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Philippinen haben laut DOE inzwischen die höchsten Haushaltsstrompreise Südostasiens

MANILA – Die durchschnittlichen Strompreise für Haushalte auf den Philippinen lagen im Juni nach Angaben des Department of Energy höher als in allen anderen Staaten Südostasiens. – klajoo.com – Das Energieministerium nennt für die Philippinen einen durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von rund 12,43 Peso je Kilowattstunde. Damit habe das Land Singapur überholt, für das ein Vergleichswert von etwa 12,34 Peso je Kilowattstunde angesetzt wurde.

Der Vergleich zeigt einen nationalen beziehungsweise regionalen Durchschnitt. Die tatsächlichen Rechnungen philippinischer Haushalte können erheblich davon abweichen.

Kunden der Manila Electric Company, kurz Meralco, zahlten im Juni etwa 14,48 Peso je Kilowattstunde. Im Juli stieg der Tarif für einen typischen Haushalt auf rund 14,83 Peso.

Andere Stromversorger berechnen niedrigere oder teilweise deutlich höhere Preise. Besonders kleine Inselnetze und abgelegene Versorgungsgebiete können hohe Erzeugungs- und Transportkosten haben.

Der Vergleich mit Singapur muss sorgfältig gelesen werden. Singapur erhöhte seinen regulierten Haushaltstarif für Juli bis September 2026 aufgrund gestiegener Gaspreise deutlich auf 34,78 Singapur-Cent je Kilowattstunde einschließlich Steuer.

Je nach Wechselkurs kann Singapur damit zeitweise wieder über dem philippinischen nationalen Durchschnitt liegen. Aussagen über den „höchsten Preis“ hängen deshalb vom Vergleichsmonat, Wechselkurs, Kundentyp und der einbezogenen Steuerstruktur ab.

Eine im Frühjahr veröffentlichte Untersuchung kam bereits zu dem Ergebnis, dass die Philippinen im März mit etwa 13,80 Peso je Kilowattstunde knapp vor Singapur mit etwa 13,70 Peso lagen.

Kambodscha folgte in diesem Vergleich mit rund 9,20 Peso. Thailand, Malaysia, Indonesien und Vietnam lagen bei den betrachteten Haushaltstarifen niedriger.

In Thailand werden Strompreise teilweise politisch begrenzt und durch staatliche Maßnahmen stabilisiert. Der Tarif lag zuletzt grob bei etwa vier Baht je Kilowattstunde, wobei zusätzliche Gebühren und Verbrauchsgruppen berücksichtigt werden müssen.

Malaysia hält Preise für viele Haushalte durch eine regulierte Tarifstruktur und staatliche Ausgleichsmechanismen niedriger. Größere oder besonders verbrauchsstarke Haushalte zahlen mehr.

Indonesien subventioniert Strom insbesondere für bestimmte Haushaltsgruppen und kleinere Anschlüsse. Auch dort gibt es unterschiedliche Tarife nach Anschlussleistung und Kundengruppe.

Vietnam verwendet ebenfalls staatlich regulierte und gestaffelte Haushaltstarife. Der Preis steigt mit dem Verbrauch, bleibt im regionalen Vergleich aber häufig unter dem philippinischen Niveau.

Die niedrigeren Endkundenpreise dieser Länder bedeuten nicht automatisch, dass Strom dort wirtschaftlich günstiger erzeugt wird. Ein Teil der Kosten kann über Subventionen, staatliche Energieunternehmen oder andere Haushaltsmittel getragen werden.

Auf den Philippinen werden viele Kosten direkter über die monatliche Stromrechnung eingezogen. Dazu gehören Erzeugung, Übertragung, Verteilung, Netzdienstleistungen, Steuern und verschiedene gesetzlich vorgeschriebene Abgaben.

Der größte Bestandteil ist häufig die Erzeugungsgebühr. Sie hängt davon ab, zu welchen Preisen der Versorger Strom aus langfristigen Lieferverträgen und vom Wholesale Electricity Spot Market einkauft.

Die Philippinen sind bei Kohle, Erdöl und Flüssiggas stark von Einfuhren abhängig. Steigen internationale Brennstoffpreise oder fällt der Peso, erhöhen sich die Kosten vieler Kraftwerke.

Auch der Inselcharakter des Landes verteuert die Versorgung. Luzon, Visayas und Mindanao sind zwar miteinander verbunden, verfügen aber weiterhin über unterschiedliche regionale Netze und zahlreiche kleinere Inselnetze.

Strom kann nicht überall ohne zusätzliche Unterseekabel und Übertragungsanlagen dorthin transportiert werden, wo er benötigt wird.

Hinzu kommen unzureichende Reserven. Fallen größere Kraftwerke aus, können die Preise am Strommarkt stark steigen. In den Visayas kam es 2026 wiederholt zu gelben und roten Netzalarmen.

Erneuerbare Energie kann die Brennstoffabhängigkeit verringern. Dennoch führt ein wachsender Anteil von Solar-, Wind-, Wasser- und Geothermiestrom nicht automatisch sofort zu niedrigeren Endkundenpreisen.

Neue Anlagen, Netzausbau und Batteriespeicher müssen zunächst finanziert werden. Außerdem bestehen ältere Lieferverträge und gesetzliche Umlagen weiter.

Der Vergleich ist für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit wichtig. Hohe Strompreise verteuern Kühlung, Produktion, Rechenzentren, Hotels, Einkaufszentren und Lebensmittelverarbeitung.

Für Haushalte ist nicht nur der absolute Tarif entscheidend, sondern auch das Einkommen. Selbst wenn Singapur zeitweise ähnlich hohe oder höhere Preise aufweist, verfügen Haushalte dort im Durchschnitt über erheblich höhere Einkommen.

Dadurch belastet eine Kilowattstunde philippinische Familien anteilig stärker.

Die Regierung setzt auf zusätzliche Erzeugungskapazitäten, erneuerbare Energie, Batteriespeicher, effizientere Netze und mehr Wettbewerb. Ob diese Maßnahmen die Rechnungen senken, hängt davon ab, wie schnell alte Kostenbestandteile auslaufen und neue Investitionen wirksam werden. – Quelle: Department of Energy; Energy Regulatory Commission; Meralco; Energy Market Authority Singapore / RM

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