technische Zertifikate und bisheriger militärischer Dienst könnten bei der Festlegung des Dienstgrades berücksichtigt werden.
Die Streitkräfte reagieren damit auf eine Entwicklung, die nahezu alle technisch modernen Armeen betrifft. Militärische Operationen hängen immer stärker von Netzwerken, Software, Datenanalyse, Satellitenkommunikation, unbemannten Systemen und künstlicher Intelligenz ab.
Ein Cyberangriff kann Kommunikationssysteme, Logistik, Stromversorgung oder militärische Führung beeinträchtigen, ohne dass ein Gegner eine Grenze überschreitet oder einen Schuss abgibt.
Gleichzeitig konkurriert das Militär mit Banken, Telekommunikationsunternehmen, IT-Dienstleistern, internationalen Konzernen und ausländischen Streitkräften um dieselben Fachkräfte.
Dieser Wettbewerb ist für die Philippinen besonders schwierig. Gut ausgebildete Programmierer, Netzwerkspezialisten und Sicherheitsexperten können häufig für internationale Unternehmen arbeiten oder ins Ausland wechseln.
Wie groß der Abstand zu einigen ausländischen Streitkräften ist, zeigt ein Vergleich der offiziellen Besoldungsangaben. Für die Umrechnung wurden Wechselkurse von Ende Juli 2026 verwendet. Ein US-Dollar entsprach dabei etwa 61,75 Peso, ein australischer Dollar etwa 43,07 Peso und ein britisches Pfund etwa 82,76 Peso. Die Peso-Werte sind deshalb Näherungswerte und verändern sich mit dem Wechselkurs.
Die US Air Force kann erfahrene Cyberfachkräfte je nach Ausbildung und Berufserfahrung unmittelbar in Dienstgraden vom Lieutenant bis zum Colonel einstellen. Das Grundgehalt eines neuen Offiziers der Besoldungsstufe O-1 beträgt 2026 monatlich 4.150,20 US-Dollar. Das entspricht etwa 256.000 Peso.
Ein Captain der Besoldungsstufe O-3 erhält bei geringer anrechenbarer Dienstzeit 5.534,10 US-Dollar beziehungsweise etwa 342.000 Peso im Monat. Für einen Colonel der Stufe O-6 beträgt das Grundgehalt in der niedrigsten Dienstzeitstufe 8.751,30 US-Dollar oder etwa 540.000 Peso monatlich.
Die tatsächliche US-Besoldung kann bei angerechneter Berufserfahrung höher liegen. Hinzu kommen unter anderem Wohn-, Verpflegungs- und weitere Zulagen. Für einzelne Cyber- und Nachrichtendienstverwendungen werden außerdem Einstellungsprämien von bis zu 40.000 US-Dollar angeboten, umgerechnet etwa 2,47 Millionen Peso.
Australien wirbt ebenfalls mit hohen Vergütungen. Ein Cyber Warfare Officer der australischen Luftwaffe erhält nach Abschluss der militärischen und fachlichen Ausbildung mindestens 97.168 australische Dollar im Jahr. Das entspricht etwa 4,18 Millionen Peso jährlich oder knapp 349.000 Peso im Monat.
Ein Information Warfare Officer der australischen Marine erhält mindestens 108.786 australische Dollar jährlich. Umgerechnet sind das etwa 4,69 Millionen Peso im Jahr beziehungsweise rund 390.000 Peso im Monat.
Zusätzlich zahlt der australische Staat einen Arbeitgeberbeitrag zur Altersvorsorge von 16,4 Prozent. Medizinische Versorgung, Wohnungsunterstützung und weitere Leistungen kommen hinzu.
Die britische Armee zahlt angehenden Offizieren während der Ausbildung in Sandhurst 35.925 Pfund im Jahr. Das entspricht etwa 2,97 Millionen Peso jährlich oder knapp 248.000 Peso im Monat.
Nach Abschluss der Offiziersausbildung steigt das Grundgehalt auf 42.948 Pfund im Jahr. Das sind umgerechnet etwa 3,55 Millionen Peso jährlich beziehungsweise rund 296.000 Peso im Monat. Bestimmte technische Spezialverwendungen können zusätzlich vergütet werden.
Die Beträge lassen sich nicht ohne Einschränkungen miteinander vergleichen. Lebenshaltungskosten, Steuern, Sozialversicherung, Altersvorsorge, Wohnungsleistungen und militärische Zulagen unterscheiden sich erheblich.
Der Vergleich zeigt dennoch, dass die philippinischen Streitkräfte beim reinen Grundgehalt kaum mit reichen Industriestaaten konkurrieren können.
Die direkte Ernennung zum Offizier kann deshalb ein Versuch sein, nicht nur über das Gehalt, sondern auch über Dienstgrad, Verantwortung, Sozialleistungen und berufliche Anerkennung attraktiver zu werden.
Für einen erfahrenen Spezialisten dürfte entscheidend sein, ob seine bisherige Berufslaufbahn angemessen berücksichtigt wird. Ein hoch qualifizierter Softwareentwickler oder Cybersicherheitsexperte wird kaum eine militärische Laufbahn beginnen, wenn er trotz zehn oder fünfzehn Jahren Berufserfahrung wie ein gewöhnlicher Berufsanfänger eingestuft wird.
Auch die Arbeitsbedingungen sind wichtig. Technische Fachkräfte benötigen aktuelle Hardware, Software, sichere Entwicklungsumgebungen, regelmäßige Fortbildung und die Möglichkeit, eigenständig an anspruchsvollen Problemen zu arbeiten.
Starre Hierarchien können dabei zum Hindernis werden. Spezialisten mit umfangreicher ziviler Erfahrung müssen in einer militärischen Organisation ausreichend fachlichen Einfluss erhalten, auch wenn ihnen traditionelle Truppen- und Führungserfahrung fehlt.
Das Direct Commission Program kann solche Schwierigkeiten teilweise umgehen. Es schafft jedoch neue Fragen: Wer bewertet technische Qualifikationen? Welche zivilen Zertifikate werden anerkannt? Wie werden Sicherheitsüberprüfungen durchgeführt? Und wie verhindert die Armee, dass teuer angeworbene Fachleute nach kurzer Zeit wieder in die Privatwirtschaft wechseln?
Auch eine direkte Ernennung macht aus einem technischen Experten nicht automatisch einen militärischen Führer. Die Bewerber benötigen weiterhin Ausbildung in Militärrecht, Einsatzführung, Geheimschutz und Verantwortung innerhalb der Befehlskette.
Für die Philippinen ist die Erweiterung dennoch notwendig. Moderne Radar-, Raketen-, Kommunikations- und Überwachungssysteme können nur dann wirksam eingesetzt werden, wenn ausreichend Fachpersonal für Betrieb, Wartung, Datenanalyse und Schutz vor Cyberangriffen vorhanden ist. – Quelle: Department of National Defense und Armed Forces of the Philippines, 26. Juli 2026; Department of Budget and Management; U.S. Air Force und Defense Finance and Accounting Service; Australian Defence Force; British Army / RM







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