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Manila

Philippine Airlines plant große Flottenerweiterung mit Boeing und Airbus

MANILA – Philippine Airlines hat innerhalb von zwei Tagen umfangreiche Vereinbarungen mit Boeing und Airbus über neue Langstreckenflugzeuge geschlossen. – klajoo.com – Die Fluggesellschaft plant zunächst die Beschaffung von 15 Boeing 787-10 Dreamliner und neun weiteren Airbus A350-1000.

Zusätzlich kann PAL fünf weitere Boeing 787-10 erwerben. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters sicherte sich die Fluggesellschaft außerdem Rechte für fünf zusätzliche Airbus A350-1000.

Sollten alle vorgesehenen Flugzeuge einschließlich der zusätzlichen Kaufmöglichkeiten übernommen werden, könnte das Paket damit langfristig bis zu 34 neue Großraumflugzeuge umfassen.

Die Vereinbarungen wurden während der Farnborough International Airshow in Großbritannien bekannt gegeben. Sie gehören zu den größten Flottenentscheidungen in der Geschichte der philippinischen Fluggesellschaft.

Beide Geschäfte sind allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen. PAL unterzeichnete sowohl mit Boeing als auch mit Airbus zunächst jeweils ein Memorandum of Understanding, also eine Absichtserklärung.

Bei Boeing umfasst die Absichtserklärung 15 Flugzeuge des Typs 787-10 sowie die Möglichkeit, fünf weitere zu kaufen. Boeing erklärte ausdrücklich, dass die Vereinbarung noch in einen endgültigen Auftrag umgewandelt werden muss.

Auch die Vereinbarung über neun zusätzliche Airbus A350-1000 ist zunächst ein Memorandum of Understanding. Airbus erwartet, den endgültigen Kaufvertrag in einem weiteren Schritt abzuschließen.

Damit ist die bisherige Formulierung, die 15 Boeing-Flugzeuge seien bereits fest bestellt, zu korrigieren. Politisch und wirtschaftlich ist die Entscheidung getroffen und offiziell angekündigt, rechtlich befinden sich beide Pakete aber noch vor dem endgültigen Vertragsabschluss.

Die Boeing 787-10 und der Airbus A350-1000 sollen innerhalb der PAL-Flotte unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Die 787-10 ist die größte Version der Boeing-787-Familie. Sie kann nach Herstellerangaben je nach Bestuhlung etwa 300 bis 375 Passagiere über Entfernungen von bis zu rund 13.900 Kilometern transportieren.
PAL will den Typ auf mittel- und langfristigen internationalen Strecken einsetzen. Die 787-10 bietet mehr Sitzplätze als die kleineren Varianten 787-8 und 787-9, besitzt wegen ihres längeren Rumpfes aber eine geringere Reichweite.

Damit eignet sie sich besonders für stark nachgefragte Verbindungen innerhalb Asiens sowie zu Zielen in Australien, im Nahen Osten und an der nordamerikanischen Westküste.
Welche Strecken Philippine Airlines tatsächlich mit der 787-10 bedienen wird, wurde noch nicht abschließend bekannt gegeben.

Boeing erklärte, die neuen Flugzeuge sollten die bestehende Flotte von zehn Boeing 777 ergänzen und PAL mehr Flexibilität auf mittel- und langfristigen Strecken geben.

Die ersten 787-10 sollen nach bisheriger Planung ab 2031 ausgeliefert werden. Die Maschinen werden mit GEnx-1B-Triebwerken des US-Herstellers GE Aerospace ausgestattet.

Für Philippine Airlines ist die Auswahl der 787 ein bemerkenswerter Schritt. Die Fluggesellschaft hat seit mehr als zwei Jahrzehnten keine neue Boeing-Passagierflugzeugfamilie mehr bestellt.

PAL setzt auf ihren Langstrecken bisher vor allem Boeing 777 sowie Airbus A350 und A330 ein. Auf kürzeren internationalen und innerphilippinischen Strecken werden überwiegend Flugzeuge der Airbus-A320- und A321-Familien genutzt.

Der Airbus A350-1000 soll innerhalb der neuen Flottenplanung weiterhin die Rolle des Langstrecken-Flaggschiffs übernehmen.

PAL hatte bereits 2023 neun A350-1000 fest bestellt. Das erste Flugzeug aus diesem Auftrag wurde im Dezember 2025 ausgeliefert.

Wird die neue Vereinbarung über weitere neun Maschinen endgültig abgeschlossen, verdoppelt sich der Gesamtauftrag auf 18 A350-1000.

Die Fluggesellschaft plant für den A350-1000 eine Bestuhlung mit 382 Plätzen in drei Reiseklassen.

Vorgesehen sind 42 Business-Class-Suiten mit Türen und vollständig flachen Betten, 24 Plätze in einer eigenen Premium-Economy-Kabine sowie 316 Economy-Class-Sitze.

Der A350-1000 ist vor allem für besonders lange Nonstop-Verbindungen vorgesehen. Airbus nennt ausdrücklich Flüge von Manila an die Ostküste der Vereinigten Staaten und Kanadas.

Solche Strecken stellen höhere Anforderungen an Reichweite und Treibstoffreserven als Verbindungen nach Los Angeles, San Francisco oder Vancouver.

