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Manila

DOST-Fachleute sehen Potenzial für Bioplastik aus philippinischen Meeresalgen

MANILA – Philippinische Wissenschaftler fordern mehr Forschung zur Herstellung von Bioplastik aus Meeresalgen. – klajoo.com – Die National Academy of Science and Technology sieht darin eine Möglichkeit, Plastikabfälle zu verringern und der bedeutenden philippinischen Algenwirtschaft neue Produkte mit höherem Wert zu erschließen.

Die Philippinen gehören zu den größten Algenproduzenten der Welt. Ein großer Teil der Produktion wird bisher zu Carrageen verarbeitet, das unter anderem in Lebensmitteln, Kosmetik und industriellen Anwendungen als Gelier- oder Verdickungsmittel eingesetzt wird.

Meeresalgen enthalten natürliche Polymere. Polymere sind lange Molekülketten, aus denen auch herkömmliche Kunststoffe bestehen. Bei verschiedenen Algenarten lassen sich unter anderem Carrageen, Agar und Alginate gewinnen. Diese Stoffe können zu dünnen Folien, Beschichtungen, Verpackungsmaterialien oder Bestandteilen neuer Kunststoffmischungen verarbeitet werden. Wissenschaftler untersuchen beispielsweise, ob daraus Lebensmittelverpackungen, Beutel oder leicht abbaubare Einwegprodukte entstehen können.

Der Begriff Bioplastik ist allerdings nicht eindeutig. Ein Kunststoff kann biologischen Ursprungs sein, ohne unter normalen Umweltbedingungen schnell abzubauen. Umgekehrt können bestimmte biologisch abbaubare Kunststoffe teilweise aus fossilen Rohstoffen bestehen.

„Biobasiert“ beschreibt daher vor allem, woher die Rohstoffe stammen. „Biologisch abbaubar“ beschreibt, ob Mikroorganismen ein Material unter festgelegten Bedingungen zerlegen können. „Kompostierbar“ setzt wiederum bestimmte Temperaturen, Feuchtigkeit und Zeiträume voraus.

Ein Produkt aus Meeresalgen ist deshalb nicht automatisch in jeder Umgebung vollständig und schadlos abbaubar. Entscheidend sind Zusammensetzung, Zusatzstoffe, Dicke und die Bedingungen bei Entsorgung oder Kompostierung.

Für eine marktfähige Verpackung reicht es zudem nicht, dass ein Material zerfällt. Es muss stabil, hygienisch, bezahlbar und für den jeweiligen Zweck geeignet sein.

Viele reine Algenfilme reagieren empfindlich auf Wasser oder hohe Luftfeuchtigkeit. Für Lebensmittelverpackungen müssen sie gleichzeitig ausreichend fest sein und Sauerstoff, Fett oder Wasserdampf zurückhalten.

Forscher müssen deshalb untersuchen, wie Algenpolymere mit anderen biologischen Stoffen oder unbedenklichen Zusatzstoffen kombiniert werden können. Dabei dürfen Verbesserungen der Stabilität die Abbaubarkeit nicht wieder zunichtemachen.

Weitere Herausforderungen sind eine gleichbleibende Rohstoffqualität, geeignete Verarbeitungstechniken, Haltbarkeit, industrielle Produktionsmengen und wettbewerbsfähige Kosten.

Die National Academy of Science and Technology weist darauf hin, dass auf den Philippinen rund tausend lokale Algenarten identifiziert wurden. Welche davon sich wirtschaftlich und ökologisch besonders gut für bestimmte Biokunststoffe eignen, ist noch nicht ausreichend erforscht.

Eine stärkere Nachfrage könnte Algenbauern zusätzliche Einnahmen verschaffen. Sie könnte aber auch neue Probleme verursachen, wenn Farmen ohne geeignete Standortplanung ausgeweitet werden, empfindliche Küstenlebensräume beeinträchtigen oder zu stark von einzelnen Arten abhängig werden.

Algenfarmen sind außerdem anfällig für starke Taifune, steigende Wassertemperaturen, Krankheiten und Veränderungen der Wasserqualität. Eine industrielle Bioplastikstrategie müsste daher auch klimaresistentere Sorten und stabile Lieferketten entwickeln.

Der Forschungsaufruf ist noch keine Ankündigung einer Fabrik oder eines bereits marktreifen Produkts. Er soll zunächst Grundlagenforschung, Materialentwicklung und Pilotprojekte stärken. Sollte dies gelingen, könnten die Philippinen künftig nicht nur Rohalgen oder Carrageen exportieren, sondern auch höherwertige Verpackungsmaterialien und Spezialprodukte herstellen. – Quelle: Department of Science and Technology / National Academy of Science and Technology Philippines / RM

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