MANILA – Die philippinische IT- und Business-Process-Management-Branche hat ihre Wachstumsziele für 2028 deutlich gesenkt. – klajoo.com – Gründe sind der schnelle Einsatz künstlicher Intelligenz, eine stärkere internationale Konkurrenz und die Verlagerung von einfachen Routinetätigkeiten zu höher qualifizierten Dienstleistungen.
Der Branchenverband IT and Business Process Association of the Philippines erwartet für 2028 nun Umsätze zwischen 43,3 und 50,5 Milliarden US-Dollar. Die Zahl der Beschäftigten könnte je nach Entwicklung zwischen 1,85 und 2,14 Millionen liegen.
Der ursprüngliche Branchenfahrplan von 2022 war noch von rund 59 Milliarden US-Dollar Umsatz und 2,5 Millionen Beschäftigten im Jahr 2028 ausgegangen.
Ende 2025 beschäftigte der Sektor etwa 1,9 Millionen Menschen und erwirtschaftete rund 40 Milliarden US-Dollar. Das neue untere Szenario würde daher nicht nur langsameres Wachstum, sondern möglicherweise auch einen leichten Rückgang der Beschäftigung bedeuten. Das günstigere Szenario geht weiterhin von zusätzlichen Arbeitsplätzen aus.
Die neuen Prognosen bedeuten nicht, dass kurzfristig Hunderttausende bestehende Stellen gestrichen werden. Ein großer Teil der Differenz entsteht dadurch, dass die früher erwarteten neuen Arbeitsplätze möglicherweise nicht geschaffen werden.
Besonders stark verändert KI standardisierte Aufgaben. In Callcentern können Chatbots einfache Fragen beantworten, Kontostände erklären, Bestellinformationen suchen oder erste Reklamationen aufnehmen. Menschliche Mitarbeiter bearbeiten dann häufiger komplizierte Fälle, Beschwerden oder Situationen, in denen Verhandlung, Einfühlungsvermögen und Verantwortung erforderlich sind.
Auch während eines Telefongesprächs kann KI bereits unterstützen. Systeme können Kundendaten zusammenfassen, passende Antworten vorschlagen, Gesprächsnotizen erstellen und einen Fall automatisch an die richtige Fachabteilung weiterleiten.
In der Qualitätssicherung mussten Vorgesetzte früher nur Stichproben aus tausenden Gesprächen abhören. KI-Systeme können wesentlich mehr Gespräche automatisch auswerten und nach bestimmten Begriffen, Verstößen gegen Gesprächsvorgaben, ungewöhnlicher Stimmung oder möglichen Betrugsanzeichen suchen.
In der Buchhaltung und Finanzbearbeitung können Programme Rechnungsdaten auslesen, Zahlungen abgleichen, doppelte Buchungen erkennen und ungewöhnliche Transaktionen markieren. Menschen bleiben für die Prüfung unklarer Fälle, Freigaben und regulatorische Verantwortung zuständig.
Im Gesundheitsbereich können KI-Systeme medizinische Unterlagen vorsortieren, Behandlungscodes vorschlagen und lange Dokumente zusammenfassen. Wegen möglicher Fehler und des Schutzes sensibler Patientendaten ist weiterhin eine qualifizierte Kontrolle notwendig.
In Software- und IT-Dienstleistungen helfen KI-Werkzeuge beim Schreiben von Programmcode, bei der Fehlersuche, beim Erstellen von Tests und bei der Auswertung technischer Störungen. Dadurch kann ein kleineres Team mehr Aufgaben bearbeiten, gleichzeitig steigt der Bedarf an Mitarbeitern, die Ergebnisse prüfen und komplexe Systeme verstehen.
Weitere betroffene Bereiche sind Übersetzungen, Transkriptionen, Inhaltsmoderation, Dokumentenprüfung, Personalverwaltung und die Vorbereitung von Verträgen.
Für die Philippinen entsteht dadurch ein doppelter Druck. Unternehmen können dieselbe Arbeitsmenge mit weniger Personal erledigen. Gleichzeitig können Auftraggeber standardisierte Aufgaben leichter in andere Länder verlagern oder selbst automatisieren.
Die Branche will deshalb stärker auf sogenannte AI-enabled jobs setzen. Gemeint sind Tätigkeiten, bei denen Beschäftigte KI nicht nur ersetzen soll, sondern sie als Werkzeug für anspruchsvollere Leistungen nutzen.
Gefragt sind unter anderem Datenanalyse, Cybersicherheit, Cloud-Dienste, Softwareentwicklung, Gesundheitsdienstleistungen, Finanzprüfung und die Aufsicht über automatisierte Systeme.
Damit verändern sich auch die Anforderungen an Schulen, Hochschulen und berufliche Weiterbildung. Gute Englischkenntnisse bleiben wichtig, reichen für viele neue Aufgaben aber nicht mehr aus. Beschäftigte benötigen zusätzlich Fachwissen, digitale Kompetenz und die Fähigkeit, fehlerhafte KI-Ergebnisse zu erkennen.
Der Branchenverband beschreibt den Wandel als Übergang von reiner Kapazität zu höherer Kompetenz. Für die Philippinen wird entscheidend sein, ob bestehende Beschäftigte schnell genug weiterqualifiziert werden und ob neue höherwertige Dienstleistungen ebenso viele Arbeitsplätze schaffen, wie in einfachen Tätigkeiten wegfallen oder nicht mehr entstehen. Quelle: IT and Business Process Association of the Philippines / DICT / GMA News / ABS-CBN News ( RM







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