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Importe, Schädlinge und alternative Süßungsmittel bedrohen philippinische Zuckerindustrie

MANILA – Die philippinische Zuckerindustrie warnt vor mehreren gleichzeitig auftretenden Belastungen. – klajoo.com – Dazu gehören Klimaschäden, Pflanzenkrankheiten, Schädlinge, mögliche Zuckerimporte und eine wachsende Nutzung alternativer Süßungsmittel.

Für die Saison 2026/27 werden allein durch El Niño direkte Ertragsverluste von rund zwei bis vier Milliarden Peso befürchtet.

Hohe Temperaturen und unzureichender Niederschlag können das Wachstum von Zuckerrohr verlangsamen und den Zuckergehalt der Pflanzen senken.

Besonders problematisch ist, dass Trockenheit nicht nur die aktuelle Ernte betrifft. Geschwächte Pflanzen können auch bei der nächsten Pflanzung oder beim erneuten Austrieb geringere Erträge liefern.

Hinzu kommen Krankheiten und Schädlinge. Zuckerrohr kann unter anderem durch Pilze, Bakterien, Viren und Insekten geschädigt werden.

Breiten sich solche Probleme in wichtigen Anbaugebieten aus, können sie ganze Erntezyklen beeinträchtigen.

Die philippinische Zuckerproduktion konzentriert sich stark auf Negros, insbesondere Negros Occidental. Weitere Anbaugebiete liegen unter anderem auf Panay, Cebu, Leyte, Luzon und Mindanao.

Eine regionale Erntekrise kann deshalb spürbare Auswirkungen auf die landesweite Versorgung haben.

Die Industrie fordert Unterstützung für widerstandsfähige Sorten, Bewässerung, Schädlingskontrolle und die Erneuerung alter Plantagen.

Gleichzeitig bleibt die Importpolitik umstritten. Zuckerimporte können notwendig werden, wenn die lokale Produktion den Bedarf von Haushalten und Industrie nicht deckt.

Zu große oder schlecht terminierte Importe können jedoch die lokalen Preise drücken und die Einkommen der Bauern verringern.

Die Regierung verlängerte zuletzt Beschränkungen beziehungsweise ein Moratorium für bestimmte Zuckerimporte, um heimische Produzenten zu schützen.

Ein Importstopp kann allerdings nur funktionieren, solange ausreichend lokale Vorräte vorhanden sind. Bei einer zu knappen Versorgung steigen Verbraucherpreise und Produktionskosten der Lebensmittelindustrie.

Eine weitere strukturelle Belastung ist der zunehmende Einsatz alternativer Süßungsmittel.

Getränke- und Lebensmittelhersteller können Zucker teilweise durch Maissirup, künstliche Süßstoffe oder andere kalorienarme beziehungsweise günstigere Stoffe ersetzen.

Dadurch sinkt die industrielle Nachfrage nach heimischem Rohrzucker, selbst wenn der Verkauf von Getränken und verarbeiteten Lebensmitteln wächst.

Für Zuckerbauern ist dies problematisch, weil ihre Branche bisher nicht nur Haushalte, sondern vor allem große industrielle Abnehmer beliefert.

Wenn Hersteller ihre Rezepturen dauerhaft ändern, kehrt die Nachfrage möglicherweise auch bei niedrigeren Zuckerpreisen nicht vollständig zurück.

Gesundheitspolitische Maßnahmen verstärken diesen Trend. Verbraucher und Behörden achten stärker auf Zuckergehalt, Diabetes und Übergewicht.

Das kann langfristig den Absatz klassischer zuckerhaltiger Produkte verringern.

Die Industrie steht damit vor einem doppelten Problem: Sie muss genügend Zucker zu konkurrenzfähigen Preisen produzieren, während die Nachfrage nach ihrem Produkt strukturell unter Druck gerät.

Kleinere Bauern sind besonders gefährdet. Sie besitzen häufig keine eigene Bewässerung, moderne Maschinen oder ausreichende finanzielle Reserven.

Sinkende Erträge und niedrige Ankaufspreise können dazu führen, dass Flächen aufgegeben oder auf andere Kulturen umgestellt werden.

Eine langfristige Strategie müsste deshalb über kurzfristige Importentscheidungen hinausgehen.

Dazu gehören bessere Sorten, Bewässerung, mechanisierte Ernte, effizientere Mühlen und alternative Einnahmen aus Nebenprodukten.

Bagasse, das faserige Restmaterial nach dem Auspressen, kann zur Energieerzeugung verwendet werden. Melasse dient unter anderem als Ausgangsstoff für Alkohol, Futtermittel und industrielle Produkte.

Eine modernere Zuckerindustrie könnte damit einen größeren Teil ihres Einkommens aus Energie und Nebenprodukten erzielen. – Quelle: Sugar Regulatory Administration; Department of Agriculture; Philippine Daily Inquirer / RM

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