Der A350-1000 kann nach Herstellerangaben bis zu rund 18.000 Kilometer ohne Zwischenlandung zurücklegen. Damit besitzt er deutlich größere Reichweitenreserven als die Boeing 787-10.

PAL könnte mit dem Flugzeug bestehende Nordamerika-Verbindungen verstärken und langfristig zusätzliche Nonstop-Strecken eröffnen.

Konkrete neue Ziele wurden mit den Vereinbarungen jedoch noch nicht verbindlich angekündigt.

Die Aufteilung auf Boeing und Airbus ermöglicht PAL, ihre Flotte stärker an unterschiedliche Strecken anzupassen.

Die Boeing 787-10 bietet eine hohe Sitzplatzkapazität und niedrige Kosten pro Sitz auf Strecken, für die keine maximale Reichweite erforderlich ist.

Der Airbus A350-1000 kann dagegen auch besonders lange Strecken mit hoher Passagier- und Frachtkapazität bedienen.

Eine Flotte aus zwei unterschiedlichen modernen Großraumflugzeugfamilien bringt zugleich zusätzliche Kosten mit sich.

Piloten, Techniker und Kabinenpersonal müssen für unterschiedliche Typen ausgebildet werden. Auch Ersatzteile, Wartungsgeräte, Simulatoren und technische Verfahren müssen für beide Flugzeugfamilien vorgehalten werden.

PAL betreibt allerdings bereits Airbus A350 und Boeing 777. Die Fluggesellschaft verfügt daher grundsätzlich über Erfahrungen mit parallelen Langstreckenflotten verschiedener Hersteller.

Die neuen Flugzeuge sollen schrittweise ältere Maschinen ersetzen und gleichzeitig zusätzliches Wachstum ermöglichen.

Besonders die Boeing 777-Flotte wird bis zum Beginn der 2030er-Jahre ein Alter erreichen, bei dem eine Erneuerung wirtschaftlich sinnvoll werden kann.

Die neuen Flugzeuge verbrauchen nach Angaben der Hersteller deutlich weniger Treibstoff als ältere Großraumflugzeuge vergleichbarer Größe.

Boeing nennt für die 787 einen um etwa 25 Prozent geringeren Treibstoffverbrauch gegenüber den Flugzeugen, die sie typischerweise ersetzt.

Airbus wirbt für den A350 ebenfalls mit rund 25 Prozent niedrigeren Treibstoffkosten und Kohlendioxidemissionen gegenüber älteren Flugzeuggenerationen.

Solche Herstellerangaben hängen in der Praxis jedoch von Strecke, Auslastung, Bestuhlung und dem tatsächlich ersetzten Flugzeugtyp ab.

Für PAL sind niedrigere Treibstoffkosten besonders wichtig. Kerosin gehört zu den größten Ausgaben einer Fluggesellschaft und wird überwiegend in US-Dollar bezahlt.

Ein schwacher philippinischer Peso und hohe internationale Ölpreise können die Betriebskosten deshalb erheblich erhöhen.

Die Flottenerweiterung steht außerdem im Zusammenhang mit mehreren größeren strategischen Veränderungen bei Philippine Airlines.

Die Fluggesellschaft hat angekündigt, der internationalen Luftfahrtallianz oneworld beizutreten. Damit könnten Passagiere künftig einfacher Anschlussflüge, gemeinsame Buchungen und Vielfliegervorteile bei Partnerfluggesellschaften nutzen.

Gleichzeitig werden mit dem New Manila International Airport in Bulacan zusätzliche Flughafenkapazitäten für den Großraum Manila geschaffen.

PAL positioniert sich damit für ein langfristiges Wachstum des internationalen Reiseverkehrs und eine stärkere Anbindung der Philippinen an Nordamerika.

Die USA und Kanada sind für die Fluggesellschaft besonders wichtig. Dort leben große philippinische Gemeinschaften, die für eine stabile Nachfrage nach Direktflügen sorgen.

Neben Familien- und Besuchsreisen spielen Geschäftsverkehr, Tourismus und der Transport zeitkritischer Luftfracht eine wichtige Rolle.

Die geplanten Flugzeuge werden allerdings erst über mehrere Jahre ausgeliefert. Der Beginn der Boeing-Auslieferungen ist für 2031 vorgesehen. Die ersten Maschinen aus der neuen Airbus-Vereinbarung sollen nach Angaben von PAL voraussichtlich ab Anfang 2030 eintreffen.

Bis dahin können sich Streckenplanung, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die benötigte Zahl der Flugzeuge noch verändern.

Kaufrechte und Optionen verpflichten eine Fluggesellschaft nicht automatisch zur Abnahme. PAL kann zusätzliche Maschinen bestellen, muss dies aber nicht tun.

Auch die 15 Boeing 787-10 und die neun neuen Airbus A350-1000 werden erst nach Abschluss endgültiger Kaufverträge zu festen Bestellungen.

Die offiziellen Ankündigungen zeigen dennoch, dass Philippine Airlines ihre Langstreckenflotte nicht nur ersetzen, sondern deutlich ausbauen will. – Quelle: Philippine Airlines; Boeing; Airbus; GE Aerospace; Reuters / RM

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