MANILA – Zwei philippinische Seeleute sind bei Drohnenangriffen auf Handelsschiffe im nördlichen Schwarzen Meer getötet worden. – klajoo.com – Zwölf weitere Filipinos wurden nach Angaben philippinischer Behörden verletzt.
Die Angriffe zeigen erneut, welchen Gefahren zivile Seeleute auf Handelsrouten im Umfeld des russischen Kriegs gegen die Ukraine ausgesetzt sind.
Die philippinische Regierung steht mit den Reedereien, den zuständigen ausländischen Behörden und den Familien der Betroffenen in Verbindung.
Vorrangige Aufgaben sind die medizinische Versorgung der Verletzten, die Rückführung der Toten und die Klärung möglicher Entschädigungsansprüche.
Die genauen Schiffe, Flaggenstaaten und Positionen der Angriffe müssen für eine abschließende Bewertung jeweils einzeln betrachtet werden.
Das nördliche Schwarze Meer gehört seit Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine zu den gefährlichsten Handelsgebieten Europas.
Trotz des Kriegs fahren weiterhin Frachter ukrainische und benachbarte Häfen an. Sie transportieren unter anderem Getreide, Metalle, Düngemittel, Treibstoffe und andere Waren.
Die Ukraine ist einer der weltweit wichtigen Getreideexporteure. Ausfuhren über das Schwarze Meer sind besonders für Länder in Afrika, dem Nahen Osten und Asien bedeutsam.
Zivile Schiffe sind Risiken durch Drohnen, Raketen, Minen, beschädigte Hafenanlagen und mögliche Fehlidentifizierungen ausgesetzt.
Auch wenn ein Schiff kein militärisches Ziel ist, kann es durch einen Angriff auf Hafeninfrastruktur, benachbarte Anlagen oder andere Schiffe getroffen werden.
Für die Zuordnung der Verantwortung sind unabhängige Ermittlungen notwendig. Angaben einer Kriegspartei allein reichen nicht immer aus, um Ursprung und Ziel eines Angriffs zweifelsfrei festzustellen.
Philippinische Seeleute stellen einen erheblichen Anteil der Besatzungen in der internationalen Handelsschifffahrt. Dadurch sind sie überproportional von Konflikten auf wichtigen Schifffahrtsrouten betroffen.
In den vergangenen Jahren wurden Filipinos bereits bei Angriffen im Roten Meer, im Golf von Aden und in der Region um die Straße von Hormus getötet, verletzt oder über längere Zeit festgehalten.
Das Department of Migrant Workers kann besonders gefährliche Gebiete als Kriegs- oder Hochrisikozonen behandeln. Für solche Fahrten gelten zusätzliche Schutz- und Entschädigungsregelungen.
Seeleute können je nach offizieller Einstufung Anspruch auf Gefahrenzulagen, höhere Versicherungsleistungen und besondere Rückführungsmaßnahmen haben.
In offiziell ausgewiesenen Kriegsgebieten kann außerdem ein Recht bestehen, den Einsatz abzulehnen, ohne dadurch den Arbeitsplatz oder bereits erworbene Ansprüche zu verlieren.
In der Praxis entsteht dennoch Druck. Seeleute befinden sich möglicherweise bereits an Bord, wenn sich eine Route verändert oder ein Gebiet nachträglich gefährlicher wird.
Auch wirtschaftliche Abhängigkeit kann dazu führen, dass Besatzungsmitglieder trotz bekannter Risiken weiterarbeiten.
Reedereien sind verpflichtet, Gefahren zu bewerten, Besatzungen zu informieren und geeignete Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Dazu können geänderte Routen, begrenzte Hafenaufenthalte, Wachmaßnahmen und Evakuierungspläne gehören.
Die aktuelle Attacke wirft deshalb auch die Frage auf, wie das Risiko vor der Fahrt eingeschätzt wurde und ob die betroffenen Seeleute ausreichend informiert waren.
Neben staatlichen Hilfen sind Verträge, Tarifvereinbarungen und Versicherungen entscheidend. Angehörige getöteter Seeleute können je nach Vertragslage Anspruch auf Todesfallleistungen, ausstehende Löhne und weitere Entschädigungen haben.
Die zwölf Verletzten benötigen möglicherweise nicht nur medizinische Versorgung, sondern auch längerfristige Rehabilitation und psychologische Unterstützung. – Quelle: Department of Migrant Workers; Department of Foreign Affairs; Overseas Workers Welfare Administration; The Philippine Star / RM







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