MANILA – Sieben von zehn erwachsenen Filipinos sind der Ansicht, dass Vizepräsidentin Sara Duterte die gegen sie erhobenen Vorwürfe im Amtsenthebungsverfahren beantworten sollte. – klajoo.com – Das geht aus einer neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Social Weather Stations hervor.
Nach den am 23. Juli veröffentlichten Ergebnissen stimmten 70 Prozent der Befragten der Aussage zu, Duterte müsse sich den Anklagepunkten stellen, damit sämtliche Vorwürfe gegen sie behandelt werden könnten. 17 Prozent widersprachen, während 13 Prozent unentschieden waren.
Das Ergebnis darf nicht automatisch als Zustimmung zu einer Verurteilung verstanden werden. Gefragt wurde, ob sich die Vizepräsidentin den Vorwürfen im Verfahren stellen sollte. Die Befragten entschieden damit nicht darüber, ob die Anschuldigungen zutreffen oder ob Duterte ihres Amtes enthoben werden sollte.
Die neue Erhebung bestätigt jedoch, dass eine deutliche Mehrheit ein geordnetes Verfahren und eine inhaltliche Behandlung der Vorwürfe erwartet. Ähnliche Ergebnisse hatten zuvor Umfragen von OCTA Research ergeben. Im April 2026 unterstützten dort 74 Prozent der Befragten die Durchführung eines Amtsenthebungsverfahrens im Senat. Im März waren es 69 Prozent gewesen.
Eine weitere OCTA-Erhebung zeigte zugleich erhebliches Misstrauen gegenüber der politischen Unabhängigkeit des Verfahrens. Nur 19 Prozent glaubten, dass die Senatoren ihre Entscheidung auf Beweise und Recht statt auf politische Erwägungen stützen würden. 81 Prozent äußerten Zweifel oder wollten sich noch kein Urteil bilden.
Die Ergebnisse zeigen damit zwei unterschiedliche Erwartungen: Viele Filipinos wollen, dass die Vorwürfe in einem förmlichen Verfahren behandelt werden. Gleichzeitig besteht bei einem großen Teil der Bevölkerung Unsicherheit darüber, ob die Entscheidung tatsächlich unabhängig von politischen Interessen getroffen wird.
Der Senat verhandelt als Amtsenthebungsgericht über die gegen Duterte erhobenen Anschuldigungen. Dazu gehören der mutmaßliche Missbrauch öffentlicher Gelder, ungeklärte Vermögenszuwächse, Bestechung und Korruption sowie Drohungen gegen Präsident Ferdinand Marcos Jr., dessen Ehefrau und einen früheren Vorsitzenden des Repräsentantenhauses.
Dabei handelt es sich um Anschuldigungen, über die das Amtsenthebungsgericht entscheiden muss. Duterte bestreitet ein Fehlverhalten und bezeichnet das Verfahren als politisch motiviert.
Für eine Verurteilung ist die Zustimmung von mindestens 16 der 24 Senatoren erforderlich. Eine Verurteilung könnte zur Amtsenthebung führen und Dutertes politische Zukunft mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2028 erheblich beeinflussen. – Quelle: Social Weather Stations, OCTA Research und Reuters / RM







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