MANILA – Viele öffentliche und schulische Bibliotheken auf den Philippinen arbeiten mit zu wenigen Büchern, ungeeigneten Räumen, schwacher Internetversorgung und fehlendem Fachpersonal. – klajoo.com – Einzelne Gemeinden, Schulen und Behörden entwickeln deshalb mobile, digitale und gemeinschaftlich organisierte Angebote, um Kinder und Erwachsene dennoch mit Lernmaterialien zu versorgen.
Wie groß die Unterschiede sind, zeigt sich besonders außerhalb der großen Städte. Während gut ausgestattete Bibliotheken Computerarbeitsplätze, digitale Kataloge und aktuelle Medien anbieten, verfügen kleinere Einrichtungen teilweise nur über begrenzte Buchbestände und wenige nutzbare Räume.
Ein weiteres Problem ist das Personal. Viele Schulen haben keine ausgebildeten Bibliothekare. Lehrkräfte übernehmen die Betreuung zusätzlich zum Unterricht, wodurch Öffnungszeiten und Angebote eingeschränkt bleiben.
Die International Federation of Library Associations and Institutions beschreibt diese Schwierigkeiten am Beispiel von Passi City in der Provinz Iloilo. Dort seien Schulbibliotheken wegen fehlender Ressourcen, unzureichender Räume, geografischer Barrieren und des Mangels an lizenzierten Bibliothekaren häufig nur eingeschränkt nutzbar gewesen.
Als Reaktion startete die Schulbehörde von Passi City bereits 2020 das Programm LibCOMMENT. Bibliotheken sollen dabei nicht nur Räume zur Ausleihe sein, sondern enger mit Schulen, Familien und Gemeinden zusammenarbeiten.
Die Angebote werden an örtliche Bedürfnisse angepasst. Dazu können Leseförderung, gemeinschaftliche Veranstaltungen, mobile Bücherangebote und Unterstützung für Schulen in entlegenen Gebieten gehören.
Ein anderes Beispiel ist die Tubtuba Elementary School in der Provinz Abra. Die Schule liegt rund 80 Kilometer von der Provinzhauptstadt Bangued entfernt. Weil die Internetverbindung in der Region unzuverlässig ist, installierte das Department of Science and Technology dort 2026 ein STARBOOKS-System.
STARBOOKS ist eine offline nutzbare digitale Bibliothek. Schüler und Lehrkräfte können auf wissenschaftliche, technische und schulische Inhalte zugreifen, ohne für jede Nutzung mit dem Internet verbunden zu sein.
Damit das System trotz unsicherer Stromversorgung funktioniert, wurde an der Schule zusätzlich eine Solaranlage installiert. Das Beispiel zeigt, dass digitale Bibliotheksangebote in abgelegenen Gebieten nicht nur Computer, sondern auch eine verlässliche Energieversorgung benötigen.
Auch in Batangas soll STARBOOKS weiter verbreitet werden. Das Department of Science and Technology und eine private Stiftung prüfen die Finanzierung weiterer Geräte für Schulen und Gemeinden.
Solche Systeme können den Zugang zu Lernmaterial verbessern, ersetzen aber nicht sämtliche Aufgaben einer Bibliothek. Kinder benötigen weiterhin altersgerechte Bücher, Leseförderung und Unterstützung bei der Auswahl und Bewertung von Informationen.
Ein weiteres Problem beginnt bereits im frühen Kindesalter. Die Second Congressional Commission on Education, Caritas Philippines und das Unternehmen Linya-Linya starteten im Juli die Kampagne „BOOKsan ang Kinabukasan“. Sie soll Kindern bis fünf Jahre in benachteiligten Gemeinden Zugang zu geeigneten Büchern verschaffen.
Die Initiative reagiert darauf, dass viele Familien kaum Kinderbücher besitzen und örtliche Lernangebote nur begrenzt verfügbar sind. Gerade in den ersten Lebensjahren hängt die Sprach- und Leseförderung stark davon ab, ob Eltern und Betreuungspersonen überhaupt geeignete Materialien erhalten.
Auch lokale Digitalzentren übernehmen inzwischen Aufgaben, die früher teilweise Bibliotheken zugeordnet wurden. In Bongabong auf Oriental Mindoro wurde im Mai ein Digital Transformation Center eröffnet. Es bietet kostenloses Internet, Computer, Schulungen und Zugang zu elektronischen Behördenleistungen.
Die verschiedenen Projekte zeigen, dass Bibliotheksarbeit auf den Philippinen zunehmend über klassische Bücherregale hinausgeht. Benötigt werden gedruckte Medien, digitale Inhalte, Internetzugang, Stromversorgung, geschultes Personal und Räume, die für Kinder, Schüler und andere Bewohner erreichbar sind.
Viele erfolgreiche Angebote hängen allerdings von zeitlich begrenzten Projekten, Spenden oder einzelnen engagierten Mitarbeitern ab. Werden Geräte nicht gewartet, Bücher nicht erneuert oder Stellen nicht dauerhaft finanziert, können auch gut gestartete Programme schnell an Wirkung verlieren.
Eine langfristige Verbesserung erfordert deshalb verlässliche kommunale und staatliche Budgets. Entscheidend ist nicht nur, wie viele Bibliotheken oder digitale Terminals eröffnet werden, sondern ob sie regelmäßig geöffnet sind, aktuelle Inhalte anbieten und von qualifiziertem Personal betreut werden. – Quelle: International Federation of Library Associations and Institutions, Department of Science and Technology, Philippine Information Agency und Second Congressional Commission on Education / RM







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